Hansjörg Mair

Prominent Mair Hansjörg Mair

Hansjörg Mair ist seit Herbst 2017 Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH. Foto: pr

Herr Mair, als Neu-Schwarzwälder sind Sie in den ersten Monaten viel herumgekommen, haben zahlreiche Gespräche geführt und die Region näher kennengelernt. Was hat Sie am meisten beeindruckt?

Neben der ungeheuren Vielgestaltigkeit der Landschaft und der Vielfalt der Dörfer und Städte beeindruckt mich die Lebensart der Menschen hier, dieses Genussbetonte und Herzliche. Man fährt sehr gerne mit dem Rad, ist in der Natur, gönnt sich auch ein gutes Glas Wein oder ein frisches Bier. Was mich überrascht hat ist, wie viele sogenannte Hidden Champions, Weltmarktführer aus den unterschiedlichsten Branchen, im Schwarzwald zu finden sind. Das empfinde ich als große Bereicherung.

Sie möchten den Schwarzwald zu einem der begehrtesten Lebensräume Deutschlands machen. Welche Angebote wollen Sie ausbauen? Und wo stimmt die Mischung schon?

Ich hatte gerade das Stichwort Hidden Champions genannt. Diese und viele weitere Unternehmen tragen wie wir den Namen Schwarzwald in die Welt hinaus. Sie schaffen Arbeitsplätze und machen so auch eine an sich abgelegene Region oder ein Tal zu einem liebenswerten und begehrten Lebensumfeld. Andererseits haben sie es vielleicht besonders schwer, Fachkräfte zum Umzug von der Stadt aufs Land zu bewegen. Hier können Tourismus- und Regionalentwicklung gemeinsam Hilfestellung geben, indem wir ein lebenswertes Umfeld, einen Wohlfühlraum mit einem stimmigen Freizeitangebot schaffen. Wir sollten immer darauf achten, dass die touristische Infrastruktur vor allem auch den Freizeitwert für die Einwohner stärken kann. Auch die Schwarzwälder sollen ihre Region nicht nur als Arbeits- und Lebensraum wahrnehmen, sie sollen auch gerne hier ihre freie Zeit verbringen, ein Angebot finden, was sie aus dem Alltag entführt.

Beim Projekt „Trekking Schwarzwald“ dürfen naturverbundene Wanderer ab dem 1. Mai wieder mit Zelt und Schlafsack mitten im Wald übernachten. Welche Rolle spielen Naturerlebnisangebote im Tourismus?

Natur ist neben Kultur und Kulinarik eines der Hauptthemen unserer Region. Naturerlebnisangebote sind nicht hoch genug einzuschätzen. Menschen suchen die Nähe zur Natur: auf dem Fahrrad, beim Wandern, beim Trekking oder bei geführten Touren, bei denen sie quasi an die Hand genommen werden und sie nicht mit Unwägbarkeiten rechnen müssen. Andere wollen den direkten Kontakt, sich auf den Waldboden zum Schlafen legen, am Lagerfeuer sitzen, einige Tage sich ganz aus dem Alltag verabschieden. Ich glaube, da können wir im Schwarzwald gerade dank der Vielfalt der Region noch einiges an Naturerlebnis-Angeboten entwickeln.

Mit dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und dem Naturpark Südschwarzwald liegen zwei der drei größten Naturparke Deutschlands im Schwarzwald. Beides sind aktive, gut vernetzte Akteure, die zahlreiche Projekte auf die Fläche bringen. Bei welchen Gästen kann eine Region mit den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz besonders punkten?

Mit einer intakten Umwelt können wir eigentlich bei allen Gästen punkten. Der Schwarzwald wird draußen gerne als „heile Welt“ gesehen und ich glaube, dass die Mehrzahl unserer Gäste Anregungen für einen nachhaltigen und umweltverträglichen Urlaub von uns erwartet oder zumindest dankbar aufgreifen wird. Mit KONUS, der Gästekarte als ÖPNV-Freifahrtticket in der gesamten Ferienregion ist der Schwarzwald zum Vorbild für viele andere Regionen geworden. Wir wollen noch mehr Anreize schaffen, das Auto stehen zu lassen und die Region mit Bus und Bahn zu entdecken. Gerade entwickeln wir mit einem Partner ein digitales Programm, das an jedem denkbaren Aufenthaltsort in der Region jederzeit Tipps für Ausflüge ganz nach gusto und abhängig vom Wetter gibt. Es ermittelt auch gleich, wo der nächste Bus oder Zug dorthin startet, wie die Verbindungen sind und wie viel Zeit man einplanen sollte. Das ist ein Beispiel für die häufig beschworene Digitalisierung im Tourismus: Wir führen per Algorithmus alle Daten zusammen, bereiten sie auf und spielen sie zum Beispiel aufs Smartphone aus. Davon profitieren auch die Einheimischen, die dann vielleicht auch gerne das Auto stehen lassen. Und das ist dann wieder ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.

Die Verwendung regionaler Erzeugnisse in der Küche ist ein wichtiges Thema in der Naturparkarbeit. Und traditionelle Gerichte sind bei den Naturpark-Wirten ein Dauerbrenner. Welches Schwarzwälder Gericht oder Produkt schmeckt Ihnen besonders gut?

Ein raffiniert zubereiteter Rehrücken mit frischen Pilzen, Schwarzwaldforelle auf dem Heubett oder im Kräutermantel, Carpaccio von der Bio-Rinderlende, Kaninchenrückenfilet … Schon die Frage macht Lust auf mehr. Gebratener Ziegenkäse, Stangenspargel mit luftgetrocknetem Schinken oder mit Forellenfilet, Rinderleber mit Brägele oder auch schlicht das Badisch Dreierlei auf der Wanderhütte – ich möchte mich gar nicht auf ein einzelnes Gericht festlegen. Dass die aktuellen Gourmetführer mehr als 300 Köche und Küchen mit Sternen, Hauben, Feinschmeckerpunkten oder Kochlöffeln auszeichnen, hat ja einen guten Grund. Die Raffinesse und Vielfalt der badisch-schwäbischen Küche mit ihren Schweizer, Elsässer und internationalen Einflüssen ist unschlagbar (gut).

Ein Beitrag von Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord

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77830 Bühlertal

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