Mit Humus auf den Klimawandel reagieren

Vorstellung Naturpark Humusprojekt Mit Humus auf den Klimawandel reagieren

Die Klimaexperten vom Naturpark Karl-Heinz Dunker (r.) und Paul Hofmann (vorne l.) sprachen mit Landwirtschaftsminister Peter Hauk (Dritter v. r. hinten) auf dem Aspichhof in Ottersweier über den aktuellen Stand des Humusprojekts. Dabei waren auch: Thomas Stammel (Duravit), Hans-Peter Behrens (MdL), Tobias Wald (MdL), Dr. Ewald Glaser (Landwirt Aspichhof) (v. l.) und Sohn Simon Glaser (vorne r.). Foto: Gundi Woll/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Was können Landwirtinnen und Landwirte tun, um auf die Wetterextreme des Klimawandels zu reagieren? Humus auf den Äckern aufbauen, ist eine Möglichkeit. Darüber, was genau Humus leisten kann, haben die Klimaexperten vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord am 4. August mit dem Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg, Peter Hauk, auf dem Aspichhof in Ottersweier (Landkreis Rastatt) gesprochen. Aus der Politik waren zudem dabei: die Landtagsabgeordneten Tobias Wald (CDU), Hans-Peter Behrens (Bündnis 90/Die Grünen) und Thomas Hentschel (Bündnis 90/Die Grünen).

Der Naturpark hat ein Humusprojekt aufgesetzt, mit dem er Landwirtinnen und Landwirte dabei unterstützt, auf eine regenerative Landwirtschaft umzusteigen. Einer der teilnehmenden Betriebe ist der Aspichhof in Ottersweier von Familie Glaser. „Mit dem Humusprojekt greifen wir auf dem Aspichhof eine alte Tradition auf. Wir haben schon immer an innovativen Projekten teilgenommen und waren Impulsgeber“, erklärt Dr. Ewald Glaser die Motivation, beim Projekt mitzumachen und auf einer Versuchsfläche Humus aufzubauen.

„Mit seinem Humusprojekt ist der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord Vorreiter auf diesem Gebiet“, bestätigt Hauk. Das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt finanziell. Denn, sagt Minister Hauk: „Ich bin überzeugt davon, dass das Humusprojekt langfristig etwas zum Klimaschutz beitragen kann.“ Sichtbare Erfolge ließen sich jedoch erst nach einigen Jahren feststellen. Den Naturpark sieht er als zentralen Vermittler zwischen Landwirtinnen und Landwirten, der regionalen Wirtschaft, den Kommunen und der Politik.

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Landwirtschaftsminister Peter Hauk schaut sich mit dem Landtagsabgeordneten Tobias Wald und dem Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker den frischen Humus auf dem Aspichhof an. Foto: Gundi Woll/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

So schützt Humus das Klima
Humus entzieht der Atmosphäre klimaschädliches CO2. Durch eine Erhöhung des Humusgehalts im Boden um nur ein Prozent werden der Atmosphäre pro Hektar etwa 50 Tonnen CO2 entzogen. Zudem ist Humus ein hervorragender Wasserspeicher und fördert die Biodiversität.

„Indem Landwirtinnen und Landwirte Humus auf ihren Äckern aufbauen, machen sie diese widerstandsfähiger gegen die immer häufiger auftretenden Trockenphasen“, erklärt Karl-Heinz Dunker, Geschäftsführer des Naturparks. „Damit tragen sie dazu bei, die Fruchtbarkeit ihrer Böden zu sichern.“ Zusammengefasst: „Das Humusprojekt hilft dem Klima, der Natur und der regionalen Landwirtschaft“, sagt Tobias Wald auf dem Aspichhof. Der Landtagsabgeordnete aus Ottersweier war von Beginn an von dem Projekt überzeugt und setzte sich für seine Förderung ein.

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Simon Glaser baut auf einem Maisfeld auf dem Aspichhof Humus auf. Erste kleine Erfolge sind auf der Versuchsfläche schon sichtbar. Foto: Gundi Woll/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

So funktioniert das Humusprojekt
Die teilnehmenden Landwirtinnen und Landwirte können auf ein umfangreiches Weiterbildungsangebot zugreifen. In den Seminaren erhalten sie das notwendige Wissen zu Bodenprozessen und Techniken zum Humusaufbau. Zum Angebot gehören mehrtägige Basiskurse, themenspezifische Aufbaumodule und sogenannte Feldtage mit viel Praxis auf beispielhaften Höfen. Die Inhalte gestalten die Projektmanager des Naturparks, Florian Schmid und Paul Hofmann, gemeinsam mit renommierten Expertinnen und Experten aus dem Bereich der regenerativen Landwirtschaft. Bei der Durchführung des Projekts kooperiert der Naturpark mit dem gemeinwohl-orientierten Unternehmen positerra.

Eine finanzielle Unterstützung für die Landwirtinnen und Landwirte bei der Umstellung auf eine regenerative Landwirtschaft ermöglichen regionale Partnerschaften. Emittenten wie Unternehmen und Institutionen gleichen über Humusprämien regional einen Teil ihrer Emissionen aus und helfen so Landwirtinnen und Landwirten dabei, Humus aufzubauen. Es handelt sich um einen freiwilligen Ausgleich, nicht um den Erwerb von Zertifikaten.

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Humus entzieht der Atmosphäre klimaschädliches CO2, ist ein hervorragender Wasserspeicher und fördert die Biodiversität. Foto: Gundi Woll/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

„Teilnehmende Emittenten können über den Naturpark direkt nachvollziehen, in welchen Partnerbetrieben ihre Emissionen ausgeglichen werden. Das stärkt das Bewusstsein für die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte und schafft vielfältige Möglichkeiten für eine vertiefte, partnerschaftliche Zusammenarbeit“, sagt der Geschäftsführer des Naturparks, Karl Heinz Dunker.

Das Bademöbeldesignunternehmen Duravit aus Hornberg ist Anfang des Jahres als erster Emittent in das Humusprojekt eingestiegen. Sie unterstützen derzeit etwa 15 landwirtschaftliche Betriebe bei der Umstellung auf eine humusfördernde Bewirtschaftung. „Bei unseren Produkten arbeiten wir ständig an der Frage, wie wir den Wasserverbrauch möglichst geringhalten können“, sagt Marcus Staudt, HSE-Manager bei Duravit. Und Thomas Stammel, Technik-Vorstand bei Duravit, ergänzt: „Humus als Wasserspeicher ist deshalb eine tolle Idee, für die wir uns einsetzen.“

Bühl und Ottersweier fördern das Projekt
„Wir sehen im Humusprojekt eine große Chance“, sagt der Bürgermeister der Gemeinde Ottersweier, Jürgen Pfetzer. Damit spricht er nicht nur für seine Gemeinde, sondern auch im Namen des Oberbürgermeisters der Stadt Bühl, Hubert Schnurr. Die beiden Kommunen prüfen derzeit, wie sie Landwirtinnen und Landwirten den Einstieg in das Projekt erleichtern können.

Ein Beitrag von Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord

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