Frammersbacher Fuhrleute

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Frammersbacher Fuhrmann in zeitgenössischer Darstellung

Die Fuhrleute und das Fuhrmanswesen haben den Markt Frammersbach über Jahrhunderte geprägt und weit über die Grenzen des Spessarts bekannt gemacht. Die “Spediteure des Mittelalters”befuhren bereits im frühen Mittelalter die Straßen Deutschlands und brachten ihrem Heimatort Wohlstand und Ansehen.

Das florierende Transportwesen entwickelte sich im 14. Jahrhundert aus dem Transport von Wild im Rahmen der kurmainzischen Jagd. Die Frammersbacher profitierten dabei sicherlich von den guten persönlichen Bekanntschaften zu den Landesherren und Adeligen, die gerade auch bei den Jagden und danach im Wirtshaus geknüpft wurden. Es entstand so ein professionelles, in einer Zunft organisiertes Fuhrmannswesen.

Die Frammersbacher Fuhrleute waren freie Männer, denn nur so konnten sie ungehindert Landesgrenzen überschreiten. Leibeigene konnten oder durften das nicht ohne die Begleitung ihres Herrn. Den Fuhrleuten war zudem erlaubt, Waffen zu tragen und auch Knechte und Söldner zu beschäftigen. Schließlich mussten sie Waren, Kaufleute und auch die Reisenden, die sie transportierten, beschützen können.

Die Reisen waren zu der damaligen Zeit langwierig und führten oft durch unwirtliche und auch gefährliche Gegenden. Eine Kaufmannsreise mit beladenem Wagen vom Kölner Markt zum Frankfurter Markt um das Jahr 1450 dauerte beispielsweise ca. 8 Tage, bei schlechtem Wetter konnten es auch 12 Tage und mehr werden.  Die Tagesstrecke betrug ca. 25 – 30 Km.

Die Fuhrmänner war dabei für die Bereitstellung der Wagen, ausreichend Pferde und die notwendigen Leute zuständig. Die schweren Frachtwagen waren mit fünf bis sieben und mehr Pferden bespannt. 1630 hatten die Frammersbacher ca. 350 Doppel und Vierergespanne und schätzungsweise 2.000 Pferde mit denen sie ständig auf den Handelswegen unterwegs waren.

Für ihre Dienste handelten die Fuhrleute mit dem Auftraggeber einen Preis aus, der sich nach dem Wert und der Menge der Ware, der Entfernung und dem notwendigen Aufwand richtete. Wenn der Besitzer der Ware nicht selbst mitreiste, so mussten die Fuhrleute auch für die notwendigen und durch die Kleinstaaterei, sehr häufigen Zollformalitäten mit den notwendigen Abgaben sorgen. Im Gegenzug konnten sie dann auf einer solchen Reise eventuell noch zusätzlichen Einnahmen erzielen, z.B. durch Transport von Beifracht oder Passagieren oder durch die Tätigung von Geschäften auf eigene Rechnung.

Die Blütenzeit des Frammersbacher Fuhrmannswesens wird in die Zeit von 1501 bis 1650 datiert. In dieser Zeit hatten sie das Monopol auf den Strecken Antwerpen – Leipzig sowie Frankfurt – Nürnberg. Zudem  waren sie von Königsburg in Ostpreußen bis Triest und von Augsburg bis Wien unterwegs, hauptsächlich für die großen Handelshäuser ihrer Zeit wie die Fugger und Welser.  Das kaufmännische Frachtgut bestand in der Regel aus Glas, Pfeffer, Salz, Seidenstoffen, Leinwandtuchgewebe, Wolle, Nähfaden, Pergament, Kupferbarren, Silberdraht und ähnlichem.

Mit dem dreißigjährigen Krieg gingen die Geschäfte zurück. Manche Fuhrleute wurden Leinreiter und zogen mit ihren Pferden Schiffe von Mainz oder Aschaffenburg mainaufwärts bis Würzburg. Den Todesstoß versetzten der Fuhrmannszunft seit 1840 der rege Schiffsverkehr auf dem Main, das Aufkommen des Postverkehrs und die Eisenbahnlinien nach 1850.

Mehr über die Fuhrleute und Ihre Geschichte  können Sie im Fuhrmann und Schneidermuseum der Gemeinde erfahren.  Anlässlich des 700-jährigen Jubiläums der urkundlichen Erwähnung von Frammersbach veranstalten der Markt Frammersbach mit dem Museumsverein und dem Archäologischen Spessartprojekt zudem eine Vortragsreihe.

Außerdem hat das Archäologischen Spessartprojekt dem Thema einen Kulturweg gewidmet.

Ein Beitrag von Naturpark Spessart

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