Schwarzstorchweibchen “Nigra” aus Berlin eingetroffen

Attraktiver Neuzugang im Vogelpark Herborn

In den Vogel- und NaturschutzTierpark Herborn ist jetzt ein junges Schwarzstorch-Weibchen eingezogen, das 2013 im Zoologischen Garten Berlin zur Welt kam. Die anderthalbjährige Schwarzstorch-Dame “Nigra” soll  nun in einem großzügigen Freigehege im Eingangsbereich des Vogelparks mit dem dort seit zwei Jahren mit den nur kniehohen Chinesischen Muntjakhirschen vergesellschafteten Männchen “Cico” verpaart werden. “Cico” war im Spätsommer 2012 als urspünglich im Harz als Nestling verunglückter und aufgrund einer Flügelfraktur nicht wiederauswilderungsfähiger Vogel aus dem NABU-Artenschutzzentrum im niedersächsischen Leiferde nach Herborn gekommen.

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Das Team des Herborner Tiergartens um Parkleiter Wolfgang Rades ist sehr froh, nach längerer Suche eine Partnerin für den männlichen Schwarzstorch gefunden zu haben, und “Cico” hat, noch abgetrennt durch ein „Hochzeitsgitter“, bereits ersten Sichtkontakt zur neuen Partnerin aufgenommen.

Wie die stellvertretende Parkleiterin, Diplom-Biologin Britta Löbig mitteilt, müssen die Pfleger bei der bevorstehenden Zusammenführung gut beobachten und notfalls eingreifen, denn allzu schnell kann aus einer vermeintlichen Zuneigung Aggression entstehen. Denn Schwarzstörche sind bei der Partnerwahl äußerst wählerisch. Dazu Zoopädagogin Britta Löbig: “Gut Ding will bekanntlich Weile haben, auch bei den Schwarzstörchen!”

Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) ist ein scheuer und waldbewohnender Verwandter des ähnlichen und allseits bekannten Weißstorches. Im Gegensatz zum Weißstorch hat er aber ein nahezu einheitlich schwarzes Gefieder mit einem herrlich grünlichen Schimmer. Lediglich die Körperunterseite ist weiß gefärbt. Ähnlich wie beim Weißstorch sind die Beine und der Schnabel leuchtend rot gefärbt. Ebenfalls rot ist die nackte Hautpartie um die dunklen Augen.

Das Verbreitungsgebiet des Schwarzstorches erstreckt sich von Europa und Asien bis nach Afrika. Im Gegensatz zum Weißstorch jedoch, der sich zumeist im offenen Gelände aufhält, bevorzugt der Schwarzstorch bewaldete Regionen, und ist somit charakteristisch für den Westerwald und das Rothaargebirge und damit auch für den landschaftlich außerordentlich reizvollen Naturpark Lahn-Dill-Bergland. Hier findet man den Schwarzstorch vornehmlich in der Nähe von kleinen Flüssen, Bächen und Teichen, in denen er nach geeigneter Nahrung sucht. Vorzugsweise werden Fische erbeutet.

In Zoologischen Gärten findet man Schwarzstörche nicht allzu oft. In der Natur ist der vor etwa 50 Jahren bei uns durch Lebensraumzerstörungen schon nahezu ausgerottete scheue Waldstorch, begünstigt durch eine endlich wieder naturnähere Bewirtschaftung der Wälder, glücklicherweise wieder auf dem Vormarsch.

In Hessen gehen Experten von einem Bestand von ca. 80 Brutpaaren aus. Über den Berg ist dieser attraktive Vogel damit allerdings noch längst nicht, zumal die Wälder gegenwärtig wieder einem zunehmenden Bewirtschaftungs-, aber auch einem wachsenden Freizeitdruck ausgesetzt sind. So haben Störungen durch das zunehmend rücksichtslose Freizeitverhalten verschiedener Gruppen, nicht zuletzt von ungeregelt querfeldein fahrenden Motocrossfahrern, oftmals fatale Auswirkungen auf den Bruterfolg der seltenen Storchenart.

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“Wer Tiere kennt, wird Tiere schützen!” – getreu diesem Leitsatz der wissenschaftlich geführten Zoologischen Gärten ist das Vogelparkteam besonders froh, seinen Besuchern nunmehr ein Pärchen dieser attraktiven und für unsere Heimat so typischen Storchenart zeigen zu können, um die Bevölkerung für deren Schutz und den Schutz ihres Lebensraumes zu sensibilisieren.

Bei der gegenwärtig noch relativ milden Witterung haben Natur- und Tierfreunde derzeit noch gute Gelegenheit, den mehr als 300 Tieren in etwa 80 Arten aus aller Welt im Vogel- und NaturschutzTierpark Herborn einen Besuch abzustatten.

Als Dankeschön für die Treue der Besucher ist dies seit dem 16. November  zu reduzierten Wintereintrittspreisen möglich:
Erwachsene zahlen jetzt nur € 4,- (statt € 6,-), Ermäßigte € 3,- (statt € 5,-),
Kinder € 2,- (statt € 2,50) und Familien € 11,- (statt € 15,-).

Der Vogel- und NaturschutzTierpark Herborn ist in diesem Winterhalbjahr bis zum Eintreten andauernder harter Winterwitterung mit Dauerfrost, Schnee und Eis täglich von 9.30 bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Letzter Einlass ist eine Stunde zuvor – derzeit um 16 Uhr.

Eine witterungsbedingte Schließung wird über die Medien und die Homepage des Vogelparks www.vogelpark-herborn.de rechtzeitig bekannt gegeben. Auskünfte gibt es auch telefonisch unter 02772/42522.

 

 

Ein Beitrag von Naturpark Lahn-Dill-Bergland

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35080 Bad Endbach

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