Der König des Waldes

Rothirsch Artikelbild c pixabay Der König des Waldes

Röhrender Hirsch – zur Brunftzeit weithin zu hören.

Im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord liegt das größte Rotwildgebiet Baden-Württembergs. Der prominenteste Vertreter der Tierwelt ist der Rothirsch – höchste Zeit, ihn einmal in der Rubrik “Prominent” zu würdigen.

Nicht unsonst trägt der Rothisch den Titel “König des Waldes”. Er ist das größte wilde Landsäugetier Deutschlands. Mit einer Schulterhöhe von bis zu 1,50 Metern erreicht er in unseren Breiten ein Gewicht von bis zu 130 Kilogramm. Die Hirschkühe sind rund ein Drittel kleiner als die Männchen und tragen kein Geweih. Seinen Namen hat der Rothirsch von seinem rotbraunen Sommerfell. Das Winterfell ist graubraun. Im Unterschied zum Reh, das eher ein Einzelgänger ist, sind Hirsche Rudeltiere und sehr gesellig.

Hirschkühe Artikelbild c pixabay Der König des Waldes

Im Winter braucht das Rotwild Ruhe ganz besonders.

 

Das auffälligste ist natürlich das Geweih aus Knochensubstanz beim männlichen Tier. Das Hirschgeweih wächst jedes Jahr aufs Neue und es dauert rund 100 Tage, bis es seine endgültige Größe hat. Solange es wächst, ist es von einer weichen, stark durchbluteten behaarten Haut, dem so genannten Bast, überzogen. Der Bast stirbt schließlich ab, der Hirsch streift ihn an Bäumen und Büschen ab. Nach der Brunftzeit wirft der Hirsch sein Geweih ab. Je älter das Tier ist, desto mehr Enden oder Sprossen hat sein Geweih.

In der fünf- bis sechswöchigen Brunftzeit im September und Oktober kämpfen die Hirsche darum wer sich mit den Hirschkühen paaren darf. Den stärksten, der dann beim Rudel bleibt, nennt man Platzhirsch. Eine schwangere Hirschkuh bringt nach rund 230 Tagen Tragzeit in der Regel nur ein Kalb zur Welt.

Hirschkälber Artikelbild c pixabay Der König des Waldes

Hirschkälber haben noch ein Fell mit weißen Punkten.

Der Lebensraum der Rothirsche sind ursprünglich offene Landschaften. Sie fressen am liebsten Gras. Durch die Beschränkungen in ihrem natürlichen Lebensraum  aufgrund von Straßenbau, Verkehr und Jagddruck haben sie sich bei uns jedoch weit in die Wälder zurückgezogen. Sie sind sehr intelligent und höchst sensibel, reagieren schnell auf Bedrohungen und geben das Wissen durch ihr verändertes Verhalten an ihre Jungen weiter.

Rothirsch Kaltenbronn Der König des Waldes

In der Brunftzeit ist das Röhen des Rothirsches weithin hörbar. (Foto: Stefan Dangel)

Zudem sollen Hirsche in den meisten Bundesländern, auch in Baden-Württemberg, nur in amtlich ausgewiesenen Verbreitungsgebieten vorkommen. Die fünf Rotwildgebiete im Ländle sind die Wälder in Norschwarzwald, Südschwarzwald, Allgäu, Schönbuch und Odenwald. So meiden die Hirsche offene Landschaften und ernähren sich im Wald hauptsächlich von Blättern, Zweigen, Sprossen und Rinde junger Bäume, was  immer wieder zu Schäden in der Forstwirtschaft führt.

Davon unabhängig ist der Schutz des stolzen Wilds eine wichtige Angelegenheit. Besonders im Winter brauchen die Hirschrudel Ruhe. Störungen und Stress setzen ihrem Energiehaushalt in der nahrungsarmen Zeit zu – und dies sorgt umso mehr für Schäden im Wald. Wer also winterliche Waldspaziergänge, Skilanglauf oder Schneeschuhtouren unternimmt, muss unbedingt auf den vorgesehenen Wegen, Loipen und Trails bleiben, nicht lärmen und keinen Abfall hinterlassen. Das nützt auch den anderen Tieren im Winterwald.

Rothirsch 2 Artikelbild c pixabay Der König des Waldes

Rothirsche sind äußerst aufmerksam und schlau.

(Fotos: pixabay)

Ein Beitrag von Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord

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