Glück auf, Glück auf …

Das Naturparkteam im Stahlbergmuseum Hilchenbach-Müsen

 

Glück auf, Glück auf ….

 

so schallte es zur Blütezeit des Bergbaus in vielen Orten und Landstrichen Südwestfalens. Der Bergbau war hier Ursprung der industriellen Entwicklung und hat nicht nur die Menschen, sondern auch im besonderem Maße die Landschaft geprägt bzw. geformt. Um an die begehrten unterschiedlichen Erze des Schiefergebirges zu gelangen, gruben sich die Menschen unter harter und mühevoller Arbeit in unzähligen Stollen und Schächten kilometerweit tief ins harte Gestein.

 

Die einstige Bedeutung der Bergbauarbeit kann heute noch in den Bergbaumuseen und Besucherbergwerken eindrucksvoll nachvollzogen werden. Das Naturparkteam hatte sich im November aufgemacht und ist nach dem Besuch des Stahlbergmuseums bei Hilchenbach-Müsen in den Besucherstollen „Stahlberg“ eingefahren. Sehr eindrucksvoll hatte Herr Krause vom  Verein „Altenberg und Stahlberg e.V.“ http://www.stahlbergmuseum.de über die damalige Arbeit und Bedeutung des Bergbaus in der Region informiert. Selbst Kaiser und Könige seien damals nach Müsen gereist, um sich von der einst fortschrittlichen Qualität und Technik der Erzgewinnung und -verarbeitung zu überzeugen.

 

20170109 Gruppenfoto Muesen Innenteil Glück auf, Glück auf ...

Gruppenfoto_Bergwerk_Müsen (Foto: Naturpark_Sauerland_Rothaargebirge)

 

Ursprünglicher Weise lag der tägliche Vortrieb mit Schlägel und Bergeisen bei max. 3  bis 4 cm. Es wurde sechs Tage im Schichtbetrieb gearbeitet. Auch Kinder mussten mit anpacken. Diese durften dann jedoch sonntags nach der Kirche zur Schule gehen, um Rechnen und Schreiben zu lernen. Da stöhnt die Jugend heute über fünf Tage Schule…

 

Aufgrund der widrigen Arbeitsbedingungen lag das Durchschnittsalter der Arbeiter nur bei rund vierzig Jahren. Mit fortschreitender Entwicklung und Einsatz von Sprengstoff und Druckluft wurden die Arbeiten effizienter. Jedoch kam der Bergbau aufgrund steigender Löhne und günstigeren Erzen aus dem Ausland irgendwann zum Erliegen.

 

Heute findet man vielerorts noch Zeitzeugen dieser einst blühenden Bergbau- und der damit verbundenen Eisenindustrie. Alte Bergbauwüstungen und Gruben, mit ihren teils mächtigen Abraum- und Schlackehalden, lassen nur erahnen, wieviel Material hier aus den Bergen geschuftet wurde.

 

Diese Halden sind heute oftmals wegen ihrer Bedeutung als Sonderlebensraum für speziell angepasste Arten und wegen ihrer kulturhistorischen Bedeutung als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Die Stollen und Schächte haben zudem eine wichtige Bedeutung als Rückzugsgebiete für die streng geschützten Fledermäuse.

 

Ohne Blessuren (dank der Helme) sind alle wohlauf wieder ans Tageslicht gelangt. Anschließend wurde noch der neue Aussichtsturm bei der unweit gelegenen Bergbauwüstung Altenberg besichtigt.

 

Festzuhalten ist, dass es im Naturpark immer wieder etwas Neues zu entdecken gilt, über- wie untertage!

 

Glück Auf!

 

 

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