Pflügen mit dem Rind

 Die Bedeutung des Rindes in der Vorgeschichte als Zug- und Arbeitstier – die „Erfindung des Traktors“ steht im Mittelpunkt der aktuellen Sonderschau in der Arche Nebra „Die Erfindung des Traktors – Steinzeitkraft verändert die Welt“.

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Um Interessierten praktisch erfahrbar zu machen, wie das Arbeiten mit dem vorgeschichtlichen „Traktor“ funktioniert, bietet das Besucherzentrum am Fundort der Himmelsscheibe von Nebra in Kooperation mit der Domäne Dahlem in Berlin einen externen Thementag zum Pflügen mit dem Rind an.

Neben zwei einführenden Vorträgen steht am Sonnabend, 11. Juli 2015, vor allem die Praxis – von der Geschirrkunde und dem Umgang mit den Tieren bis hin zum Führen eines Rindergespanns auf dem Feld – im Zentrum des Tages.

Anmeldungen zum Thementag der Arche Nebra in Berlin sind bis zum 30. Juni möglich.

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 Die Technik des Pflügens mit einem Ochsenpaar ist alt: Bereits vor 5.000 Jahren entdeckt man in die Zugkraft der Tiere und nutzt sie für die schwere Feldarbeit. Diese bahnbrechende Idee war der zündende Funke, aus dem Erfindungen wie Rad, Wagen, Achse und Pflug entspringen – technische Innovationen, die die Lebensweise des steinzeitlichen Menschen um 3.500 v. Chr. grundlegend verändern. Dem Prinzip der Traktion widmet sich die aktuelle Sonderschau im Besucherzentrum Arche Nebra „Die Erfindung des Traktors – Steinzeitkraft verändert die Welt“, die noch bis 1. November 2015 im Besucherzentrum am Fundort der Himmelsscheibe von Nebra zu sehen ist.

Was andernorts auf der Welt noch Alltag ist, ist hier kaum noch erlebbar. Wie oft sieht man ein Ochsengespann in Aktion auf dem Feld? Hierzulande fast nur noch im Rahmen von Veranstaltungen wie Grünlandtagen, Tagen des ländlichen Raumes u.ä. „Die Arche Nebra möchte deshalb Interessierten ermöglichen, diese Erfahrung einmal selbst zu machen“, erläutert Arche-Nebra-Geschäftsführerin Bettina Pfaff, „dazu haben wir mit der Domäne Dahlem einen perfekten Kooperationspartner gefunden.“ Die Domäne Dahlem hat 2008 begonnen ein „Zugrinderprojekt“ aufzubauen und praktiziert seitdem das Arbeiten mit dem Rindergespann. Das Landgut im Süden Berlins vermittelt in Veranstaltungen und Workshops die verschiedenen Funktionen von Bulle, Ochse und Kuh in Vergangenheit und Gegenwart. Die umfassende Bedeutung des Tieres für die bäuerliche Lebens- und Arbeitswelt wird vermittelt, um so den Zugang zur Agrargeschichte zu vereinfachen.

Der Thementag am Sonnabend, 11. Juli 2015, bietet eine Mischung aus Theorie und Praxis. Er führt in den aktuellen Forschungsstand ein und bietet die Möglichkeit, praktisch mit den Tieren zu arbeiten. Die Verbindung zwischen der Sonderschau in der Arche Nebra und dem Workshop in Berlin bietet Dr. Eva Rosenstock von der Freien Universität Berlin. Sie klärt in ihrem Kurzvortrag „Büffel, Bison oder Rind? – Zur Ordnung der Bovinen“ die Begrifflichkeiten – was z.B. der Unterschied zwischen Auerochse, Wisent, Yak, Zebu u.a. ist – und erläutert die Geschichte der Domestikation des Rindes. Der zweite Vortrag am Nachmittag „Urstier, Milchkuh, Zugochse – Rind und Mensch in der Vorgeschichte“ widmet sich dann speziell dem Rind als Arbeitstier. Dr. Eva Rosenstock erläutert, welche archäologischen Hinweise auf die Nutzung der Zugkraft des Rindes es gibt und welche Bedeutung der „Traktor der Vorgeschichte“ hatte. Dr. Eva Rosenstock studierte u.a. Ur- und Frühgeschichte und Agrarwissenschaften in Halle, München und Tübingen. Seit 2006 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Prähistorische Archäologie der Freien Universität Berlin. Dort leitet sie seit 2011 die Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe „Lebensbedingungen und biologischer Lebensstandard in der Vorgeschichte“.

In den beiden Praxisphasen am Vormittag und am Nachmittag können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem Rundgang über die Domäne und unter Anleitung von Astrid Masson die Tiere auf der Weide kennen lernen. Astrid Masson leitet den Bereich Landwirtschaft auf der Domäne Dahlem. Sie erläutert in einer kleinen „Geschirrkunde“ die Möglichkeiten der Anspannung der Tiere und gibt weitere praktische Hinweise. Am Nachmittag kann jeder Teilnehmer dann selbst einmal das Häufelschar hinter dem Zugrind führen und Kartoffeln häufeln.

Die An- und Abreise zur Domäne Dahlem, Königin-Luise-Straße 49, 14195 Berlin, erfolgt individuell. Beginn ist um 10.30 Uhr. Die Kosten betragen 49,00 € pro Person, ermäßigt 39,00 €. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, deshalb ist eine Anmeldung bis zum 30. Juni unbedingt erforderlich. Die Anmeldung erfolgt über die Arche Nebra unter Tel. 034461-25520.

Der Thementag ist Teil des Begleitprogramms zur Sonderschau “Die Erfindung des Traktors – Steinzeitkraft verändert die Welt” (27.3.–1.11.2015) in der Arche Nebra, An der Steinklöbe 16, 06642 Nebra, www.himmelsscheibe-erleben.de.

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Thementag kompakt:  Sonnabend, 11.7.2015, 10.30–17 Uhr

Rinder – Die Traktoren der Vorgeschichte

10.30 Uhr: Anreise

11 Uhr: Begrüßung

11.15 Uhr: Vortrag: „Büffel, Bison oder Rind – Über die Ordnung der Bovinen“

11.45 Uhr: Praxis 1: Annäherung an die Tiere und Geschirrkunde

12.45 Uhr: Mittagspause

14 Uhr: Vortrag:„Urstier, Milchkuh oder Zugochse – Rind und Mensch in der Vorgeschichte“

15 Uhr: Praxis 2: Arbeiten mit dem Rindergespann

Vorträge: Dr. Eva Rosenstock (Freie Universität Berlin)

Praxis: Astrid Masson (Domäne Dahlem)

Kosten: 49,00 €, ermäßigt 39,00 €, individuelle Anreise

Veranstaltungsort: Domäne Dahlem, Königin-Luise-Straße 49, 14195 Berlin, www.domaene-dahlem.de

Anmeldung bis 30.6.2015 hier: Arche Nebra, T: 034461-25520, info@himmelsscheibe-erleben.de

 

Ein Beitrag von Naturpark Saale-Unstrut-Triasland

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