Wildkatzen im Lahn-Dill-Bergland

Naturparke Neuigkeiten am 19. November 2018

Die Wildkatze (Felis silvestris silvestris) gehört zu den seltenen Säugetierarten in Deutschland. Ihre Hauptverbreitungsgebiete in Hessen befinden sich im Taunus, Rothaargebirge, Kellerwald, Spessart, dem hessischen Bergland und im Reinhardswald. Für Bereiche des Lahn-Dill-Berglands fehlten bislang belastbare wissenschaftliche Nachweise für ein Vorkommen der scheuen Waldkatze. Eine große Lockstockuntersuchung im Jahr 2009 vom Taunus bis ins Lahn-Dill-Bergland mit insgesamt rund 400 Lockstöcken deckte in diesem Bereich eine Verbreitungslücke auf. Es galt nun zu untersuchen, ob sich diese Lücke geschlossen hat.

Das Projekt „Der Status der Wildkatze im Lahn-Dill-Bergland und dessen Randbereichen“ wurde in enger Zusammenarbeit mit dem BUND Landesverband Hessen e.V. durchgeführt und hatte das Ziel, mithilfe der Lockstock-Methode Wildkatzen im Lahn-Dill-Bergland genetisch nachzuweisen.

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(c) Naturpark Lahn-Dill-Bergland_MKleinWildkatzen

Dafür wurden sägeraue Dachlatten an mit hoher Wahrscheinlichkeit von Wildkatzen frequentierten Stellen in den Boden eingeschlagen und mit Baldriantinktur eingesprüht. Durch den Baldrian angezogen reiben sich die Wildkatzen daran und hinterlassen Haare, die dann abgesammelt werden können. Die Stöcke wurden von Freiwilligen in der Ranzzeit der Wildkatze von Februar bis April in einem wöchentlichen Turnus auf Haare kontrolliert. Vorgefundene Haare wurden in Probebeutel verpackt und an das Senckenberg Institut in Gelnhausen geschickt, wo die Haarwurzeln genetisch untersucht wurden, um festzustellen, ob sich tatsächlich eine Wildkatze am Lockstock gerieben hat. Danach wurde der Stock jeweils abgeflämmt, um eine Verunreinigung weiterer Proben zu verhindern.

Die Untersuchungsergebnisse liegen nun vor: Circa die Hälfte der eingesammelten Haarproben stammen tatsächlich von Wildkatzen, hinterlassen von mindestens 16 unterschiedlichen Tieren. Der Anteil an Männchen ist dabei fast doppelt so hoch wie der der Weibchen, was aber daran liegt, dass die Kuder, so nennt man die männlichen Wildkatzen, besser auf den Baldrian ansprechen. Die positiven Ergebnisse verteilen sich auf das ganze beprobte Gebiet.

Ein Beitrag von Naturpark Lahn-Dill-Bergland

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