Projektbeginn Nachpflege Trockenlebensräume

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Trockenlebensraum

 

Im Auftrag des Naturparks wurden bereits 2011 und 2012 innerhalb von drei Schutzgebieten erstinstandsetzende Pflegemaßnahmen erfolgreich durchgeführt. Dabei wurden stark verbuschte Bereiche freigestellt. Das Nachpflegeprojekt soll diese Bereiche weiterhin offenhalten. Des Weiteren wird eine langfristige Nutzung durch Beweidung angestrebt und durch den Naturpark vorbereitet und koordiniert.

Bei den Schutzgebieten handelt es sich um den Kohlberg bei St. Micheln/Mücheln, den Dissaugraben bei Wetzendorf und den Hirschrodaergraben. Diese Schutzgebiete gehören zum europäischen Schutzgebietsnetzwerk: Natura 2000. Dieses Netzwerk dient der Erhaltung und Wiederherstellung von europaweit gefährdeten Lebensräumen und Arten.

Die zu pflegenden Trockenlebensräume gehören zur typischen Kulturlandschaft des Projektgebietes und haben sich auf Grund alter Bewirtschaftungsweisen über Jahrhunderte entwickelt. Es handelt sich um teilweise sehr steile, flachgründige Flächen, die als Weide, Weinberg oder Streuobstwiese genutzt wurden. Da diese extensive Nutzung heutzutage sehr mühsam und weniger ertragreich ist, fielen diese Flächen nach und nach brach. Die Nutzungsaufgabe bedroht diese Lebensräume, da aufwachsende Gebüsche und Bäume das Klima auf kleiner Fläche verändern: es wird schattiger, feuchter und Biomasse sammelt sich an. Spezialisierte Pflanzenarten, die an die extremen Bedingungen (Hitze, Trockenheit, wenige Nährstoffe) besonders angepasst sind, haben gegenüber konkurrenzstärkeren Arten das Nachsehen. Als Folge werden die blütenreichen Kräuter immer seltener, was wiederum negative Auswirkungen auf blütenbesuchende Insekten hat. Auch sind offene Rohbodenbereiche oder Pflanzenteile, wie Stängel und Blätter, wichtig zur Eiablage und Überwinterung zahlreicher Insekten. Werden diese Lebensräume zerstört, gehen auch die daran angepassten Insekten verloren, was wiederum negative Auswirkungen auf die Vogelwelt, wie den Neuntöter und die Sperbergrasmücke, zur Folge hat. Trockenlebensräume nehmen in Deutschland nur einen geringen Flächenanteil ein, beherbergen aber sehr viele Arten. Deshalb sind diese Lebensräume so wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt und Teil des europäischen Netzwerkes Natura 2000.

Die Nachpflege der Trockenrasen im Naturpark SUT findet in den Zeiträumen 8.7. bis 31.8. sowie vom 1.10. bis 20.10.2013 statt. Durch Mahd wird neuer Aufwuchs und Stockausschlag entfernt. Der Naturpark koordiniert alle damit anstehenden Arbeiten.

Das Projekt ‚Nachpflege bedeutender Trockenlebensräume‘ im Naturpart SUT, wird im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum 2007-2013 (EPLR) durch finanzielle Mittel der Europäische Union und das Land Sachsen-Anhalt  unterstützt.

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Logo Europäische Kommission ELER

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Land Sachsen-Anhalt

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Natura 2000 LSA

 

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Die Stockausschläge der Gebüsche werden auch diesmal entfernt.

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Der Klappertopf zeigt magere Standorte an und ist naturschutzfachlich wertvoll. Als Halbschmarotzer betreibt er zwar Photosynthese, “klaut” Gräsern aber Wasser und Nährstoffe. Daher bei Landwirten eher unbeliebt.

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Durch die Einträge benachbarter landwirtschaftlicher Flächen ist der Aufwuchs an Kräutern und Gräsern teilweise enorm. Vorallem Brennesselbestände an anderen Stellen zeugen von hohen Nährstoffgehalten im Boden. Das Entfernen der Biomasse soll die Flächen aushagern.

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Er nutzt den Lebensraum zur Jagd, Brut und als Vorratsschrank: Insekten, kleine Vögel oder Mäuse spießt er auf Dornen auf. Auf den Flächen und am Rand sind Dornengebüsche, wie der Weißdorn, für den Neuntöter erhalten geblieben.

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Nach Abblühen wertgebender Arten wird der Aufwuchs entfernt

 

 

 

Ein Beitrag von Naturpark Saale-Unstrut-Triasland

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