Bürgermeisterin Birgit Förster

Foerster

Birgit Förster, Bürgermeisterin von Niefern-Öschelbronn. Foto: pr

Frau Förster, wo genau liegt Niefern-Öschelbronn?
Niefern-Öschelbronn gehört zum Enzkreis und zählt 12.120 Einwohner. Wir sind sehr gut angebunden, liegen an der B10, quasi gegenüber von Pforzheim. Öschelbronn ist ländlich geprägt, Niefern städtisch. Vor 50 Jahren haben sich beide Ortsteile zusammengeschlossen. 2021 feiern wir also ein Jubiläum. Umso schöner, dass wir jetzt noch mehr zu feiern haben. Denn Mitgliedsgemeinde des größten Naturparks Deutschlands zu sein, ist ein weiterer Grund.

Wieso wollten Sie Naturparkgemeinde werden?

Als ich 2016 mit meiner Arbeit als Bürgermeisterin von Niefern-Öschelbronn begonnen habe, fiel mir schnell auf, dass wir nirgends dazugehören – weder zum Heckengäu noch zum Stromberg. Ich bin aber der Ansicht, dass man in einem starken Verbund mit Blick auf die Herausforderungen unserer Zeit bessere Karten hat. Der Naturpark war mir bereits aus meiner Zeit als Hauptamtsleiterin der Mitgliedsgemeinde Neubulach bekannt. Ich war bei diversen Sitzungen dabei, bin vertraut mit den Themen, für die sich der Naturpark stark macht und mit der Förderkulisse, die sich für beteiligte Gemeinden ergibt. Mein Wunsch war, unsere Natur durch dieses Prädikatssiegel in den Vordergrund zu rücken. Das habe ich dem Gemeinderat so präsentiert, dem wurde zugestimmt, und wir haben den Aufnahmeantrag gestellt. Das war vor drei Jahren.

Wie sieht so ein Antrag auf Mitgliedschaft aus?
Das Prozedere für Gemeinden ist eher unkompliziert. Förderanträge sind definitiv umfangreicher und aufwändiger auszufüllen. Nach Antragstellung lief der meiste Schriftwechsel zwischen Landratsamt und Regierungspräsidium ab, um die Rahmenbedingungen abzustimmen. In unserem Fall musste beispielsweise geklärt werden, ob wir geologisch betrachtet dem Schwarzwald zugeordnet werden können. Dass über unsere Gemarkung der Europäische Wildtierkorridor führt – vom Schwarzwald hin zum Stromberg – war sicherlich auch ein Punkt für unsere Ecke, ebenso die Tatsache, dass unsere Bebauung von FFH-Gebieten (Anm. Red.: Fauna-Flora-Habitate) umgeben und ein Viertel unserer Gemeindefläche bewaldet ist.

Was bringt die Zugehörigkeit konkret?
Ich möchte auf den Schatz, den wir als Gemeinde durchaus haben, aufmerksam machen. Wir sind kein klassisches Urlaubsziel, aber wir beherbergen viele Berufspendler, die durch das Prädikat ‚Naturparkgemeinde‘ möglicherweise mit ihren Familien wiederkommen. Und warum auch nicht? Unsere Lage ist ideal für Ausflüge in die Region, nach Freudenstadt oder Bad Wildbad. Außerdem wollen wir unser eigenes Freizeitangebot durch die Mitgliedschaft mit Leben füllen: die Naturparkausstellung und die Naturpark-Märkte zu uns einladen oder für unsere Kinder die Naturpark-Detektive in einen Walderlebnispfad mit QR-Codes integrieren. Auch unsere Gastronomen können als Naturpark-Wirte erfolgreicher für sich werben. Die Strahlkraft ist einfach eine andere als Portalgemeinde, der Austausch in einem Verbund bunter. Das alles wollen wir engagiert nutzen und unsere Unternehmen und Einwohner dazu einladen, sich mit ihren Ideen einzubringen. Es ist eine Chance, die sie hoffentlich auch ergreifen.

Dann liegt der Fokus klar auf Stärkung des Tourismus?
Nein, das wäre zu kurz gegriffen. Ich möchte ein Bewusstsein bei den Bürgern schaffen – für unsere Natur und die Themen, für die der Naturpark steht: Die Identifizierung mit der Heimatregion und der Natur, in der wir leben, dass wir sie schützen und wertschätzen, nicht zuletzt deshalb, weil wir ein Teil von ihr sind.

Vorabdruck des Interviews, das in der neuen Ausgabe der Zeitung NaturparkNews im Sommer 2021 erscheint. Interview: Jürgen Wünsche, MCE-Ideenschmiede, Leinfelden-Echterdingen

Ein Beitrag von Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord

Naturpark Schwarzwald

Hauptstraße 94
77830 Bühlertal

Telefon

  • 072239577150

Faxnummer

  • 0722395771519

Email Adresse

Webseite

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert