Naturschutz-Helfer bekämpfen giftiges Wasserkreuzkraut im Sinngrund

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MitarbeiterInnen der Sinntaler Firma Mehytec und Obersinns Bürgermeisterin Zieres beim Ausstechen der Giftpflanzen (Bildautor: Julian Bruhn)

Mit Warnwesten bekleidete Personen, die seltsame Geräte in der Hand hielten, konnten in den letzten Wochen auf den Wiesen im Naturschutzgebiet Sinngrund beobachtet werden. Es handelt sich jedoch nicht um Besucher, die beliebten Schachblumen, sondern um eine Arbeitstrupp des Naturparks, der dem Wasserkreuzkraut zu Leibe rückte. Die giftige Pflanze hat sich in den letzten Jahren auf den Sinngrundwiesen stark ausgebreitet und beeinträchtigt zunehmend die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen. Dadurch ist auch die Schachblume gefährdet. Der Naturpark Spessart e.V. hat daher ein Projekt zur systematischen Erfassung und Rückdrängung des Wasserkreuzkrauts gestartet. Beteiligt sind Naturschutzbehörden und die fünf Kommunen Obersinn, Mittelsinn, Burgsinn, Rieneck und Gemünden a. Main. Die Regierung von Unterfranken fördert das Vorhaben mit knapp 70,000,- €

Auf weniger stark betroffenen Flächen wurden die Wasserkreuzkrautpflanzen samt Wurzel manuell ausgestochen, bevor sie blühen und ihre Samen verteilen können. Diese Arbeiten sollte zunächst ein 20-köpfiger Arbeitstrupp durchführen, den Julian Bruhn, stellvertretender Geschäftsführer des Naturparks und Projektleiter, gemeinsam mit dem Kooperationspartner Bergwaldprojekt e.V. organisiert hatte. Die Infektionsschutzauflagen machen jedoch die monatelangen Vorbereitungen zunichte, denn die Unterbringung und Betreuung der auswärtigen Helfer war nicht möglich.
Glücklicherweise konnten die Rückdrängungsmaßnahmen doch noch durchgeführt werden. Kurzfristig fanden sich motivierte Helfer aus der Region, die für den ausgefallenen Arbeitstrupp einsprangen: Mitarbeiter der Sinntaler Firma Mehytec, Erzieherinnen des Mittelsinner Kindergartens und weitere Ortsansässige, die aufgrund von Corona in ihrer regulären Arbeit eingeschränkt waren, meldeten sich für die Naturschutzmaßnahme. Auch Landwirte aus dem Sinngrund beteiligen sich an den Arbeiten.

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Freiwillige der Firma Mehytec unterstützen Mitarbeitern des Naturpark Spessart bei der Rückdrängung des giftigen Wasserkreuzkrauts im Naturschutzgebiet Sinngrund (Bildautor: Andreas Schätzlein, mit Selbstauslöser)

Unter fachlicher Anleitung von Naturparkmitarbeitern rückten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer –  ausgestattet mit Unkrautstechern und Schutzhandschuhen – dem Wasserkreuzkraut zu Leibe. Dabei wurden die betroffenen Wiesen in Bahnen abgeschritten und die giftigen Pflanzen samt Wurzel aus dem Boden gestochen. Die Beteiligten hielten bei der Arbeit natürlich Abstand zu einander und achten darauf, nicht versehentlich auf die ebenfalls auf den Wiesen vorkommenden Schachblumen zu treten.

Es ist eine einfache Rechnung: Jede ausgestochene Pflanze belastet nicht mehr die Futternutzung und kann auch keine weiteren Samen ausbilden. Die Projektebeteiligten hoffen so, die Problempflanze über die Jahre wieder deutlich zurückdrängen zu können und damit die Futternutzung der wertvollen Schachblumenwiesen dauerhaft zu gewährleisten.

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Ihr Lebensraum soll durch die Maßnahme erhalten werden: Schachblumen sind ein Wahrzeichen des Sinngrundes und im Naturschutzgebiet besonders häufig zu bewundern (Bildautor: Andreas Schätzlein)

„So unglücklich die Lage durch das Virus auch ist, ist es doch schön zu wissen, dass man wenigstens der Natur und der landwirtschaftlichen Nutzung etwas Gutes tut.“, freut sich auch Jasmin Amend, Mitarbeiterin der Firma Mehytec, die normalerweise als Vertriebsmitarbeiterin arbeitet. Und auch die landschaftlichen Reize dieses zwischenzeitlichen Arbeitsplatzes sind nicht zu leugnen.

Einige Wiesen im Sinngrund sind bereits so stark vom Wasserkreuzkraut befallen, dass ein Ausstechen der Pflanzen von Hand nicht mehr machbar ist. Bei mehreren Dutzend Pflanzen pro Quadratmeter ist maschinelle Unterstützung gefragt. Im Sommer, wenn das Wasserkreuzkraut blüht, werden diese sehr stark befallenen Flächen vom Maschinenring Arnstein & Mitteilmain abgemäht, bevor sich Samen bilden. Da die Pflanze danach meist eine zweite Blüte ausbildet, wird im Spätsommer eine zweite Mahd notwendig sein. Das anfallende Mahdgut wird in der Biogasanlage in Burgjoß entsorgt.

Der Erfolg der Maßnahmen wird in 50 markierten Beobachtungsflächen gemessen, die Gebietsbetreuer Christian Salomon und Ranger Berit Arendt vom Naturpark bereits eingerichtet haben. Hier wird künftig jährlich die Bestandsdichte des Wasserkreuzkrauts kontrolliert.

Weitere Informationen zum Vorhaben geben Projektleiter Julian Bruhn (Tel. 09351 603421, julian.bruhn@naturpark-spessart.de) und Gebietsbetreuer für Grünland Christian Salomon (Tel. 0178 6273351, christian.salomon@naturpark-spessart.de).

Ein Beitrag von Naturpark Spessart

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