{"id":964,"date":"2016-04-18T13:44:39","date_gmt":"2016-04-18T11:44:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.naturparkmagazin.de\/barnim\/?p=964"},"modified":"2016-04-27T15:20:10","modified_gmt":"2016-04-27T13:20:10","slug":"im-naturpark-laeuten-die-alarmglocken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.naturparkmagazin.de\/barnim\/im-naturpark-laeuten-die-alarmglocken\/","title":{"rendered":"Im Naturpark l\u00e4uten die Alarmglocken"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_965\" style=\"width: 630px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.naturparkmagazin.de\/barnim\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/Maicsm_1024501533_0266d9ad26.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-965\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-965 size-medium\" src=\"https:\/\/www.naturparkmagazin.de\/barnim\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/Maicsm_1024501533_0266d9ad26-620x413.jpg\" alt=\"Maicsm_1024501533_0266d9ad26\" width=\"620\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/www.naturparkmagazin.de\/barnim\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/Maicsm_1024501533_0266d9ad26-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.naturparkmagazin.de\/barnim\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/Maicsm_1024501533_0266d9ad26-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.naturparkmagazin.de\/barnim\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/Maicsm_1024501533_0266d9ad26-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.naturparkmagazin.de\/barnim\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/Maicsm_1024501533_0266d9ad26.jpg 630w\" sizes=\"(max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-965\" class=\"wp-caption-text\">In Ahrensfelde zeigt sich die Entwicklung nach der Wende deutlich. Eng bebaute Siedlungen mit Parkpl\u00e4tzen davor bestimmen das Bild. Foto: MOZ\/Sergej Scheibe<\/p><\/div>\n<p>Panketal (MOZ) Das Kuratorium des Naturparks Barnim schl\u00e4gt Alarm und warnt vor einer zu dichten Bebauung in den Kommunen am Berliner Rand. Die zunehmende Bodenversiegelung durch Bauvorhaben in Ahrensfelde, Panketal, Bernau und Wandlitz wird als &#8222;dramatisch&#8220;, teilweise als &#8222;extrem&#8220; bezeichnet.<\/p>\n<p>Wo gebaut wird, wird freier Boden verschlossen, durch Wohnh\u00e4user, Stra\u00dfen, Einzelhandel, Parkpl\u00e4tze, Gewerbe. Ein besonders gro\u00dfes Manko dabei ist, dass niemand genau sagen kann, wie gro\u00df diese Versiegelung ist, hielt Naturparkleiter Peter G\u00e4rtner in der Kuratoriumssitzung am Freitag in Panketal fest. Zwar gebe es viele Zahlen zur Einwohnerentwicklung, zu Bauantr\u00e4gen oder Bebauungspl\u00e4nen. Doch die Sammlung von Daten zur Versiegelung im Barnim habe erst begonnen. Erfreulich sei jedoch, dass die Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung in Eberswalde sich dieses Themas angenommen habe.<\/p>\n<p>Bis 2006 k\u00f6nnen Aussagen zum Naturpark Barnim &#8211; zu ihm geh\u00f6ren unter anderem Bernau, Biesenthal, Wandlitz, Panketal, Ahrensfelde, Oranienburg &#8211; bereits getroffen werden, so G\u00e4rtner. Wurden 1990 auf der Grundlage von Satellitendaten 3992 Hektar registriert, so waren es 16 Jahre sp\u00e4ter 4351 Hektar, mithin fast neun Prozent mehr. Dies sei eine sehr &#8222;konservative&#8220; Berechnung. Denn unber\u00fccksichtigt blieben die Versiegelungen durch Einzelbauvorhaben auf Fl\u00e4chen unter 900 Quadratmeter, durch Energietrassen, den Verkehrswegebau, touristische Wege sowie durch Fl\u00e4chen zur Gewinnung erneuerbarer Energien. Tats\u00e4chlich d\u00fcrfte der Grad der Versiegelung deutlich \u00fcber zehn Prozent liegen.