Lebensraum für Auerhühner geschaffen

Bilanz011 Lebensraum für Auerhühner geschaffen

Vorher und nachher: Mehr Licht im ansonsten dichten Wald begünstigt eine vielfältige Bodenvegetation – wie hier in Grömbach. Foto: Susanne Marx

Karl-Heinz Dunker, Geschäftsführer des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord, zog jetzt eine positive Bilanz des Projekts „Lücken für Küken“. „Wir kommen gut voran: 2018 wurden rund 30 Hektar, in diesem Jahr sogar 60 Hektar Waldfläche umgestaltet. Die Bereitschaft der kommunalen Waldbesitzer, mehr Lebensraum für das Auerhuhn zu schaffen, ist da. Und unsere fachliche Begleitung auf den jeweiligen Flächen wird rege angenommen. Bei den privaten Waldbesitzern wollen wir in den kommenden Monaten verstärkt für die Teilnahme am Projekt werben“, erklärte Dunker.

Bilanz021 Lebensraum für Auerhühner geschaffen

Die beste Voraussetzung für die dauerhafte Existenz des Auerhuhns ist ein lichter, strukturierter Nadelholzbestand mit Tannen, Kiefern und Fichten und eine gut entwickelte Bodenvegetation. Foto: Naturpark

Das Projekt ist Teil des Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt des Landes Baden-Württemberg und legt den Schwerpunkt auf die Verbesserung des Lebensraums. Zurzeit beheimatet der Schwarzwald die größte Auerhuhnpopulation Zentraleuropas außerhalb des Alpenraums. Voraussetzung für die dauerhafte Existenz des Auerhuhns ist jedoch ein lichter, strukturierter Nadelholzbestand mit Tannen, Kiefern und Fichten sowie eine gut entwickelte Bodenvegetation, die die für das Auerwild existentiellen Heidelbeeren enthält. „Für die Schaffung oder Erhaltung von solch lichten Flächen sind Pflegeeingriffe durch den Menschen erforderlich“, weiß Matthias Mohaupt, beim Naturpark für das Projekt „Lücken für Küken“ zuständig. Insgesamt 300 Hähne werden laut „Aktionsplan Auerhuhn“ als Mindestmaß für eine gesunde Population veranschlagt – bei der jüngsten Zählung 2019 wurden jedoch nur noch 137 Hähne erfasst. Mohaupt hofft, dass die Habitat-Pflegemaßnahmen diesen negativen Populationstrend stoppen können. „Mehr Licht im ansonsten dichten Wald begünstigt eine vielfältige Bodenvegetation, Bäume mit niedrigen Ästen und eine hohe Strukturvielfalt. Auf diese Weise entstehen deutlich bessere Nahrungs-und Versteckmöglichkeiten für Altvögel und frisch geschlüpfte Küken“, so Mohaupt.

Bilanz031 Lebensraum für Auerhühner geschaffen

Für die Schaffung oder Erhaltung von lichten Flächen im Schwarzwald sind Pflegeeingriffe durch den Menschen erforderlich. Foto: Naturpark

Während sich 2018 im Naturpark die Stadt Bühl und die Gemeinde Weisenbach beteiligten, setzten 2019 gleich acht weitere Kommunen Pflegemaßnahmen um, darunter Gernsbach, Bühlertal, Ottersweier, Oppenau, Grömbach, Loffenau und Oberreichenbach. Die größte Fläche, auf der Pflegemaßnahmen durchgeführt wurden, lag mit 15 Hektar im Baden-Badener Stadtwald. Für das kommende Jahr wurden im Gebiet des Naturparks bereits mehr als 40 Hektar in die Planung aufgenommen. Wissenschaftlicher Projektpartner zur Umsetzung des Projekts ist die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, weiterer Kooperationspartner ist der Naturpark Südschwarzwald.

Bilanz04 Lebensraum für Auerhühner geschaffen

Eine hohe Strukturvielfalt im Wald begünstigt die Nahrungs- und Versteckmöglichkeiten für Altvögel und frisch geschlüpfte Küken. Foto: FVA/Markus Varesvuo

Ein Beitrag von Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord

Naturpark Schwarzwald

Hauptstraße 94
77830 Bühlertal

Telefon

  • 072239577150

Faxnummer

  • 0722395771519

Email Adresse

Webseite

» Route auf Google Maps anzeigen

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>