Natur des Jahres 2017

Naturparke Neuigkeiten am 18. September 2017
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Judasohr/Wikipedia: Svdmolen

Das Judasohr
(Auricularia auricula-judae)

Dieser auffällige Pilz trägt gleich zwei Namen: Judasohr und Holunderschwamm. Beide Bezeichnungen sind mit einer uralten Legende verbunden. Der Apostel Judas soll sich nach der Verurteilung Jesu vor Gram an einem Holunderbaum erhängt haben. Am Holunder wächst der Pilz besonders häufig und gern. Doch warum Judasohr? Schaut man sich den knorpeligen Fruchtkörper genauer an, so ist es augenscheinlich: Die dunkelbraunen, lappenartigen Strukturen haben Ähnlichkeit mit der Form eines Ohres.

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Judasohr/Wikipedia: Svdmolen

Das Judasohr hat faszinierende Eigenschaften! Als sogenannter Schwächeparasit wächst er an bereits abgestorbenem Ästen bzw. Stämmen und trägt so zur weiteren Zersetzung bei. Holunderbäume werden zwar bevorzugt, jedoch gedeiht er auch an Ahorn, Birken, Buchen und Ulmen. In seltenen Fällen auch an Fichten. Außergewöhnlich ist, dass ihm Wetterkapriolen nichts anhaben können. Bei extremer Trockenheit schrumpft er zusammen und wird hart – bis zum nächsten Regenguss. Dann quillt er wieder auf und wächst fröhlich weiter. Wer das Judasohr mit seiner samtigen Oberfläche finden möchte, muss damit nicht bis zur Pilzsaison warten, denn er wächst fast übers ganze Jahr hinweg. Sogar im tiefsten Winter kann er unter dem Schnee freigelegt werden.

Als Speisepilz sagt man ihm einen milden Geschmack nach. Untergemischt mit würzigeren Pilzen macht er sich beispielsweise gut in einer Suppe oder in einer gemischten Pilzbeilage. Besonders beliebt ist die Verwendung in asiatischen Wokgerichten und in chinesischen Frühlingsrollen. Übrigens: Ein naher Verwandter des Judasohres ist der Mu-Err (Auricularia polytricha).

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat das Judasohr zum „Pilz des Jahres 2017“ gewählt, da er durch seine spezielle Form und die beeindruckenden Eigenschaften Menschen anregt, sich näher mit der Ökologie der Pilze auseinanderzusetzen. Dazu lädt auch der Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale interessierte Naturfreunde und Wanderer herzlich ein.

Autor: Susen Reuter

 

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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