<\/p>\n<p>Problematisch sei diese Entwicklung, weil der Boden zu den wertvollsten Naturg\u00fctern z\u00e4hlt. F\u00fcr das Wasser sei er &#8222;unser wichtigstes Speicher- und Reinigungsmedium&#8220;, so Peter G\u00e4rtner. Ein Kubikmeter Erde enthalte mehr Organismen, als Menschen auf der Erde leben. Dennoch werde der Boden permanent untersch\u00e4tzt. &#8222;Die Natur unter unseren F\u00fc\u00dfen sieht uns nicht mit treuen Kulleraugen an, hat kein flauschiges Fell, tr\u00e4gt kein buntes Gefieder und verstr\u00f6mt auch keinen Blumenduft&#8220;, hat er eine Erkl\u00e4rung parat.<\/p>\n<p>Um so dramatischer stelle sich die Zukunft dar: Deutschlandweit geh\u00f6rt der Bereich des Naturparks Barnim zu den Bereichen, denen bis 2025 der st\u00e4rkste Einwohnerzuwachs prognostiziert wird &#8211; mit Raten, die sonst fast nur einzelnen Regionen in Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg vorausgesagt werden. Pankow &#8211; als dem am st\u00e4rksten wachsenden Berliner Bezirk &#8211; wird von 2011 bis 2030 allein ein Einwohnerwachstum von mehr als 16 Prozent prognostiziert. F\u00fcr Panketal, Wandlitz, Bernau und Oranienburg l\u00e4gen die Prognosen zwischen 0,2 bis 3,1 Prozent deutlich niedriger. Doch nach dem Anstieg seit der Wende starte dieser Zuwachs auf einem bereits sehr hohen Niveau. So stiegen die Einwohnerzahlen von 1989 bis 2014 in Bernau um rund 45 Prozent, in Wandlitz und Panketal um rund 48 beziehungsweise 88 Prozent.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Beliebtheit des Barnims gebe es gute Gr\u00fcnde. Wie umfangreiche Befragungen ergeben haben, ziehen vor allem Natur und Landschaft Menschen in den Barnim. &#8222;Natur zieht Siedlung nach sich&#8220;, sagt G\u00e4rtner.<\/p>\n<p>Ein &#8222;extremes Beispiel&#8220; ist in den Augen von Andreas Krone Panketal. Mehrfach wurde in der j\u00fcngsten Vergangenheit von Eigent\u00fcmern gr\u00f6\u00dferer Fl\u00e4chen und Investoren der Wunsch nach einer Wohnbebauung an die Gemeinde herangetragen, die ihrerseits eine gebremste Entwicklung anstrebt. &#8222;Es gibt ein riesiges Bauinteresse&#8220;, best\u00e4tigt B\u00fcrgermeister Rainer Fornell erneut. &#8222;Wenn aber gebaut wird, dann sollte es Geschosswohnungsbau sein, und zwar innerorts und nicht am Rande der Gemeinde.&#8220; Dabei geht es nicht nur um die Begrenzung der Versiegelung. Nur so k\u00f6nne eine ausgewogene soziale Mischung erreicht werden.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich sieht es Steffen Materne vom Oranienburger Stadtplanungsamt. Bauherren w\u00fcrden zwar Fl\u00e4chen am Rande einer Kommune bevorzugen. Im Rahmen eines &#8222;Fl\u00e4chenrecyclings&#8220; beispielsweise von Altlastenfl\u00e4chen gebe es noch genug Potenzial innerhalb der Gemeinden.<\/p>\n<p>Als negatives Beispiel f\u00fcr die Fl\u00e4chenversiegelung nannte Andreas Krone auch den Ausbau des Autobahndreiecks Barnim. Dieser Eingriff sei besonders gravierend, da es f\u00fcr die umgewandelten Ackerfl\u00e4chen keine Ausgleichsma\u00dfnahmen wie sonst gebe.<\/p>\n<p>G\u00e4rtners Fazit: Der Freifl\u00e4chenschutz sei einer der wesentlichen Beitr\u00e4ge der Kommunen zum Klimaschutz. Unter den Wachstumsaspekten, durch die die Kommunen politisch in die Pflicht genommen w\u00fcrden, sei ein Freifl\u00e4chenmanagement dringend geboten. Das Naturpark-Kuratorium k\u00f6nnte in dieser Hinsicht als &#8222;Plattform des interkommunalen Austauschs&#8220; genutzt werden. Text: MOZ\/Olaf Schr\u00f6der<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kuratorium des Naturparks Barnim schl\u00e4gt Alarm und warnt vor einer zu dichten Bebauung in den Kommunen am Berliner Rand.<\/p>\n","protected":false},"author":49,"featured_media":965,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7],"tags":[508,34,81,3149],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v19.10 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Im Naturpark l\u00e4uten die Alarmglocken - Naturpark Barnim<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.naturparkmagazin.de\/barnim\/im-naturpark-laeuten-die-alarmglocken\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Im Naturpark l\u00e4uten die Alarmglocken - 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