Jahrhundertsturm Kyrill – wie sieht es 6 Jahre danach im Wald aus?

Entwurzelte Bäume, abgeknickte Baumkronen, zerstörte Waldbestände, gesperrte Straßen – der Sturm Kyrill hat in der Nacht von     18. zum 19. Januar 2007 viele Waldbestände verwüstet. Große Teile des Niedersächsischen Forstamtes Münden waren betroffen.

Auf einer Wanderung mit Forstamtsleiter Dr. Thomas Schmidt-Langenhorst des Niedersächsischen Forstamtes Münden ganz im Süden Niedersachsens haben sich 20 interessierte Teilnehmer darüber informiert, was Försterinnen und Förster seit dem Sturm Kyrill im Jahr 2007 getan haben, um die zerstörten Waldflächen wieder aufzuforsten.

Es wurden Aufforstungsflächen des Nds. Forstamtes Münden angeschaut, die auf dem tonigen Ursprungsboden statt mit der flach wurzelnden und damit nicht sturmresistenten Fichte nun mit tiefer wurzelnden Douglasien, Lärchen, Buchen und Eichen aufgeforstet wurden.                                                                                                                                                                                                                                                                          Auch der Naturverjüngung wurde Raum gegeben und eine gute Mischung aus angesamten Birken, Ahornen und Lärchen mit den angepflanzten Baumarten erzielt.

Die Wuchserfolge auf Flächen mit und ohne Zaun- oder Einzelschutz wurden erläutert, Pflegeverfahren vorgestellt und Dimensionen und Zeiträume des nachhaltigen Denkens und Wirtschaftens im Wald verdeutlicht. „Die Bäume, die wir in den letzten Jahren gepflanzt haben, können erst kommende Generationen ernten und zu Bau- und Möbelholz verarbeiten“, betont Thomas Schmidt-Langenhorst.

So gibt es im Nds. Forstamt Münden 365 Hektar Neukulturen ab einer Schadens-Flächengröße über 0,5 Hektar. Rd. 1,4 Millionen Bäume wurden gepflanzt, davon rd. 620.000 Eichen, die den tonigen Boden besser durchwurzeln können und daher nicht so sturmgefährdet sind. Um die neuen Bäume vor Wildverbiss und Schälschäden zu schützen, wurden für einen Zeitraum von ca. 10 Jahren  69 km Schutzzäune errichtet, die monatlich überprüft und unterhalten werden müssen. Um dem Wild wiederum Rückzugsgebiete zu erhalten und nicht zu große Flächen einzuzäunen, gibt es 190.000 junge Bäume, die mit einem  Einzelschutz versehen wurden.

Die Niedersächsischen Landesforsten investierten allein im Bereich des Nds. Forstamtes Münden 2,1 Million Euro, um ihre vom Sturm Kyrill zerstörten Wälder zu erneuern. 

Ziel der nachhaltigen Forstwirtschaft ist es, neben der umweltfreundlichen Herstellung des wertvollen Rohstoffes Holz die Erholungs- und Naturschutzleistungen nicht aus den Augen zu verlieren.

So wurde zum Beispiel ein Wildkatzenkorridor geschaffen und auch der Schwarzstorch fühlt sich ich den vielfältigen Wäldern des Kaufunger Waldes wohl.

 

Ein Beitrag von Naturpark Münden

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