Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Dieser faszinierende Schmetterling ist ein Tagfalter aus der Familie der Bläulinge (Lycaenidae). Er kommt vor allem in Mitteleuropa und dem Ural bis in das Altaigebirge, in einer Höhe von 700 – 1600 Metern vor. In Europa ist die Art sehr selten geworden und nur noch in Mittel- und Süddeutschland zu finden.

Bevorzugter Lebensraum des Schmetterlings sind Feuchtwiesen mit Vorkommen des großen Wiesenknopfs (Sanguisorba officinalis). Das Schmetterlingsweibchen legt die Eier in die Blütenknospe des Wiesenknopfs ab. Die geschlüpften Raupen fressen die Knospen und lassen sich im Anschluss zu Boden fallen. Sie sondern einen Geruchsstoff ab, der dem von Wiesenameisenlarven stark ähnelt und locken damit Ameisen der Gattung Myrmica (Knotenameisen) an. Die angelockten Ameisen werden durch den Geruchsstoff getäuscht und tragen die vermeintlichen Ameisenlarven in ihren Bau. Dort werden die Schmetterlingsraupen von den Ameisen wie ihre eigenen Larven gepflegt und gefüttert. Diese chemische Täuschung (sog. Geruchs-Mimikry) ist so stark, das die Raupen sogar die Larven der Ameisen im Bau fressen können, ohne von den Ameisen attackiert zu werden.

Die Schmetterlingsraupen überwintern im Ameisenbau, verpuppen sich im Frühjahr und schlüpfen Mitte Juni und leben ca. 1 Monat als Falter. Vorraussetzung ist, dass der frisch geschlüpfte Schmetterling den Weg aus dem Ameisenbau schafft, da nach dem Schlüpfen der Mechanismus des Geruchs-Mimikry nicht mehr funktioniert. Die Ameisen greifen daher den Schmetterling beim Verlassen des Nestes an.

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Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Foto: Rosenzweig)

Aufgrund des komplexen Lebenszyklus ist der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling sowohl auf das Vorhandensein der Knotenameisen als auch des Großen Wiesenknopfs angewiesen. Werden die Wiesenknopfstandort durch Trockenlegungsmaßnahmen oder übermäßge Düngung zerstört oder die Wiesen zu früh gemäht, verschwindet dieser seltene Schmetterling.

Im Rahmen des Grünlandprojekts unterstützen der Naturpark und zahlreiche Partner daher eine extensive und angepasste Wiesen- und Weidenutzung, um die Lebensräume der stark gefährdeten Schmetterlingsart zu erhalten.

Mehr Infos dazu gibt es bei den beiden Gebietsbetreuern für Grünland im Spessart Christian Salomon und Torsten Ruf.

(christian.salomon@naturpark-spessart.de und torsten-ruf@gmx.de).

Ein Beitrag von Naturpark Spessart

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