Die Gottesanbeterin

Sabine Sternberg Gottesanbeterin eigener Garten Gernsbach Obertsrot 1 Artikelbild Die Gottesanbeterin

Als ob sie für die Kamera posieren wollte: Gottesanbeterin im Privatgarten der Fotografin in Gernsbach. (Foto: Sabine Sternberg)

Man vermutet sie in südlichen Regionen – und dort kommt sie ursprünglich auch her: aus Afrika. Doch schon 1756 wurde in Deutschland bei Frankfurt ein Exemplar entdeckt. Zuerst lebte die Gottesanbeterin (Mantis religiosa), diese bizarre Fangschrecke, nur in bestimmten Wärmeinseln, zum Beispiel am Kaiserstuhl bei Freiburg. Inzwischen ist sie in allen Bundesländern nachgewiesen. Und sie kommt nicht zuletzt vor der Haustür des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord vor: Direkt gegenüber der Geschäftsstelle lebt sie in den historischen Trockenmauern auf dem Engelsberg, einem der steilsten Weinberge Europas. Sie gilt allerdings als gefährdet und darf nicht gefangen oder gehalten werden.

Gaby Kruß Gottesanbeterin Artikelbild Die Gottesanbeterin

Meistens ist Mantis grün, es kommen aber auch Exemplare in anderen Farben vor. (Foto: Gaby Kruß)

Natürlich bevorzugt die Gottesanbeterin überall warme, sonnenbeschienene Standorte, meist in Südlage gelegene Gras- und Buschlandschaften, sowie Halbtrockenrasen mit lockerer Vegetation. Und dort geht sie mit ihrer typischen Pose, die ihr den Namen gegeben hat, auf die Jagd. Mit den wie zum Gebet erhobenen, abgewinkelten Vorderbeinen, die mit spitzen Fangkrallen besetzt sind, pirscht sie sich langsam an die Beute heran. Und dann schnappt sie mit mörderischer Geschwindigkeit zu: sechsmal schneller als ein menschlicher Wimpernschlag. Sie betäubt die Beute nicht, sondern hält sie einfach fest und frisst sie bei lebendigem Leib auf. Das sechs bis 7,5 Zentimeter große Insekt fängt auch manchmal kleine Wirbeltiere wie Frösche, Eidechsen oder Mäuse.

Kim Patricia Laubner Gottesanbeterin Sasbachwalden Spielplatzrutsche Bachmatt Artikelbild Die Gottesanbeterin

Dieses Exemplar wurde in Sasbachwalden auf einer Spielplatzrutschbahn gesichtet (Foto: Kim Patricia Laubner)

Nach der Paarung sollte sich das kleinere Männchen schleunigst aus dem Staub machen, denn es kommt vor, dass es sonst vom Weibchen verspeist wird. Allerdings passiert das nicht zwingend. Einige Tage später legt das Weibchen 100 bis 200 Eier. Diese können den Winter bei Temperaturen bis zu minus 40 Grad überstehen, während die erwachsenen Tiere im Spätherbst sterben. Die etwa sechs Millimeter langen Larven schlüpfen im Mai und Juni und durchlaufen mehrere Larvenstadien. Gegen Ende Juli, Anfang August erscheinen die ersten erwachsenen Tiere (Imagines). Etwa 14 Tage nach der Imaginalhäutung werden die Tiere geschlechtsreif.

Ein Beitrag von Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord

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