Oberharmersbach bekommt eine Naturpark-Schule

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Schülerinnen der Naturpark-Schule mit der Urkunde und (v. l.): Sabine Held-Erhardt, Schulrätin am Staatlichen Schulamt Offenburg, Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker, Alexandra Maginot, kommissarische Schulleiterin, Swenja Gäthje, Schulleiterin, Staatssekretär Volker Schebesta, MdL, Bürgermeister Richard Weith, Projektleiter Horst Koller. Foto: Manuela Riedling/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Warum ist es für unsere Ernährung wichtig, dass es viele unterschiedliche Pflanzen- und Tierarten auf den Streuobstwiesen in der Region gibt? Wie entsteht ein Apfel und wie wird daraus Saft? Wie funktioniert die Talsperre Kleine Kinzig? Und welche Lebensmittel können Landwirte selbst herstellen? Beim Pflanzen von Obstbäumen, beim Schreddern von Äpfeln, bei einer Exkursion unter der Wasseroberfläche und der Arbeit auf einem Bauernhof kommen die Kinder der Brandenkopf-Schule in der Gemeinde Oberharmersbach (Ortenaukreis) den Antworten auf die Spur.

Mit zahlreichen Projekten in allen vier Klassenstufen hat die Grundschule die Voraussetzungen erfüllt, um vom Verband Deutscher Naturparke (VDN) zur Naturpark-Schule zertifiziert zu werden. Am 15. Juli überreichten Volker Schebesta MdL, Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, und der Geschäftsführer des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord, Karl-Heinz Dunker, die offizielle Urkunde und eine Plakette mit dem Schriftzug „Naturpark-Schule“ an die Kommissarische Schulleiterin der Brandenkopf-Schule, Alexandra Maginot.

„Wir zeichnen heute schon die 18. Naturpark-Schule im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord aus. Mit Naturpark-Schulen schaffen wir ein Bewusstsein für unsere Natur und Kultur“, sagte Dunker. Ende des Jahres werden es 20 Naturpark-Schulen sein.

„In den Naturpark-Schulen lernen die Kinder schon früh, was Nachhaltigkeit bedeutet und wie sie ihren Alltag nachhaltig gestalten können. Und das eben nicht nur im Schulunterricht, sondern auch draußen in der Natur“, sagte Schebesta. „Besonders gut gefällt mir dabei, dass Fachleute aus der Region einbezogen werden.“ Und augenzwinkernd fügte er hinzu: „Der Naturpark hat in der Ortenau eine Bildungsoffensive gestartet.“

Von dem Bildungskonzept ist auch der Bürgermeister von Oberharmersbach, Richard Weith, überzeugt: „Die Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ganz besonders wichtig für die Zukunft unserer Region und der Menschen, die hier aufwachsen und leben. Je früher wir damit beginnen, desto besser.“

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„On the Road Again“: Die Zirkus-AG der Schule zeigte einen Tanz auf Kabeltrommeln, die in Oberharmersbach hergestellt werden, Foto: Manuela Riedling/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Die Naturpark-Projekte der Brandenkopf-Schule
Das Kollegium der Brandenkopf-Schule hatte sich schon im Frühjahr 2019 dafür entschieden, Naturpark-Schule zu werden. „Leider hat die Pandemie unsere Projektpläne ein ganzes Jahr nach hinten verschoben“, sagte die Kommissarische Schulleiterin der Brandenkopf-Schule, Alexandra Maginot. „Mit dem Beginn des laufenden Schuljahres konnten wir dann so richtig loslegen. Wir freuen uns mit den Kindern auf weitere spannende Aktionen bei uns im Schwarzwald.“

Für die Zertifizierung zur Naturpark-Schule machte jede Klassenstufe ein Projekt. Die Klassenstufe eins lernte bei einem Besuch auf den Vogtsbauernhöfen in Gutach und bei der Schaumosterei Haubold Oberharmersbach wie Apfelsaft früher und heutzutage hergestellt wird und durften auch selbst Äpfel schreddern und Saft pressen. Außerdem machten sie im Unterricht Apfelchips und Bratäpfel.

Die Klassenstufe zwei lernte von der Gartenbauexpertin Miriam Pfundstein alles über Streuobstwiesen. Dabei pflanzten die Kinder auch selbst Bäume und erfuhren, warum die Artenvielfalt so wichtig ist und was sie zu einer gesunden Ernährung beiträgt.

Die dritte Klassenstufe erforschte mit dem SchwarzwaldWASSER Labor aus Bühl die Talsperre Kleine Kinzig. Dabei erfuhren die Schülerinnen und Schüler welche Haushalte ihr Trinkwasser aus der Kleinen Kinzig beziehen. Durch einen Tunnel unter der Wasseroberfläche gelangten die Kinder bis zum Turm in der Mitte des Stausees.  Dort lernten sie, wie viel Trinkwasser ein Mensch täglich wirklich benötigt und wie viel er tatsächlich verbraucht.

Und die vierte Klassenstufe unterstützte Gertrud Kornmayer vom Hinterbauernhof in Oberharmersbach bei den Arbeiten auf dem Hof. Dabei lernten sie, wie viel Mühe und Liebe hinter regionalen Produkten steckt und was sie so besonders macht.

Anzahl der Naturpark-Schulen wächst rasant
Neben der Wolftalschule in Oberwolfach, dem Bildungszentrum Ritter v. Buss, GS Unterharmersbach und dem SBBZ-Lernen in Zell am Harmersbach sowie der Wilhelm-Hausenstein-Schule in Hornberg ist die Brandenkopf-Schule in Oberharmersbach die sechste Naturpark-Schule im Ortenaukreis.

„Die Anzahl der Naturpark-Schulen wächst besonders in diesem Jahr rasant an. Das zeigt, dass die Schulen in der Region unser Bildungskonzept schätzen und wir mit den Themen Natur, Kultur und Nachhaltigkeit den Nerv der Zeit treffen“, sagte der Naturpark-Geschäftsführer, Karl-Heinz Dunker, bei der Feier. „Die Naturpark-Schulen und die Naturpark-Kindergärten sind Vorzeigeprojekte und dienen als Vorbild für andere Naturparke.“

Hintergrund: Das Konzept der Naturpark-Schulen
Kennzeichnend für eine Naturpark-Schule ist eine dauerhafte und intensive Zusammenarbeit zwischen dem Naturpark und den Schulen. Das Konzept ist als Schulentwicklungsprogramm angelegt und trägt zur Profilschärfung der Schule bei. In Form “moderner Heimatkunde” werden die Schüler/innen für die Besonderheiten ihrer lokalen und regionalen Umgebung sensibilisiert und die Themen Natur und Kultur in der Schule nachhaltig verankert.

Gemäß dem Leitbild einer Bildung für nachhaltige Entwicklung werden den Kindern dabei Gestaltungskompetenzen vermittelt. So können sie ihre Zukunft im Naturpark aktiv und eigenverantwortlich mitgestalten. Zentrales Anliegen ist es, den Schüler/innen unterschiedliche Perspektiven auf lokale Themen wie Landschaft, Land- und Forstwirtschaft, Kultur, Brauchtum und Handwerk zu geben. Experten aus der Region wie etwa Förster, Landwirte, Imker, Kräuterpädagogen, Vereine oder Privatpersonen bringen ihre Erfahrungen und ihr Wissen in den Unterricht ein und arbeiten eng mit den Lehrkräften zusammen.

Ein Beitrag von Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord

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