“Lücken für Küken” zum Schutz des Auerwilds

Naturparke Neuigkeiten am 13. Dezember 2018

Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord engagiert sich mit Partnern intensiv fürs Auerhuhn. Das Projekt "Lücken für Küken" gehört zur Biodiversitätsstrategie des Landes Baden-Württemberg.

 

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Balzender Auerhahn. Im Schwarzwald gibt es nur noch 165 Exemplare. (Foto: Marco/Adobe Stock)

Der Auerhahn ist der Charaktervogel des Schwarzwalds. Leider ist sein Bestand in den letzten Jahren stark zurückgegangen und er ist hier vom Aussterben bedroht. Nur noch 165 Hähne wurden gezählt. Deshalb engagiert sich der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord gemeinsam mit dem Naturpark Südschwarzwald und unter Federführung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (LVA) Baden-Württemberg für das Auerwild.

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Die Auerhenne ist unscheinbar – und völlig geruchlos, um bei der Brut vor Fressfeinden geschützt zu sein. (Foto: Hans/pixabay)

Es gilt, für die seltenen Vögel mehr Lebensraum zu schaffen. Auerwild braucht lichte Strukturen mit Heidelbeersträuchern in einer bestimmten Höhe, die nicht nur Versteckmöglichkeiten, sondern im Sommer auch die Hauptnahrung bieten: Beeren, Blätter, Knospen und – für die Küken – Insekten. Auf solchen Freiflächen sind sehr viel mehr Insekten unterwegs als im dichten dunklen Wald. Deshalb sind solche Lücken für Küken überlebenswichtig. Sie schlüpfen Ende Mai mit einem Gewicht von 30 Gramm und müssen innerhalb eines Jahres auf 3000 Gramm kommen. Nur die Küken nehmen tierische Nahrung zu sich, um dieses Turbowachstum zu schaffen. Erwachsene Auerhühner sind quasi Veganer. Das Wetter spielt eine wichtige Rolle, relative Wärme und Trockenheit sind günstig für die Küken, auch wenn die Art insgesamt kühlere Regionen bevorzugt. Der Klimawandel beeinflusst auch das Auerhuhn.

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Typisches Auerwildhabitat mit Heidelbeersträuchern. (Foto: Dangel/Naturpark Schwarzwald Mitte Nord)

Im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord wurde extra eine Stelle für die Auerwild-Habitatpflege geschaffen. Matthias Mohaupt akquiriert bei kommunalen und privaten Waldbesitzern Flächen, die fürs Auerhuhn gerodet werden sollen. Dabei kommt es weniger auf deren Größe an – 30 bis 50 Meter im Durchmesser genügen –, sondern auf die Abstände dazwischen, die nicht zu groß sein dürfen. Die FVA setzt auch Drohnen ein, um aus der Luft geeignete Flächen identifizieren zu können und eine Bestandsaufnahme vorhandener Auerwildhabitate zu machen.

Das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt im Rahmen seines Biodiversitätsprogramm. Der offzielle Projektname wird mit einem Augenzwinkern “LüfüKü im PKW” abgekürzt – für “cken r ken im Privat- und Kommunalwald”.

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Die Drohne der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt wird unter anderem zur Suche von Auerwildlebensräumen eingesetzt. (Foto: Dangel/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord)

Ein Beitrag von Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord

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