Naturpark-Plan 2030: Weiteres Vorgehen

Digital Naturpark Plan 2030: Weiteres Vorgehen

Im Interview spricht Christina Cammerer, Projektkoordinatorin des Naturpark-Plans 2030, über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die derzeitige Erstellung des neuen Leitfadens. Chancen sieht sie insbesondere in der Nutzung digitaler Möglichkeiten.

Frage: Frau Cammerer, Sie betreuen die Erarbeitung des Naturpark-Plans 2030 seit Herbst vergangenen Jahres. Ab welchem Zeitpunkt war Ihnen klar, dass die Corona-Pandemie auch Auswirkungen auf Ihre Planungen haben wird?

Christina Cammerer: Im Januar hatten wir eine starke Auftaktveranstaltung für den Dialogprozess zum Naturpark 2030. Damals ahnten wir noch nicht, wie rasch sich unser Alltag und das öffentliche Leben verändern werden. Für Mitte März war dann eine Ideen-Werkstatt für Akteure geplant. Ziel war es, mit den Menschen, die den Naturpark durch ihre Tatkraft und ihr Engagement gestalten, an den wichtigen Fragen zur Zukunft des Naturparks zu arbeiten. Anfang März zeigte sich jedoch, dass die Ausbreitung des Corona-Virus fortschreitet und in Folge wurden deutschlandweit Veranstaltungen nach und nach abgesagt. Es war klar, dass auch wir unsere Ideen-Werkstatt für Akteure absagen.

Frage: Neben der Ideen-Werkstatt für Akteure war über das ganze Jahr eine Vielzahl von Workshops und auch eine Info-Tour durch die Gemeinderäte geplant. Wie ist jetzt der aktuelle Stand?

Cammerer: Mit unserem Prozesspartner suedlicht, einem Dialog- und Planungsbüro, haben wir überlegt, wie wir weiter vorgehen. Wir sind zur Überzeugung gelangt, unseren Fahrplan nicht einfach ruhen zu lassen, sondern diese Zeit zu nutzen und alternative Wege zu gehen. So haben wir die Akteurs-Werkstatt vom 15. bis 25. April über eine Online-Plattform digital durchgeführt. Seit Mitte Februar läuft außerdem die Info-Tour für Gemeinderäte. Darin laden wir alle Mitgliedsstädte und -gemeinden ein, in einer ihrer Ratssitzungen speziell von uns gestellte Fragen zum Naturpark 2030 zu behandeln. Dazu wurde auch ein Videoclip erstellt, in dem der Naturpark und die Ziele und Aufgaben des Naturpark-Plans in Kürze erklärt werden. Dieses Erklärvideo findet sich auf unserer Projekt-Webseite www.naturpark2030.de.

Frage: Allerdings gibt es auch in den Kommunen Einschränkungen, zum Beispiel bei öffentlichen Sitzungen…

Cammerer: Das stimmt. Daher haben wir den Zeitraum für die Durchführung der Info-Tour für Gemeinderäte von Ende April auf Ende Mai verlängert. Doch auch hier müssen wir schauen, ob dieser zeitliche Rahmen für die Ratssitzungen realistisch ist, ansonsten werden wir diesen nochmals verlängern. Die Gemeinderäte wollen wir zudem zu einer eigenen Ideen-Werkstatt einladen. Wir sehen darin die besondere Chance eines Netzwerktreffens für die mehr als 100 Mitgliedskommunen. Der ursprünglich geplante Termin am 29. April musste jedoch ebenfalls abgesagt werden. Eine neue Terminfestlegung warten wir derzeit noch ab. Bis zu den Sommerferien waren außerdem weitere Werkstätten mit unterschiedlichen Zielgruppen, wie Unternehmen und Naturpark-Schulen, geplant. Aus den nun gezogenen Erfahrungen der digitalen Akteurs-Werkstatt und den weiteren Entwicklungen von Corona werden wir eine Lösung finden, wie wir diese Veranstaltungen durchführen – digital oder ‘face to face’ zu einem späteren Zeitpunkt.

Ablauf Naturpark Plan 2030: Weiteres VorgehenFrage: Der erste digitale Dialog vom 15. bis 25. April wurde gerade beendet. Wie lief es und wer hat sich beteiligt?

Cammerer: Ich bin mit der Beteiligung sehr zufrieden! In einer digitalen Werkstatt fehlt natürlich der direkte, persönliche Austausch. Aber trotzdem war die Resonanz sehr gut. Rund 160 Teilnehmer haben sich in diesem Zeitraum ausgetauscht und viele kreative Vorschläge für die weitere Entwicklung gemacht. Konkret ging es um die Handlungsfelder Naturschutz und Landschaftspflege, Umweltbildung, Regionale Produkte und Regionalvermarktung, Regionalentwicklung, Erholung und nachhaltiger Tourismus, Sichtbarkeit und Präsenz. Gleichzeitig wurden Querschnittsthemen wie Klimawandel und  Barrierefreiheit behandelt. Die Nutzer konnten Ideen und Anregungen abgeben und Einträge gegenseitig kommentieren. Moderiert wurde die digitale Akteurs-Werkstatt von suedlicht. Beteiligt haben sich Vertreter regionaler Verbände und Vereine, des Nationalparks, der Naturpark-Schulen sowie Schwarzwald-Guides, Touristiker und Naturpark-Wirte. Wir werden die Hinweise nun auswerten und sie in den weiteren Prozess einfließen lassen.

Frage: Welche Schritte sind als nächstes geplant?

Cammerer: Am 23. September wollen wir planmäßig zu einer weiteren öffentlichen Veranstaltung zur Zwischenbilanz einladen. Dabei werden wir die bis dahin erarbeiteten Ergebnisse vorstellen. Des Weiteren wollen wir mit den Teilnehmern einen kritischen Blick auf den Planentwurf werfen und schauen, wo es noch Abstimmungen oder Feinjustierung braucht. Wir hoffen natürlich, dass eine Präsenzveranstaltung bis dahin wieder möglich sein wird. Wie wir mit den weiteren geplanten Ideen-Werkstätten umgehen, die bis Sommer geplant waren, werden wir abhängig von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie und den alternativen Möglichkeiten, die sich digital bieten, entscheiden.

Ein Beitrag von Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord

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