Feriencamp Wildnisschule Moccasin Tracks

In der ersten Herbstferienwoche war es für bis zu 29 Kindern wieder so weit, es ging raus in die Natur. Gemeinsam mit den Naturpark-Rangern und den Bundesfreiwilligen des Naturparks galt es das Abenteuer Natur und Wildnis zu erforschen.

Ausgangspunkt der Erlebniswelt für Kinder war die Grillhütte in Heidenrod-Nauroth. Der angebotene Naturerlebnis-Kurs für Ferienkinder dauerte von Montag bis Freitag, jeweils von 10:00Uhr bis 16:00Uhr. Vor Ort angekommen hieß es die Natur zu erfahren und sich selbst auszuprobieren. Deutlich war eine Veränderung jedes Kindes zu spüren, schnell wurde aus einem „wilden Haufen“ von Kindern eine geschlossene Gruppe, die selbstständig auf die Natur zuging und eigene Erfahrungen sammeln konnte. Auch ließen sich die Kinder zunehmend mehr auf die Geschehnisse in der Natur ein, sei es durch zuhören oder durch die Entwicklung der eigenen Phantasie.

So kamen gegen Ende der Woche die Kinder mit eigenen Schnitzideen auf die Betreuer zu und fragten ganz konkret wie beispielsweise ein Löffel oder eine Schale fertig bearbeitet werden könnte. Während der Woche durften die Kinder unterschiedliche Dinge ausprobieren. Spannend war es beispielsweise für Alle selbstständig Feuer, natürlich ohne Feuerzeug, zu machen oder aus gefundenen Holzstücken die vielfältigsten Gegenstände zu schnitzen. Beliebt war auch das Brennen einer Schale oder eines Löffels, der abends stolz den Eltern gezeigt werden konnte. Hier war der Betreuer Marin Hönge besonders umlagert, da er die Ausgabe der Taschenmesser steuerte. Um allerdings mit dem Taschenmesser arbeiten zu dürfen, mussten die Kinder ihr „Taschenmesserdiplom“ gleich zu Beginn der Woche ablegen.

Ganz begeistert waren die jungen Wilden, als es darum ging im Wald Pilze zu sammeln, die anschließend in eine leckere Pilzsuppe verwandelt wurden (auch wenn sich nicht jedes traute den Löffel in die Suppe zu tauchen!). Bei diesem Thema zeigten einige Kinder bereits ein erstaunliches Vorwissen.

Den Höhepunkt fand die Jagd auf Pilze, als die Gruppe auf einen echten Fliegenpilz (Amanita muscaria var. formosa) stieß. Das besonders schöne Exemplar führte zu großen Augen und einer ehrlichen Bewunderung des Pilzes, aufgrund seiner leuchtenden Farbpracht. Neben giftigen oder ungenießbaren Pilzen wurden auch etliche gutschmeckende und wohlriechende Pilze gefunden, wie beispielsweise der Hellblättrige Helmling (Mycena). Es war eine interessante Suche nach Pilzen, insbesondere durch die spannenden Geschichten, die Naturpark-Ranger Frank Friedrichs zu dem jeweiligen Pilz erzählen konnte. So wurde die Geschichte des Hallimasches (Armillaria) und seines Namens, der möglicherweise von einer angeblichen kurativen Wirkung gegen Hämorrhoiden kommen könnte und aus diesem Grund „Heil im Arsch“ bedeuten könnte. Natürlich eine der Geschichten, die die Kinder auch noch spät am Nachmittag gerne ihren Eltern erzählten. Einige Eltern ließen es sich nicht entgehen, schon am Mittag vorbeizuschauen um ganz zufällig etwas von der leckeren Pilzsuppe zu probieren, die die Kinder zubereitet hatten.

Als Abschluss der Woche wurde Trillerpfeifenrally gespielt. Hierzu wurden zwei gleichgroße Gruppen gebildet. Bei dem Spiel ging es in erster Linie darum anhand von regelmäßigen Pfiffen im Wald die andere Gruppe Kinder zu orten und zu verfolgen. Ziel war es, die akustische Wahrnehmung und Orientierung der Kinder zu schärfen und die Gruppe möglichst lange im Wald herumlaufen zu lassen. Da die Kinder sich nur auf Wegen bewegen durften mussten spezielle Tricks entwickelt werden, um die gegnerische Gruppe hinters Licht zu führen oder zu fangen. Eine Gruppe lief beispielsweise immer hin und her, um die Gegner zu verwirren. Beide Gruppen wurden vor Ablauf der vereinbarten Zeit gefunden und so ging es gemeinsam zurück ins Camp.

Die gemeinsame Woche hielt viele spannende Erfahrungen für die Kinder bereit. Alles in allem war die Begeisterung bei allen Aktivitäten groß und die Kinder genossen sichtlich die wilde Woche in der Natur. Die nächsten Ferienkurse sind in den Weihnachtsferien geplant, hier auch aufgrund der absehbar kühleren Witterung nur zwei Tage lang.

 

Oktober 2015, Agnes Wagner

Ein Beitrag von Naturpark Rhein-Taunus

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