Flöße für die Schwalben!?

Was sich in der Überschrift erst einmal recht seltsam anhört, ist für uns eine Maßnahme im Biotop- und Artenschutz. Es geht dabei um den Schutz der Brut- und Lebensstätten der Flussseeschwalbe.
Sie nutzen temporäre Sandbänke oder schwimmende Bestände der Ufervegetation um zu brüten. Sie treffen Ende März bei uns ein und beginnen unverzüglich mit der Suche nach einem Brutplatz. An zwei Seen im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land haben wir die Tiere regelmäßig beobachtet.
Durch schwankende Wasserstände und eine zunehmende Freizeitnutzung der Gewässer wird es für die Art immer schwerer einen Brutplatz zu finden. Regelmäßige Sichtungen der Flussseeschwalbe gab es auch auf dem Kagarsee bei Kagar.

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Flussseeschwalbe
© Frank Koch (Archiv Naturwacht SRL)

Die Tiere hatten sich die Schwimmplattform einer Kinder- und Jugendeinrichtung (casablanka e.V.) als Brutplatz ausgewählt. Diese Plattform, schon leicht in die Jahre gekommen, drohte zu sinken. Das hat uns als Mitarbeiter der Naturwacht veranlasst, die vorhandenen Brutflöße anzubieten.
Bereits zum dritten Mal zogen wir in diesem Jahr die Flöße auf den See. Als Startpunkt können wir das Grundstück der Einrichtung nutzen. Der Hausmeister vor Ort stand uns im ersten Jahr mit Boot und Tatkraft zur Seite. In den letzten beiden Wintern konnten wir die Flöße dort auch lagern. Seit zwei Jahren zieht uns ein Mitglied des Landesanglerverbandes, der am See wohnt, die Flöße auf den See.
Der Landesanglerverband ist auch der Pächter des Kagarsees und hat uns gestattet dauerhaft Reusenstangen in den Seeboden zu treiben. Die Reusenstangen hat uns ein Fischer zur Verfügung gestellt. Die beiden Flöße werden mit lockeren Seilen angebunden; so können sie auf die Wasserschwankungen reagieren.
Im vergangenen Jahr haben drei Paare auf dem einen Floß gebrütet und ihre Jungen großgezogen, das andere hatten Lachmöwen erobert.

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Die Brutinseln für die Flussseeschwalben erwecken auch das Interesse anderer Arten.
© Naturwacht SRL

Seit dem 17. März schwimmen nun wieder beide Flöße auf dem See. Regelmäßig beobachten wir, ob sich schon jemand angesiedelt hat. Interessenten (siehe Bild) gab es gleich beim zu Wasserlassen der Flöße, jedoch für diese potentiellen Nutzer waren die Flöße dann doch zu klein. Noch lassen die Flussseeschwalben auf sich warten.

Anke Rudnik
Gebietsleiterin der Naturwacht im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land

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