Und wenn der Wolf kommt?

Mit dieser neuen Schau will das Infozentrum Kaltenbronn umfassend über den Wolf aufklären, da seine Rückkehr in den Südwesten für Biologen nur noch eine Frage der Zeit ist. Baden-Württemberg gilt seit Jahren als „Wolfserwartungsland“ und wurde inzwischen auch von mehreren Wölfen besucht. Seit der Rückkehr im Jahr 2000 gibt es in ganz Deutschland mittlerweile mehr als 30 Wolfsrudel. Auch in den Vogesen und in der Schweiz häufen sich die Meldungen: Der strenge Schutz der Wölfe zeigt Wirkung, sie kehren zurück.
Wie tief der Wolf auch nach jahrhundertelanger Abwesenheit allein durch die Sprache in unserem Bewusstsein verankert ist, erfahren Besucher bereits auf dem Weg in die Ausstellung. Dann beleuchten deckenhohe Illustrationen die Begegnungen und Beziehungen von Wölfen und Menschen von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Wolfsangel, Tellereisen und eine historische Feuerwaffe stehen für die jahrhundertelange Verfolgung durch den Menschen bis zur Ausrottung der „letzten“ Wölfe im 19. Jahrhundert.

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Was frisst der Wolf? Besucher der neuen Sonderausstellung im Infozentrum Kaltenbronn bekommen Einblicke in das Leben der Jäger. Fotos: WaldHaus Freiburg

Gezeigt wird auch, wie sich mit der Naturschutzbewegung das Image des Wolfes langsam verändert hat und neue Gruppen sich – nun oft romantisch verklärt – seiner Symbolik bedienen. Eine gemütliche Leseecke lädt zum Schmökern in Märchen- und anderen Wolfsbüchern ein, aber auch zur kritischen Durchsicht von „Wolfsmeldungen“ aus jüngerer Zeit. Im Ausstellungsbereich „Biologie und Lebensweise“ können kleine und große Besucher die Welt aus der Perspektive des Wolfes wahrnehmen, zu Gast bei den Welpen in einer Wolfshöhle sein oder sich an eine gedeckte „Wolfstafel“ setzen. Fotofallen, Halsbandsender und andere Hilfsmittel veranschaulichen, wie Wolfsforscher diesen scheuen Raubtieren auf die Spur kommen. Selbst ausprobieren kann man, wie schwierig im „Wolfsmonitoring“ allein die Unterscheidung zwischen Wolf und Hund ist. Wozu dieses „Monitoring“ dient, ist auf einer regelmäßig aktualisierten Karte zu sehen, die die Wolfsnachweise in Mitteleuropa präsentiert und zeigt, wie sich Wölfe auch in Deutschland langsam wieder ausbreiten.

Um den Eindruck zu vermeiden, dass der Wolf als Vegetarier durch die Lande streift, fehlen neben einem Wolfspräparat weder ein präpariertes Schaf noch ein Reh. Denn bei aller Relativierung des Wolfsbildes ist aus dem Raubtier bis heute kein Lamm geworden. Mit welchen Herausforderungen die Rückkehr von Wölfen in eine moderne Kulturlandschaft insbesondere für die Nutztierhaltung aber auch die Jägerschaft in Baden-Württemberg verbunden ist und wie entstehende Konflikte konstruktiv gelöst werden können, wird anschaulich dargestellt. Besucher erfahren, wie die mit dem „Wolfsmanagement“ im Land beschäftigten Teilnehmer der „Arbeitsgruppe Luchs und Wolf“ über Möglichkeiten des Herdenschutzes oder Ausgleichzahlungen im Fall getöteter Nutztiere diskutieren. Insgesamt legt die Ausstellung großen Wert darauf, die mit der Rückkehr des Wolfes nach Baden-Württemberg bestehenden Herausforderungen weder zu verharmlosen, noch die alten Vorstellungen vom „bösen Wolf“ zu bedienen, wo aktuelle Forschungen ein anderes Bild zeichnen. Sie möchte nicht zuletzt aufzeigen, wie ein Zusammenleben von Mensch und Wolf in der heutigen Kulturlandschaft aussehen kann.

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Die Stiftung WaldHaus Freiburg hat die Wolfs-Ausstellung gemeinsam mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, dem Verein Wildwege e.V. und mit Unterstützung des Naturparks Südschwarzwald, des WWF, ForstBW und der „Arbeitsgruppe Luchs und Wolf Baden-Württemberg“ konzipiert. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Infozentrums, Mittwoch bis Freitag von 13 – 17 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertag von 10 – 17 Uhr zu sehen. Weitere Informationen zur Ausstellung und zum aktuellen Begleitprogramm unter www.infozentrum-kaltenbronn.de.

Ein Beitrag von Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord

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