Hannes Schmidt

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Hannes Schmidt, Geschäftsführer der BOAR Distillery, setzt auf Handarbeit und regionale Zutaten. Foto: pr

BOAR Gin stürmt seit einiger Zeit die Spirituosen-Charts. Der Schwarzwald-Gin aus Bad Peterstal-Griesbach begeistert weltweit. Die Macher hinter dem „besten Gin der Welt“ (Global Spirits Award Las Vegas 2017) und “Gin des Jahres” (Internationaler Spirituosen Wettbewerb 2019) heißen Markus Kessler, Torsten Boschert und Hannes Schmidt. Im Naturpark-Newsletter erklärt Inhaber und Geschäftsführer Hannes Schmidt, was hinter dem Boar-Erfolg steckt und was die preisgekrönte Spirituose mit dem Naturpark-Projekt „Wilde Sau“ zu tun hat.

Frage: Herr Schmidt, mit Ihrem BOAR Gin sammeln Sie zurzeit Auszeichnungen und Medaillen. Was macht BOAR Gins so besonders?

Hannes Schmidt: Besonders machen unseren Gin sicherlich die Qualität und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. Wir haben uns dazu entschieden, einen London Dry Gin zu kreieren, der sich aber deutlich von den klassischen Gins abhebt. Die Milde bei 43% und der zugleich wunderbar große, einzigartige Geschmack machen ihn zu etwas Besonderem. Und: was lecker ist, findet den Weg ins Regal. Vielleicht nicht in jedes, aber das könnten wir auch nicht leisten. Wir produzieren in Handarbeit. Mit Liebe zum Detail in jedem Schritt der Herstellung. Das limitiert unseren Output zu Gunsten höchster Qualität ganz wesentlich und schießt uns in Sachen Quantität sicherlich ins Abseits. Das grenzt uns zugleich aber auch von anderen Gin-Produzenten im Schwarzwald ab, die sich für das industrielle Format entschieden haben und beispielsweise in mehr als 70 Länder exportieren. Wenn wir uns auf die Bars und Genießer beschränken, die bei der Qualität keinen Kompromiss eingehen wollen, sind wir ausgelastet. Sie merken schon, wir denken eher idealistisch und weniger profitorientiert.

Und welche Entwicklung resultiert daraus?

Schmidt: Die daraus resultierende Entwicklung ist für unsere kleine Familienbrennerei sehr erfreulich. Wir brennen seit 1844 und bis 2014 war das hauptsächlich Obst. Da war unser Marktgebiet 170 Jahre lang eher klein und überschaubar. Durch die vielen Goldmedaillen wächst die Bekanntheit innerhalb der Fachwelt stark, vor allem auch dadurch, weil man unsere kleine Familienbrennerei bislang noch nicht auf dem Schirm hatte. Das hatte man eben nur regional, aber nicht national oder gar international. Und dennoch sind wir wohl immer noch eher ein exklusiver Geheimtipp, denn unsere Kapazität orientiert sich eben an dem höchsten Qualitätsanspruch.

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Welche Geschichte steckt hinter dem Namen „BOAR Gin“?

Schmidt: Den Namen verdankt unser Gin einer der Zutaten in unserer Rezeptur. Insgesamt haben wir 19 Botanicals in unserem Gin aufeinander abgestimmt. Neben der Hauptzutat Wacholder sind dies zum Beispiel noch Lavendel, Thymian, Schalen von Zitrusfrüchten, Piment, Kardamom und Trüffel aus dem Schwarzwald! Auf den Trüffel kamen wir übrigens nur durch Zufall. Ein Bekannter hat mir von seiner Trüffelplantage erzählt. Ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, dass der Schwarzwald bis Mitte der 1930er Jahre eine bedeutende Trüffelregion war und die Suche damals verboten wurde. Ich hatte spontan Trüffel geordert und wir haben diese unserer Rezeptur beigegeben. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon knapp ein Jahr an der Rezeptur gefeilt. Geschmacklich beeinflusst der Trüffel unseren Gin nicht, aber wir konnten eine extrem spannende Entdeckung machen: Der Trüffelpilz löst eine harmonisierende Wirkung auf unser Destillat aus, entzieht ihm Bitterstoffe und Schärfe, macht ihn also wunderbar mild. Das klingt nun vermutlich recht einfach, ist aber in Wirklichkeit ein recht komplexer Sachverhalt. Und bekanntlich suchen ja die Wildschweine den Trüffel. Da lag es Nahe, die Wildsau als Ikone zu wählen und die englische Übersetzung für den Keiler ist „BOAR“. Das hat uns dann auch gleich als Name sehr zugesagt.

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Im Rahmen des Projekt „Wilde Sau – Schwarzwild aus dem Schwarzwald“ bieten Sie auch Tastings an. Wo und wann sind Sie gemeinsam mit der „Wilden Sau“ on tour?

Schmidt: Wir werden am Samstag, 25. Januar, in der Geroldsauer Mühle in Baden-Baden beim Wilde-Sau-Aktionstag zugegen sein. Von 11 bis 19 Uhr gibt es in der Mühle dann Wissenswertes rund ums Thema Wildschwein, viel Leckeres zum Probieren – und natürlich auch unseren Gin. Wir freuen uns schon sehr darauf! Und wer an diesem Tag keine Gelegenheit hatte vorbeizukommen, kann natürlich jederzeit ein Gin-Tasting hier bei uns in der Boar-Distillery in Bad Peterstal-Griesbach buchen.

Ihre Familienbrennerei liegt in Bad Peterstal-Griesbach und damit mitten im Naturpark. Was ist für Sie das Besondere an Ihrer Heimat?

Schmidt: Als wir 2015 an den Neubau unserer Brennerei gegangen sind, haben wir uns trotz des eingeschränkten Platzangebotes und der schwierigen Gegebenheiten durch die Hanglage unseres Standortes ganz bewusst dazu entschieden, auf unserem bisherigen Grundstück in Bad Peterstal, also mittem im Naturpark, zu bleiben. Das hing einerseits damit zusammen, dass wir schon seit fast zwei Jahrhunderten genau da unseren Sitz haben und zum anderen liegt es an dem positiven Umstand, dass wir eine eigene Quelle mit wertvollstem Gebirgsquellwasser besitzen. Was der berühmte Mineralbrunnen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft in die ganze Welt verkauft, verarbeiten wir in unseren Destillaten. Und Wasser spielt eine ganz wesentliche Rolle in jedem Destillat. Mit Wasser beginnt der Herstellungsprozess und beim Herabsetzen des Destillats auf die Trinkstärke mit Wasser endet dieser. Und weil wir unser Wasser so sehr lieben, binden wir die Quelle und den Schwarzwald auch in unseren visuellen Gesamtauftritt ein.

Lässt Ihnen die Arbeit in der Boar-Distillery noch Zeit für Ausflüge – und wenn ja, wo ist Ihr Lieblingsplatz im Naturpark?

Schmidt: Aber natürlich! Einen konkreten Lieblingsplatz kann ich im Grunde gar nicht nennen, ohne andere Plätze zu vernachlässigen. Ich mag den Weitblick und den finde ich zum Beispiel auf dem Moosturm oder oberhalb des Mummelsees auf der Hornisgrinde.

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Ein Beitrag von Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord

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