Workshop zu Öffentlichkeitsarbeiten und Natura 2000

Workshop Natura 2000 5 620x376 Workshop zu Öffentlichkeitsarbeiten und Natura 2000

Workshop zu Natura 2000 am 16.1.2020 in Heigenbrücken

Wissen Sie, was sich hinter dem Begriff „Natura 2000“ verbirgt? Wenn nicht, geht es Ihnen wie den meisten Deutschen. Umfragen zeigen, dass nur etwa 10% der Bevölkerung schon einmal von Natura 2000 gehört haben. Nur ca. 5% der Befragten wissen, dass der Name für ein europaweites Netzwerk von Schutzgebieten steht. Schon vor Jahren haben die EU-Mitgliedsstaaten sogenannte Fauna-Flora-Habitat-Gebiete und europäische Vogelschutzgebiete ausgewiesen, um die Natur- und Artenvielfalt in Europa zu erhalten. Diese Gebiete werden unter dem Begriff Natura 2000 zusammengefasst. In Bayern machen sie etwa elf Prozent der Landesfläche aus, im Naturpark Spessart sogar 21%.

Karte Natura2000 im Naturpark Spessart 620x711 Workshop zu Öffentlichkeitsarbeiten und Natura 2000

„Natura 2000″ im Naturpark Spessart
Dargestellt sind in Rot die FFH-Gebiete zum Schutz seltener Lebensräume und Arten und in Blau die Vogelschutzgebiete.
(Daten: Bayerisches Landesamt für Umwelt, Geobasisdaten: © Bayerische Vermessungsverwaltung 2020)“

Trotz der großen Bedeutung für den Naturschutz sind diese europaweit verankerten Schutzgebiete in der Öffentlichkeit nahezu unbekannt. Bei einem Workshop Mitte Januar in Heigenbrücken diskutierten 15 Experten, wie man die Öffentlichkeitsarbeit zu „Natura 2000“ und den dazugehörigen Schutzgebieten im Spessart verbessern könnte.
Die Vertreter von Naturschutzbehörden und -verbänden, Naturpark sowie Land- und Forstwirtschaft waren sich einig, dass Natura 2000 in der bisherigen Naturschutzarbeit in der Region nicht optimal kommuniziert wird. Die meisten Einheimischen und Besucher im Spessart wissen nicht, wo die Schutzgebiete liegen, welchem Zweck sie dienen und welche Verantwortung zum Erhalt der Biodiversität damit verbunden ist. Auch die Potenziale von Natura 2000 hinsichtlich Erholungsnutzung, Bildung, Tourismus und Erhalt unserer Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen werden zu wenig wahrgenommen. Entsprechend gering ist die gesellschaftliche Wertschätzung für diese einzigartigen Naturschätze und für die Akteure, die sie im Rahmen einer angepassten Bewirtschaftung erhalten und pflegen.

Die Workshop-Teilnehmer wollen daher Natura 2000 noch stärker in ihre Öffentlichkeitsarbeit integrieren und bereits laufende Aktivitäten ausbauen. Es wurde vorgeschlagen, Broschüren mit Informationen zu allen Natura 2000 Gebieten im Spessart herauszugeben, die z.B. auch Wandertouren und Freizeittipps beinhalten. Diese Informationen sollen auch für die Presse und das Internet aufbereitet und u.a. auf den Webseiten von Naturpark, Tourismusverbänden, Landkreisen oder Kommunen angeboten werden. Mittelfristig sollen die Schutzgebiete zudem durch neue Beschilderungen, Infostationen und digitale Angebote besser sicht- und erlebbar werden.

Weiterhin vereinbarten die Experten, dass Multiplikatoren wie Natur- und Gästeführer oder Ehrenamtliche aus Naturschutzverbänden zu Natura 2000 geschult werden. Diese können das Thema dann gemeinsam mit Naturpark-Rangern, Gebietsbetreuern sowie Wald- und Naturpädagogen zielgruppengerecht in Kindergärten, Schulen und in die breite Öffentlichkeit tragen.

Jörg Steinhoff, Leiter der Höheren Naturschutzbehörde begrüßte die Ergebnisse des Workshops und signalisierte, das die Regierung von Unterfranken geeignete Maßnahmen unterstützen wird. Herr Steinhoff verwies zudem auf eine bayernweite Kampagnen, die aktuell im Rahmen des Projekts „LIFE living Natura 2000“ laufen (www.ganz-meine-natur.bayern.de). An diese können die Akteure im Spessart anknüpfen.

 

Der Workshop ist Teil eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens, das vom Verband Deutscher Naturparke e.V. mit Mitteln des Bundesamts für Naturschutz (BfN) und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) durchgeführt wird.

 

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Teilnehmer des Workshops am 16.1.2020 in Heigenbrücken

Ein Beitrag von Naturpark Spessart

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