Wasserbüffel im Hafenlohrtal

Seit 2009 grast eine Herde von Wasserbüffeln im unteren Hafenlohrtal bei Windheim und hilft so bei der Offenhaltung des idyllischen Tals. Dabei erhalten die derzeit 20 Büffel nicht nur wertvolle Offenlandbiotope, sie schaffen auch kleinräumig neue Lebensräume. Die von den Büffeln auf der Wiese angelegten Schlammsuhlen werden beispielsweise von Amphibien und Libellen gerne als Laichgewässer angenommen. Mit ihren breiten Hufen schaffen die Büffel zudem offene Bodenstellen, die von vielen Pflanzen zum Keimen benötigt werden. In den Dunghaufen der Wiederkäuer entwickeln sich zahlreiche Insekten, die wiederum Vögeln und Fledermäusen als Nahrung dienen.

Nach anfänglicher Skepsis und Kritik an dem Beweidungsprojekt mit den “Exoten” trifft die Arbeit der vierbeinigen Landschaftspfleger inzwischen auf breite Zustimmung. Wissenschaftliche Begleituntersuchungen dokumentieren in den letzten Jahren eine starke Zunahme der Artenvielfalt auf der Büffelweide. Zudem haben sich die Wasserbüffel zu einem Sympathieträger und einer kleinen touristischen Attraktion entwickelt.

Die Wasserbüffel im Hafenlohrtal gehören zur Rasse der osteuropäischen Wasserbüffel. Diese stammen von asiatischen Wild – Wasserbüffeln ab, welche bereits ab 5000 v. Christus  als Haustiere domestiziert wurden. Über Persien gelangten die Wasserbüffel bis nach Ungarn, Bulgarien, Rumänien und Italien, wo sie traditionell als Arbeitstiere, Fleisch- und Milchlieferanten gehalten werden.

In Deutschland werden Wasserbüffel seit etwa 25 Jahren gehalten, gerade auch für die Landschaftspflege, aber auch für die Fleisch- und Milchproduktion. Derzeit gibt es etwa 4.000 Büffel in Deutschland.

In freier Wildbahn wird die Büffelherde von einer Leitkuh geführt, Jungbullen blieben bis zum Alter von etwa 2 Jahren bei der Herde und werden dann von der Leitkuh vertrieben. Sie bilden zunächst Junggesellenverbände, werden später dann zu temporären Einzelgängern. Nur während der Paarungszeit gesellen sich die Bullen wieder zur Herde. Bei der Weidehaltung im Hafenlohrtal bleibt der Leitbulle ganzjährig auf der Weide, er sondert sich jedoch von der Herde ab. Die Jungbullen werden vom Tierhalter Reinhold Tausch auf einer gesonderten Weide gehalten und dann zu Zuchtzwecken verkauft oder für die Direktvermarktung geschlachtet.

Knochenfunde belegen, dass wilde Wasserbüffel während der letzten Warmzeiten auch in Mitteleuropa weit verbeitet waren. Sie starben jedoch im Laufe des späten Pleistozäns oder frühen Holozäns aus.

 

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Wasserbüffelkuh mit Kalb im Hafenlohrtal (Foto: Walter Zapf)

 

Ein Beitrag von Naturpark Spessart

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