Projekttag im Naturpark – Entdeckungen im Moor und im Bunker

Die Schüler der 9. und 10. Klasse unserer neuen Naturpark-Schule absolvierten in diesem Herbst ihre ersten Projekttage im Naturpark. Da der Naturpark viele interessante Moore beheimatet, war dieser Lebensraum das Thema für die 9. Klasse. Das Moor „Kleiner Langhagensee“, ein nährstoffarmes Kesselmoor, war Gegenstand einer intensiven Untersuchung und eines Arbeitseinsatzes. So wurde die 9. Klasse in 4 Gruppen eingeteilt: eine Gruppe untersuchte die Torfmächtigkeit des Moores, eine die Pflanzenwelt, eine ermittelte die Wassertiefe und eine entfernte die jungen Fichten.

Die Schüler bohrten mit einem professionellen Moorbohrer vom Rand des Moores entlang eines Transektes mehrere Punkte in Richtung Moormitte. Die ermittelten Werte wurden in eine Stratigraphie-Skizze eingezeichnet. Es wurde eine maximale Torfmächtigkeit von 6,70 m gemessen! Anhand der Moormächtigkeit konnten die Schüler das ungefähre Alter des Moores berechnen, denn das Moor wächst ungefähr einen Millimeter pro Jahr.

Moorbohrung

Moorbohrung

Die zweite Gruppe kartierte unter Leitung von Biologie-Lehrerin Frau Müller die Moorpflanzen. Dafür hatte der Naturpark eine Pflanzenliste und Steckbriefe der wichtigsten Moorpflanzen vorbereitet. Die Jugendlichen suchten nun diese Pflanzen und bestimmten sie mithilfe der Steckbriefe.

Pflanzenbestimmung

Pflanzenkartierung

Die dritte Gruppe sollte die Wassertiefe und die Sichttiefe des kleinen Langhagensees ermitteln. Hierfür wurde zu Orientierung ein Seil gespannt. Entlang dieses Seiles ermittelten die Schüler mit der Secchi-Scheibe die Sichttiefe und mit einem Maßband mit Gewicht die Gewässertiefe. Aufgrund der knapp bemessenen Zeit konnte diese Untersuchung jedoch leider nicht beendet werden.

Seeuntersuchung

Tiefenmessung

Die vierte Schülergruppe entfernte in einem Arbeitseinsatz mit Unterstützung eines Naturpark-Wächters die jungen Fichten aus dem Randbereich des Moores. Die Fichten entziehen dem Moor viel Wasser und trocknen das Moor aus. Auf diese Weise hat sich in den vergangenen Jahren die Fläche des Moores bereits verkleinert. Tatkräftig gingen die Schüler zu Werke und befreiten eine beachtliche Fläche vom unerwünschten Fichten-Aufwuchs.

Die 10. Klasse widmete sich unterdessen dem Thema „Fledermäuse“. Mit Hilfe der Telemetrie-Ausrüstung wanderten die Schüler zu den Bunkern auf dem Gelände des ehemaligen Munitionslagers Bossow, wo der Telemetrie-Sender versteckt war. Schon auf dem Weg dahin erfuhren die Schüler alles über Fledermäuse von Fledermaus-Spezialist Martin Post. Angekommen bei den Bunkern wurde die Gruppe geteilt. Eine Hälfte der Schüler legte mit Schaufeln und Vorschlaghammer den alten Eingang frei, während die anderen sich in den anderen Bunkern umsahen. Hier lernten sie u.a., wie die Bunker als Fledermaus-Winterquartier durch Schaffung von zusätzlichen Spalten als Fledermaus-Winterquartier optimiert werden können. Dann wurden die Gruppen gewechselt, so dass sich auch hier alle Jugendlichen körperlich auspowern konnten. Der wieder frei gelegte Eingang wird künftig mit einer Fledermaus-freundlichen Tür versehen.

Insgesamt war es für die Schüler ein erlebnisreicher und hoffentlich auch lehrreicher Tag.

Bunkereingang_Projekttag

Der neu freigelegte Eingang zum Bunker

 

Ein Beitrag von Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide

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