Naturpark-Schule in Gaggenau hat ihr eigenes Sägewerk

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Das neue mobile Sägewerk der Naturpark-Schule in Gaggenau ist bei den Schülerinnen und Schülern eine große Attraktion. Mit ihm stellen sie etwa Gartenmöbel her. Foto: Gundi Woll/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Die Schülerinnen und Schüler der Naturpark-Schule Realschule Gaggenau lernen künftig nicht nur theoretisch, wie aus einem Baum ein Brett entsteht. Mit einem vom Förderverein zur Verfügung gestellten mobilen Sägewerk können sie künftig ihre Bretter selbst in Form bringen. Offiziell eingeweiht wurde das Sägewerk bei einem kleinen Fest am 23. Juni an der Realschule Gaggenau.

„Vom Baum zum Brett“ heißt die Unterrichtseinheit für die Klassenstufe sieben. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler alles rund um den Werkstoff Holz. Vom Fällen im Wald über den Transport bis hin zum Sägen begleiten sie den Verarbeitungsprozess. Wie funktioniert Photosynthese und wie kann Biomasse erhalten werden? Welche Baumarten gibt es im Nordschwarzwald? Welche Eigenschaften charakterisieren Holz und wie wird es auf dem Markt gehandelt? Antworten auf diese Fragen finden die Schülerinnen und Schüler mit den Kooperationspartnern, dem Forstrevierleiter in Gaggenau Jochen Müller und dem Sägewerk Rahner aus dem Gaggenauer Stadtteil Bad Rotenfels. Das Sägewerk Rahner unterstützt die Arbeit des Naturparks auch als Fördermitglied.

Bretter sägen für den Ziegenstall
„Es ist uns sehr wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler die Dinge selbst erleben und Hand anlegen können“, sagte der Rektor der Realschule Gaggenau, Axel Zerrer bei der Einweihungsfeier. Die Holzverarbeitung stehe im Bildungsplan und passe sehr gut zum Wahlpflichtfach Technik.

„Mit dem Sägewerk können wir aus jedem Baumstamm alles sägen“, sagte Zerrer. Kleine Möbelstücke wie Hocker, die Möbel für den Außenbereich vor dem Schulgarten oder Bilderrahmen werden die Schülerinnen und Schüler aus dem Holz herstellen. Jetzt steht erst einmal der Ziegenstall an. Der muss neu verkleidet werden. Die dafür benötigten Bretter sägen die Siebtklässlerinnen und -klässler zurecht.

Konzept „Naturpark-Schule“ begeistert
„Unsere Naturpark-Schule kommt sehr gut bei den Schülerinnen und Schülern und den Eltern an“, sagte Zerrer. „Das zeigen auch die hohen Anmeldezahlen für das nächste Schuljahr.“

17 Naturpark-Schulen gibt es schon im nördlichen und mittleren Schwarzwald. Ende des Jahres werden es 20 sein. Die Anzahl der Naturpark-Schulen wächst besonders in diesem Jahr rasant an. „Das zeigt, dass die Schulen in der Region unser Bildungskonzept schätzen und wir mit den Themen Natur, Kultur und Nachhaltigkeit den Nerv der Zeit treffen“, sagte Manuela Riedling bei der Einweihung des Schul-Sägewerks. Sie ist für die Koordination und die Betreuung der angehenden und ausgezeichneten Naturpark-Schulen beim Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord zuständig. „Es freut mich von Herzen, dass das Konzept der Naturpark-Schulen so super bei allen Beteiligten ankommt“, sagte die Umweltpädagogin. „Die Lehrkräfte stecken viel Arbeit in den sehr praxisnah gestalteten Unterricht. Bei Projekten wie dem Sägewerk wird dann sichtbar, dass sich die Mühe lohnt. Die Schülerinnen und Schüler lernen etwas fürs Leben und können mit dem Wissen ihre Zukunft nachhaltig mitgestalten.“

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Das nächste Projekt ist der Stall für die Schulziegen. Die Bretter für die neue Verkleidung werden mit dem mobilen Sägewerk zugeschnitten. Foto: Gundi Woll/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Die Naturpark-Projekte der Realschule Gaggenau
Die Realschule Gaggenau wurde vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord im Herbst 2019 als Naturpark-Schule ausgezeichnet. Naturpark-Projekte machen die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen fünf bis neun.

