gelungene Exkursion zur Weikertswiese

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Heidewicke auf der Weikertswiese

„Weikertswiese – keine blüht so schön wie diese“, so lautete das Motto einer naturschutzfachlichen Exkursion des Naturpark Spessart e.V. am Pfingstmontag. Wenige Stunden zuvor besuchte bereits eine Wandergruppe des Spessartbunds Obernburg die Wiese, die 2015 die Bayerische Wiesenmeisterschaft gewann. Gebietsbetreuer Christian Salomon zählte somit 85 Exkursionsteilnehmer. Die Besucher wiederum erfreuten sich sichtlich an den blühenden Magerwiesen.

“Die Artenkombination dieser Wiese ist weltweit einzigartig“, so Salomon, der das Gebiet seit 5 Jahren betreut „und Sie müssen schon sehr weit fahren, um derart viele Besonderheiten auf kleinem Raum zu finden.“ Viele dieser Besonderheiten gab es dann in natura zu bestaunen: etwa das größte von nur drei deutschen Heidewicke-Vorkommen, die einzigen Natternzungen-Bestände der Region und Unmengen blühender Orchideen.

Thema waren auch die Naturschutzbemühungen um die Weikertswiese. Die Diskussion um ein Naturschutzgebiet begann vor über 20 Jahren. Dass die Wiese in einem FFH- und Landschaftsschutzgebiet liegt, ist längst nicht jedem bewusst. Der negative Einfluss von Düngung auf den Blüten- und Artenreichtum ist besonders deutlich, wo beide Wiesentypen nebeneinander liegen. Besonderheiten wie Heidewicke oder Orchideen verschwinden bei Düngung schnell, erläutert Salomon. Außerdem ist der Mahd- oder Beweidungszeitpunkt wichtig. Arten, die über Jahre keine Samen ausbilden können, verschwinden ebenfalls. Hinzu kommt eine Vielzahl privater Nutzungen wie Hütten und Holzlagerungen, welche die Pflanzenbestände beeinträchtigen können. Mehrere seltene Arten sind so in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen.

Das Vorkommen der Arnika konnte offenbar „in letzter Sekunde“ gerettet werden. Mit Wildsamen aus Spessart und Rhön wurde ein Vermehrungsprogramm gestartet. Heute blüht auf der Weikertswiese wieder ein Vielfaches an Arnika – trotz Giftattacken mutmaßlicher Naturschutzgegner. „Wir haben unter den Wiesennutzern einige sehr zuverlässige Naturschutz-Partner gefunden“, so das überwiegend positive Fazit von Salomon. Auf rund zwei Dritteln der Wiese haben Landwirte Vertragsnaturschutz mit hohen Fördersätzen abgeschlossen und einige besonders wertvolle Grundstücke hat die Gemeinde Rechtenbach durch Tausch erwerben können. Hier nehmen die botanischen Schätze seit ein paar Jahren wieder zu – und mit ihnen das öffentliche Interesse.

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Exkursionsgruppe mit Gebietsbetreuer Salomon an einer der Arnika-Vermehrungsflächen

Ein Beitrag von Naturpark Spessart

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