Neuer Ranger im Naturpark Spessart

Felix Kühne (23) wird ab sofort mit Rangerin Victoria Schuler und Ranger Andreas Gries als Mittler zwischen Mensch und Natur im Naturpark unterwegs sein.

Auf die Stellenausschreibung, so Kühne, sei er zufällig gestoßen: „Meine Eltern wurden in Alzenau von unserem Förster angesprochen, der meinte: Da gibt es eine Stelle, die ist was für den Felix.” Der hatte in Freiburg seinen Bachelor im Studienfach Waldwirtschaft und Umwelt gemacht, um danach als Forstrevierassistent in Lüdenscheidt zu arbeiten. Das Arbeitsprofil des Naturpark-Rangers habe dem jungen Mann gleich gefallen. „Nach dem Bewerbungsgespräch folgte ein Tag Probearbeit. Der hatte es in sich”, so der 23-Jährige.

 

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Die Naturpark-Ranger im Naturpark Spessart, v. l. n. r. Andreas Gries, Felix Kühne, Victoria Schuler (Foto Jennifer Weidle)

Auswahlverfahren mit Rollenspielen
„Wir wollten, dass die Bewerber einen realistischen Eindruck vom Arbeitsalltag des Rangers erhalten”, so Oliver Kaiser, Geschäftsführer des Naturparks Spessart. Bei den Bewerbungsgesprächen und einem Praxistag wurden daher kurze Rollenspiele eingebaut. Zum Beispiel die Ansprache von Besucher:innen im Gelände oder die Gestaltung einer Naturführung.

Das Naturpark-Team erhielt so einen Eindruck, wie die Bewerber:innen alltägliche Arbeitssituationen meistern. Kühne beschreibt eine gespielte Szene, in der Wandersleute ihren Hund im Naturschutzgebiet frei laufen ließen. „Ich durfte sie dann freundlich, aber bestimmt darauf hinweisen, dass der Hund an die Leine gehört.”

Autoritäre Ausstrahlung, aber auch Kommunikationsgeschick waren gefragt. Rangerin Victoria Schuler: „Felix hat uns mit seinem ruhigen, aber bestimmten Auftreten nachhaltig darum gebeten, den Hund anzuleinen. Ich wäre seinen Worten in freier Wildbahn gefolgt.” Auch bei der Aufgabe, sich spontan eine 15-minütige Führung auszudenken, konnte der 23-Jährige überzeugen. „Der Tag war facettenreich und sehr anspruchsvoll. Es hat mir nochmal bestätigt, dass ich hier richtig bin.”

Was macht eigentlich der Naturpark-Ranger?
Besonders freut sich Kühne auf die Arbeit mit Gästen in der Region. „Die wichtige Lenkung von Besucherinnen und Besuchern in Naturschutzgebieten und auch Dinge zu erläutern hat mir in meinem bisherigen Job total gefehlt”, sagt er. Und auf ihn kommen noch weit mehr Aufgaben zu.

„Ranger… Viele kennen die noch aus den Kinder-Comics: Uniform und, ganz wichtig, der Hut”, sagt Andreas Gries. Er ist seit zwei Jahren Ranger im Naturpark Spessart. Er kam erst nach Umwegen zu seiner Traumstelle; 17 Jahre arbeitete er als Forstwirt, bildete sich dann weiter zum geprüften Natur – und Landschaftspfleger. Gries: „Das ist sozusagen die Ranger-Ausbildung; dann kam natürlich der Wunsch auf, irgendwann mal Ranger zu sein.”

2018 kommt seine Chance: Im bayerischen Staatskabinett wird beschlossen, dass alle 19 bayerischen Naturparke Rangerstellen bekommen — Gries bewirbt sich sofort beim Naturpark Spessart.

 

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Naturpark-Ranger Felix Kühne (Foto Jennifer Weidle)

Aber was macht man da den ganzen Tag?
Gries: „Teilweise tun wir das, was man sich vorstellt.” Ein bisschen wie Fähnlein Fieselschweif: Viel draußen sein, Gebietskontrollen in Naturschutzgebieten, Lenkung und Beratung von Besuchenden, Pflege von Infotafeln und Wegweisern und Naturschutzarbeit. Auch Umweltbildung ist ein großes Thema. Die Ranger:innen gehen an Schulen — einige davon zertifizierte Naturpark-Schulen — und bringen den Kindern die Natur näher. „Dann gibt es da noch den anderen Teil des Ranger-Daseins”, sagt Gries: Die Büroarbeit. „Etwa die Hälfte der Zeit verbringt man leider am Schreibtisch.”

Und auch Draußen läuft nicht immer alles rund. „Ich ärgere mich besonders”, so Gries, „wenn so genannte Naturgenießer ihren Müll in der Landschaft hinterlassen.” Das komme leider immer häufiger vor. „Da ist in manchen Köpfen noch ein großes Defizit”, meint Gries. Er suche immer den Dialog mit den Leuten. Die meisten, die er anspricht, seinen einsichtig. „Aber es gibt auch viele, die einfach so weitermachen, wenn keiner hinschaut.”

Ranger im Naturpark Spessart: Ein Traumjob
Andreas Gries schwärmt von der traumhaften Kulisse des Spessarts: Ein Waldmeer, jahrhundertealte Buchen- und Eichenbestände, artenreiche Wiesentäler. Sein Steckenpferd sind die großen Säugetiere. „Die Rückkehr von Luchs und Biber faszinieren mich. Mit denen habe ich gerne Berührung und hoffe jeden Tag darauf, einen Luchs zu sehen.” Biber hingegen könne man häufig sehen: „die Architektur, die er schafft, ist unglaublich.” Sein Appell an die Menschen im Spessart: „Bleibt neugierig, geht raus und geht respektvoll mit Eurer Natur um.”

Felix Kühne wird nun in den nächsten Wochen von seiner Kollegin und seinem Kollegen angeleitet. „Ich lerne den Spessart und seine Naturschutzgebiete näher kennen.” Und auch danach wird es spannend bleiben. Seine Kollegin Victoria Schuler macht es vor: „Ich bin gerade auf vielen Schulungen und Weiterbildungen.” Der Ranger-Job sei vielseitig und es gebe laufend neue Erkenntnisse und Herausforderungen.

 

Ein Beitrag von Naturpark Spessart

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