Was braucht ein Nutztier, damit es sich wohlfühlt? Das lernten die Kinder der Klassenstufe fünf vom Kleintierzuchtverein Bad Rotenfels und von zwei Landwirten aus den beiden Gaggenauer Stadtteilen Michelbach und Bad Rotenfels. Die Fünftklässlerinnen und -klässler kümmern sich um die Schultiere. Die Ziegenfreunde Bermersbach aus Forbach erklärten ihnen, was die Kulturlandschaft im Murgtal so besonders macht, wozu die kleinen Holzhütten auf den steilen Wiesen genutzt werden und wie Tiere auf der Weide leben. Beim Baumwipfelpfad in Bad Wildbad erfuhren die Schülerinnen und Schüler von einem Schwarzwald-Guide des Naturparks, was es mit dem berühmten Schwarzwald-Märchen „Kaltes Herz“ auf sich hat. Im Museum Schloss Neuenbürg ging es um die Mundart und früher typische Schwarzwälder Berufe wie Köhler, Flößer oder Glasbläser.

Um den Schulgarten kümmert sich die Klassenstufe sechs. Die Schülerinnen und Schüler schauten sich mit dem Obst- und Gartenbauverein Bad Rotenfels an, woher die Lebensmittel eigentlich kommen. Wie bildet sich Humus und wie funktioniert das Ökosystem Wald überhaupt? Diesen Fragen gingen die Schülerinnen und Schüler mit dem Forstrevierleiter in Bad Rotenfels, Andreas Bach, und dem Verein Kindgenau aus Gaggenau auf den Grund.

Neben dem Thema Holz beschäftigt sich die Klassenstufe sieben auch mit dem Thema Mikroplastik in der Umwelt. Kooperationspartner ist die Fachhochschule in Furtwangen.

Wie können die Streuobstwiesen im Murgtal erhalten werden? Darum geht es in der Klassenstufe acht. Dabei ernteten sie selbst Äpfel und pressten aus ihnen Saft. Kooperationspartner sind die Lebenshilfe Rastatt und der Obst- und Gartenbauverein Bad Rotenfels.

Verantwortungsvoll mit dem Wald und seinen Lebewesen umgehen – mit diesem Thema setzt sich die Klassenstufe neun beim Wandern auf dem Willi-Echle-Pfad mit dem Forstrevierleiter von Gaggenau, Jochen Müller, und der örtlichen Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins auseinander.

Hintergrund: Das Konzept der Naturpark-Schulen
Kennzeichnend für eine Naturpark-Schule ist eine dauerhafte und intensive Zusammenarbeit zwischen dem Naturpark und den Schulen. Das Konzept ist als Schulentwicklungsprogramm angelegt und trägt zur Profilschärfung der Schule bei. In Form “moderner Heimatkunde” werden die Schülerinnen und Schüler für die Besonderheiten ihrer lokalen und regionalen Umgebung sensibilisiert und die Themen Natur und Kultur in der Schule nachhaltig verankert.

Gemäß dem Leitbild einer Bildung für nachhaltige Entwicklung werden den Kindern dabei Gestaltungskompetenzen vermittelt. So können sie ihre Zukunft im Naturpark aktiv und eigenverantwortlich mitgestalten. Zentrales Anliegen ist es, den Schülerinnen und Schülern unterschiedliche Perspektiven auf lokale Themen wie Landschaft, Land- und Forstwirtschaft, Kultur, Brauchtum und Handwerk zu geben. Experten aus der Region wie etwa Förster, Landwirte, Imker, Kräuterpädagogen, Vereine oder Privatpersonen bringen ihre Erfahrungen und ihr Wissen in den Unterricht ein und arbeiten eng mit den Lehrkräften zusammen.

Ein Beitrag von Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord

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