Moorschnucken fördern seltene Arten

Phengaris arion bei der Eiablage Foto Torsten Ruf Moorschnucken fördern seltene Arten

Phengaris arion bei der Eiablage (Foto Torsten Ruf)

Seit 2011 weiden Moorschnucken und Ziegen auf einer fünf Hektar großen Weide im Kaltenbachgrund bei Mespelbrunn. Die vom Naturpark Spessart eingerichtete und von den örtlichen Tierhaltern Ernst Bilz und Edgar Lamster betreute Beweidung soll in erster Linie das schmale Wiesental am Oberlauf der Elsava offenhalten. Die robusten und genügsamen Landschaftspflege-Schafe aus der Diepholzer Moorniederung präsentieren sich zunehmend auch im Spessart als erfolgreiche Artenschützer. Dies zeigen jüngste Untersuchungen von Christian Salomon und Judith Henkel, Gebietsbetreuer für Grünland im Naturpark Spessart.

Im beweideten Kaltenbachgrund hat sich das Fuchs´sche Knabenkraut von wenigen Einzelpflanzen zu einem größeren Bestand entwickelt und gleich zwei Arten der Ameisenbläulinge profitieren offensichtlich von der Beweidung. Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist deutlich zahlreicher geworden, und dieses Jahr konnte zum ersten Mal der in Bayern stark gefährdete Thymian-Ameisenbläuling nachgewiesen werden. Beide Schmetterlingsarten besitzen ein hochspezialisiertes Fortpflanzungsverhalten. Aufgrund von Duftsignalen werden ihre Raupen von bestimmten Ameisenarten adoptiert. In deren Nestern leben die Schmetterlingsraupen dann ein oder zwei Jahre lang räuberisch von der Ameisenbrut, bevor sie sich verpuppen. Während ihrer kurzen Flugzeit als fertig entwickelter Schmetterling legen sie ihre Eier nur auf speziellen Blüten ab – eben auf Blüten des Großen Wiesenknopfs bzw. des Arznei-Thymians. Damit diese Fortpflanzung funktioniert, müssen Landwirte ihre Wiesen oder Weideflächen so managen, dass zur Flugzeit der Schmetterlinge auch ein entsprechendes Blütenangebot vorherrscht. Dies scheint auf der Morrschnuckenweide bei Hessenthal hervorragend zu gelingen.

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Moorschnucken im Kaltenbachgrund (Foto: C.Salomon)

Wer die Moorschnucken im oberen Elsavathal besuchen möchte, kann von Hessenthal (Wanderparkplatz nahe der Wallfahrtskirche) zur Elsavaquelle wandern (ca. 2 km, Markierungszeichen “rote Querstrich”). Eine Infomationstafel macht unterwegs auf das Beweidungsprojekt aufmerksam. Beim Naturpark Spessart ist zudem ein Faltblatt zum Projekt mit Wandervorschlag erhältlich (link zu download unter https://www.naturpark-spessart.de/aktuell/bestellungen/prospekte.php). Das fettarme Fleisch der Moorschnucken hat einen wildartigen Geschmack und ist saisonal im Gasthaus “Zur Schönen Aussicht” in Hessenthal erhältlich.

Gebietsbetreuer Christian Salomon wird bei einem Vortrag am 13. September im Roland-Eller-Umweltzentrum in Hobbach die Moorschnucken und andere Weideprojekte vorstellen.

Ein Beitrag von Naturpark Spessart

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