Pilz des Jahres 2022

Der Fliegenpilz – Pilz des Jahres 2022
(Amanita muscaria)

Foto 1 Fliegenpilz Wikipedia Ak ccm 300x214 Pilz des Jahres 2022

Foto 1 – Fliegenpilz // Wikipedia // Ak ccm

Er ist einer der bekanntesten Pilze Mitteleuropas und mit seiner leuchtend roten Kappe und den weißen kegelförmigen Schuppen bzw. Warzen unübersehbar. Die deutsche Bezeichnung Fliegenpilz geht zurück auf die einstige Verwendung als Fliegenfalle: gezuckerte und in Milch getränkte Pilzstücke lockten die Insekten an, die anschließend betäubt in der Flüssigkeit ertranken. Die auffallenden Fruchtkörper des Fliegenpilzes erscheinen hauptsächlich von Juli bis Oktober in allen Gegenden des Naturparks Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale, insbesondere unter Fichten und Birken – hier ist er stellenweise flächendeckend verbreitet. Man findet ihn aber auch an Waldrändern auf vorzugsweise sauren Böden.

Foto 2 Fliegenpilz Susen Reuter 300x407 Pilz des Jahres 2022

Foto 2 – Fliegenpilz // Susen Reuter

Ob in jungem Stadium kugelig bis halbkugelig geschlossen, oder später mit scheibenförmigem Hut: der Fliegenpilz ist immer eine Erscheinung. Auf der Unterseite des Hutes sitzen weiße Lamellen – hier reifen die Sporen heran, die zur Verbreitung des Pilzes führen. Als wichtiger Symbiosepartner vieler Laub- und Nadelbäume liefert der Fliegenpilz den Bäumen reichlich Wasser und Nährstoffe. Im Gegenzug dafür erhält er Zuckerverbindungen, die er selbst nicht herstellen kann. Der Tauschhandel erfolgt an den Wurzelspitzen, die von den Pilzfäden schützend ummantelt werden. Zwar ist der Fliegenpilz giftig, führt jedoch nicht zum Tod. Typische Anzeichen einer Fliegenpilzvergiftung sind geweitete Pupillen, ein rasender Puls bis hin zu Krämpfen, Erbrechen und zentralnervösen Störungen. In einigen Kulturen, besonders bei den Schamanen in Sibirien, wurde und wird er als Rauschmittel verwendet.

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) hat den Fliegenpilz als „Pilz des Jahres 2022“ auserkoren, unter anderem, da er ein Indiz für naturnahe Grünflächen darstellt. „Doch wo die gärtnerische Pflege mit Dünger, Fertigrasen und Mähroboter überhandnimmt, fällt es dem Fliegenpilz schwer zu überleben. Er gilt deshalb als gute Zeigerart für naturnahe Gärten und Parkanlagen“, so die DGfM. Darüber hinaus ist er als Glückssymbol und Gegenstand zahlreicher Mythen bekannt.
Fotonutzung unter Angabe des Fotografen:

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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