Ein Leitfaden für den Waldnaturschutz – Übergabe des Praxishandbuchs an Umweltministerin Priska Hinz

Am Donnerstag wurde der Leitfaden vom Vorstand des Naturparks Rhein-Taunus an Staatsministerin Priska Hinz am Rande des Plenums im Hessischen Landtag übergeben. In dem Handbuch hat der Naturpark breit abgestimmte Empfehlungen für den integrativen Waldnaturschutz zusammengefasst. Für das erfolgreiche Projekt mit dem etwas sperrigen Titel „Förderung eines Kolonieverbundes der Bechsteinfledermaus im europäischen Populationszentrum – Entwicklung und Umsetzung von effizienten Schutzmaßnahmen zur Integration in die forstliche Bewirtschaftung“ ist dieses Praxishandbuch das „Ergebnis herausragender regionaler Zusammenarbeit in einem Dialogprojekt zwischen Naturschutz, kommunalem Waldbesitz und den Forstleuten vor Ort“ erklärt Andreas Kowol, Umweltdezernent der Stadt Wiesbaden und Vorstandsvorsitzender des  Naturparks.

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Vorsitzender der Verbandsversammlung Hans Rodius, Umweltministerin Priska Hinz, Vorsitzender des Verbandsvorstands Andreas Kowol, Geschäftsführer des Zweckverbands Naturpark Rhein-Taunus Andreas Wennemann (von links nach rechts)

Orientiert an den Bedürfnissen der Fachleute basiert der Leitfaden auf den lokalen Projektergebnissen, wie beispielsweise der Lokalisierung der bemerkenswerten Anzahl von 32 Wochenstubenkolonien und dem computergestützten Modell zur Habitateignung als Planungsinstrument für den Waldnaturschutz. Er informiert über fachliche und biologische Grundlagen zum anspruchsvollen Fledermausschutz in der Forstwirtschaft mit konkreten Anwendungsbeispielen und der Darstellung von Fördermöglichkeiten in den verschiedenen Bundesländern. Erstmals wurde ein solch fundiertes und zugleich praxisorientiertes Sammelwerk für den Schutz dieser anspruchsvollen Fledermausart vorgelegt und findet bundesweit hohen Zuspruch von Fachbehörden, Forst und Fachverbänden. Rückmeldungen, das Handbuch sei äußerst gelungen und eine echte Praxishilfe, erklären die hohe Nachfrage für das fast vergriffene Werk. Ein Nachdruck der ersten Auflage von 1000 Exemplaren soll auch im Ausblick auf den vom 01. – 05. September 2020 in Wiesbaden stattfindenden 35. Deutschen Naturschutztag erfolgen. Es wird geplant, das Projekt im Rahmen des Programms der unter dem Motto „Stadt-Land-Fluss – welche Natur wollen wir?“ stehenden Tagung vorzustellen.

Das Handbuch kann noch (solange der Vorrat reicht) beim Naturpark Rhein-Taunus angefordert werden oder auch mit den zugehörigen Mustervorlagen auf der Homepage des Projekts heruntergeladen werden: https://www.bechsteinfledermaus.eu/de/be/service/downloads/. Die dort  vorgehaltenen Mustervorlagen können individuell ausgefüllt und bearbeitet werden.

Weitere Informationen / Hintergrund:

Die zielgerichteten Naturschutzmaßnahmen für die Verantwortungsart Bechsteinfledermaus in dem Projekt des Naturparks Rhein-Taunus von 2013 – 2019 umfassten:

  • die Entwicklung von Kompensationsmaßnahmen für Eingriffe in die Landschaft, wie sie beispielsweise Baugebiete darstellen
  • die Naturverjüngung und Pflanzungen von Eichen(-beständen)
  • die Vergitterung von z.B. alten Stollen, die zahlreichen Fledermausarten als Winterquartier dienen
  • in besonders beispielhaften Waldbeständen wurden fast 600 Höhlenbäume zur Sicherung der Koloniestandorte der standortstreuen Bechsteinfledermaus markiert
  • weitere 360 alte Eichen und Buchen wurden als sogenannte „Strukturbäume“ im Waldbesitz der Kommunen durch den Projektträger Naturpark Rhein-Taunus angekauft. Dabei handelt es ich um besonders vitale Bäume, die bis zu ihrem natürlichen Lebensende als wichtige Strukturelemente in unseren Wäldern erhalten bleiben sollen
  • zentrales Element für den Erhalt der Art in den bewirtschafteten Wäldern im Projektgebiet ist zudem ein mit hohem Aufwand berechnetes Lebensraummodell (computergestützte Simulation). Deren umfassende Ergebnisse wurden bereits in Form von Karten- und Datenmaterial den kommunalen Projektpartnern übergeben. Für die Kommunen stellt es ein sehr hilfreiches Instrument für den Waldnaturschutz dar und trägt so zur Erhaltung der hochwertigen, naturnahen Waldlandschaften unserer Region bei. Weitere Maßnahmen können so auch noch nach Projektende umgesetzt werden
  • die fachliche Fortbildung von Waldeigentümern, Forstleuten und Naturschützern
  • die Information der Öffentlichkeit über die Thematik Biologische Vielfalt in den Wäldern vor „unserer Haustür“

 

Ohne die Zusammenarbeit und Unterstützung durch die Städte und Gemeinden, Forstverwaltungen, die Umweltämter und den ehrenamtlichen Naturschutz wäre dieses Projekt mit seinen wertvollen Ergebnissen nicht möglich gewesen. Bereits 2016 wurde deshalb das Projekt durch Umweltministerin Priska Hinz als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt für seinen Modellcharakter ausgezeichnet. Aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt und seitens der Träger des Naturparks standen dem Naturpark 1,22 Millionen Euro zur Umsetzung zur Verfügung.

 

Biologische Vielfalt ist alles, was zur Vielfalt der belebten Natur beiträgt: Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen, ihre Wechselwirkungen untereinander und zur Umwelt sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Lebensräume. Die natürliche Vielfalt zu schützen, bedeutet nicht nur die Schönheit der Natur zu bewahren. Es bedeutet auch, die Grundlagen des Überlebens von uns allen zu sichern.

 

Offizieller Titel des vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Projekts:

Förderung eines Kolonieverbundes der Bechsteinfledermaus

im europäischen Populationszentrum

Entwicklung und Umsetzung von effizienten Schutzmaßnahmen

zur Integration in die forstliche Bewirtschaftung“

 

Ansprechpartner bei Fragen zum Projekt

Andreas Wennemann

Telefon: 061264379 oder 015161264379

Telefax: 06126955955

Email: info@naturpark-rhein-taunus.de

Internet: www.bechsteinfledermaus.eu

Ein Beitrag von Naturpark Rhein-Taunus

Naturpark Rhein-Taunus

Veitenmühlweg 5
65510 Idstein

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  • (+49) 06126 4379

Faxnummer

  • (+49) 06126 955955

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