Was tun gegen den Klimawandel im Naturpark?

Klimabotschafter Ausbildung 1 Was tun gegen den Klimawandel im Naturpark?

An den ersten beiden Tagen der Klimabotschafter-Ausbildung des Naturparks ging es darum, wie sich die Landwirtschaft in der Region durch den Klimawandel verändert. Foto: Florian Schmid/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Immer wieder steht die Landwirtschaft als Hauptverursacher des Klimawandels in der Kritik. „Doch nur wenn wir das Land auch bewirtschaften, können wir das klimaschädliche CO2 binden und die angestrebten Emissionsziele erreichen“, sagte Florian Schmid vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord bei der diesjährigen Klimabotschafter-Ausbildung.

Schmid ist es wichtig, für die Menschen im Naturparkgebiet die Auswirkungen des Klimawandels direkt vor der Haustüre greifbar zu machen und ihnen Lösungswege aufzuzeigen. Um genau das zu erreichen, bildet der Naturpark seit vergangenem Jahr Klimabotschafter aus. Sie sollen ihr Wissen dann weitergeben.

In den ersten beiden Ausbildungstagen des diesjährigen Lehrgangs am 16. und 17. Juli betrachteten die knapp 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die regionale Landwirtschaft. Wie wirkt sich der Klimawandel auf die heimische Landwirtschaft aus und wie reagieren die Landwirtinnen und Landwirte in der Region darauf? Antworten auf diese Fragen gaben die Pflanzenbau-Expertin des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums (LTZ) Augustenberg in Rheinstetten (Landkreis Karlsruhe), Dr. Martine Schraml, und Dr. Ewald Glaser, Landwirt und Geschäftsführer des Aspichhofs in Ottersweier (Landkreis Rastatt).

So wirkt sich der Klimawandel in der Landwirtschaft aus
Längst schon ist der Klimawandel im nördlichen und mittleren Schwarzwald angekommen. Die Gefahr von Hitzeperioden steigt und damit auch die Anzahl an Krankheitserregern, Unkräutern und Schädlingen. Diese schaden den meisten Kulturpflanzen. Zudem häufen sich Extremwetterereignisse wie Stürme, Starkregen und Hagelschlag. Sie führen vermehrt zu Ernteausfällen und finanziellen Einbußen in der Landwirtschaft.

Raps, Zuckerrüben und Kartoffeln sind hitzeempfindlich und werden es in der Rheinebene künftig schwer haben. „Besser an die hohen Temperaturen angepasst sind hingegen Pflanzen subtropischer Herkunft wie Mais, Soja oder Kichererbsen. Sie könnten hier in größerer Menge angebaut werden und müssten nicht mehr in Massen importiert werden“, sagt Schraml. Beim LTZ beschäftigt sie sich mit der Frage, wie Landwirtinnen und Landwirte ihre Äcker unter den neuen klimatischen Bedingungen bestellen können.

Humus aufbauen, CO2 binden
Für Landwirt Ewald Glaser vom Aspichhof in Ottersweier ist Humusaufbau der beste Weg, um dem Klimawandel zu begegnen. Denn Humus ist ein hervorragender Wasserspeicher und macht die Böden deshalb resistenter gegen Trockenphasen. Zudem fördert Humus die Biodiversität und ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Indem der Humusgehalt im Boden um nur ein Prozent erhöht wird, werden etwa 50 Tonnen CO2 pro Hektar gespeichert. Aus diesen Gründen macht der Aspichhof auch beim Humusprojekt des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord mit.

Gemeinsam mit dem gemeinwohl-orientierten Unternehmen positerra gibt der Naturpark Kommunen, Institutionen und Wirtschaftsunternehmen die Möglichkeit, ihre nicht vermeidbaren Treibhausgas-Emissionen in der Region auszugleichen. Dadurch können Landwirtinnen und Landwirte aus der Naturpark-Kulisse dabei unterstützt werden, auf eine humusfördernde Bewirtschaftung umzustellen. Es handelt sich dabei um einen freiwilligen Ausgleich, nicht um den Erwerb von Zertifikaten.

So geht es weiter bei der Klimabotschafter-Ausbildung
Wie sind Wald und Moore vom Klimawandel betroffen und können sie auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Darum geht es am 17. und 18. September bei der Klimabotschafter-Ausbildung des Naturparks. Expertinnen und Experten der Landesforstverwaltung sowie des Infozentrums Kaltenbronn geben Antworten. Am 7. und 8. Oktober erklären die Klimaschutzmanager der Stadt Offenburg und des Ortenaukreises, wie Erneuerbare Energien in der Region zum Schutz des Klimas beitragen können. Die Thementage sind als Exkursionen im Naturparkgebiet organisiert.

Interesse an Klimabotschafter-Ausbildung ist groß
Bereits der erste Ausbildungsgang im vergangenen Jahr war ein großer Erfolg. „Das Interesse an der Ausbildung ist auch in diesem Jahr wieder riesig. Wir waren schnell ausgebucht“, sagt der Geschäftsführer des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord, Karl-Heinz Dunker. „Deshalb wird der Naturpark im kommenden Jahr wieder Klimabotschafter ausbilden.“ Die Ausschreibung wird Anfang 2023 sein.

Mehr Infos im Internet: Die Naturpark-Klimatipps
Auf seiner Internetseite unter www.naturparkschwarzwald.de gibt der Naturpark auch Tipps zum klimafreundlichen Reisen und Speisen. Jeden Monat erscheint zudem ein Tipp, wie jeder die eigene Klimabilanz ganz einfach im Alltag verbessern kann.

Ein Beitrag von Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord

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