Exotischer Flugkünstler – das Taubenschwänzchen

Macroglossum stellatarum Exotischer Flugkünstler   das Taubenschwänzchen

Taubenschwänzchen, Quartl

Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) ist die europäische Version eines Kolibris. Es ist jedoch kein Vogel, sondern ein Schmetterling. Genauer gesagt ein Schwärmer, der vor allem nachtaktiv ist. Wie ein Kolibri fliegt er blitzschnell von Blüte zu Blüte, saugt im Flug stehend an einer Blüte und ist im nächsten Moment auch schon wieder verschwunden.

Seinen Namen hat der Falter von seinem schuppenbesetzten Hinterleib, der an den Schwanz einer Taube erinnert und mit dem die Tiere beim Schweben hervorragend steuern können. Sein großer Vorteil gegenüber anderen nektarsaugenden Insekten ist der gut drei Zentimeter lange Rüssel, mit dem das Taubenschwänzchen leicht an den Nektar herankommt. Dank seines Schwebeflugs kann der Falter in fünf Minuten mehr als hundert Blüten besuchen! Besonders hingezogen fühlt er sich zu Sommerflieder, Lichtnelken und Geranien. Seine Flugkünste haben auch noch einen zweiten Nutzen, denn Dank des Abstands zur Blüte ist er gleichzeitig vor seinen natürlichen Feinde wie der Krabbenspinne geschützt.

 

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Taubenschwänzchen, Last Hero

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Taubenschwänzchenraupe, Harald Süpfle

Im Gegensatz zu manch anderen Tierarten profitiert der Schmetterling von dem Klimawandel – denn er ist kein Freund von Frost! Bis zuletzt war er eher seltener bei uns anzutreffen, doch seitdem sich die Erdkugel erwärmt, zieht es ihn auch in milde Regionen Süddeutschlands. Denn eigentlich kommen Taubenschwänzchen als “Sommergäste” aus dem Mittelmeerraum zu uns, doch zunehmend überwintern sie auch hier. Mit ihren blitzschnellen Flügelschlägen können sie sogar Wanderungen von bis zu 2.000 Kilometern zurücklegen und gelangen so bis nach Skandinavien!

Überwinternde Taubenschwänzchen legen ihre Eier im März an Labkräutern ab. Die Raupen ernähren sich von diesen Kräutern und haben somit ihr Essen gleich vor der Tür! Die ersten Falter schlüpfen Mitte Juni. Taubenschwänzchen, die über das Mittelmeer kommen, sehen wir erst Ende April bei uns, sodass der Nachwuchs frühestens ab Mitte Juli schlüpft. Noch ist ungeklärt, wie viele neue Generationen dieser Falter pro Jahr in Deutschland hervorbringen kann. In Südeuropa sind es drei bis vier pro Jahr.

 

Ein Beitrag von Naturpark Spessart

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