Naturschutz in Naturparken

Wie in allen Naturparken finden sich auch im Naturpark Oberer Bayerischer Wald mehrere Naturschutzgebiete. Insgesamt sind es 11 Stück von unterschiedlicher Größe. In diesen Gebieten ist es für alle klar das der Naturschutz im Vordergrund steht, doch auch dort sind immer wieder Pflegemaßnahmen notwendig um sie zu erhalten. Diese werden unter der Regie des Naturpark durchgeführt. Doch vergibt der Naturpark auch Aufträge für  Kartierungsarbeiten von Tier- oder Pflanzenarten. Für das Artenhilfsprogramm (AHP) werden von einem Botaniker bedrohte Pflanzenarten kartiert und auch immer wieder die Standorte kontrolliert. Er sucht auch Bereiche auf, die in historischen Unterlagen als Standorte bestimmter Arten genannt wurden und kontrolliert ob es diese Arten dort immer noch gibt. Für einzelne Arten, die es nur an bestimmten Stellen gibt werden extra Pflegemaßnahmen durchgeführt. So finden sich am Voithenberg in Furth im Wald besondere Flachbärlappe, die auf einen sehr mageren Standort angewiesen sind. Da dort in den 1970er Jahren Lupinen angesät wurden, mussten diese nun entfernt werden, da sie besonders Stickstoff sammeln und somit genau die mageren Bereiche des Flachbärlapp auf düngen würden.

Eine weitere Maßnahmen ist die Anbringung von Fledermauskästen und die Unterhaltung und der Schutz der Winterquartiere. So wurden zum Beispiel am Bleschenberg in einem ehemaligen Stollen, der jetzt freigelegt wurde, spezielle Steine eingebaut, die die Fledermäuse als Winterquartier nutzen können. Des weiteren wurden alte Stollen zugemacht, damit keine Störungen erfolgen können, hierbei werden Öffnungen eingebaut um den Fledermäusen den Einflug zu ermöglichen.

Ein weitere Schwerpunkt liegt bei den Flussperlmuscheln, früher gab es in verschiedensten Bächen Flussperlmuscheln, die auch gesammelt wurden und die Perlen verkauft. Der Naturpark unterhält eine kleine Aufzuchtstation für Flussperlmuscheln, um den Bestand wieder aufzubauen. Hier werden Forellen gehalten und mit den Muscheln infiziert, diese verbringen als so genannte Glochidien einige Zeit in den Kiemen der Forellen. Sind sie alt genug lassen sie sich in fallen und vergraben sich im Bachbett. Eine Forelle die schon mal Glochidien hatte kann nicht wieder infiziert werden. Die Muscheln entwickeln sich dann sehr langsam über Jahre hinweg, brauchen dafür jedoch sehr sauberes Wasser.

Zum Naturschutz gehört auch das Monitoring, dabei werden vor allem Tierarten beobachtet, dass heißt oftmals werden nur die Spuren gesehen und dokumentiert, so zum Beispiel von Luchs und Wildkatze. Auch das Auerhuhn spielt im Naturpark eine besondere Rolle, so wurde in verschiedenen Gebieten eine genaue Kartierung durchgeführt, zum Teil sogar mehrfach in einem Gebiet um die Entwicklung der Population zu erfassen.

Wichtig bei diesen ganzen Maßnahmen ist es die Bevölkerung darüber aufzuklären und den Zweck der Schutzmaßnahmen zu erklären, denn nur dann werden auch Einschränkungen wie ein zeitweises Wegegebot verstanden und eingehalten. Daher ist es wichtig immer wieder in diesen sensiblen Gebieten entsprechende Führungen anzubieten.

Ein Beitrag von Naturpark Oberer Bayerischer Wald

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