25 Jahre Genressourcenprojekt Streuobst – Alte Apfelsorten für Brandenburgs Zukunft
Das Genressourcenprojekt Streuobst blickt auf eine 25-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Seit dem Jahr 2001 engagieren sich die brandenburgischen Naturparke gemeinsam mit regionalen Partnern für den Erhalt alter, regionaltypischer Apfelsorten. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt, zur Landschaftspflege und zur Bewahrung wertvoller genetischer Ressourcen. Gestartet in den Naturparken Uckermärkische Seen und Stechlin-Ruppiner Land, wird die Initiative in diesem Jahr auch auf die Naturparke Barnim und Märkische Schweiz erweitert. Jeden Herbst verteilen die Naturparkverwaltungen junge Hochstämme dieser alten Sorten an engagierte Bürgerinnen und Bürger für den Garten, die Wiese oder als Wegbegleiter in der offenen Landschaft.
Die Wurzeln des Projekts reichen zurück in das Forschungsprojekt „Multivalente Nutzung obstgenetischer Ressourcen“, das zwischen 1995 und 1999 durchgeführt wurde. Damals wurden brandenburgweit Streuobstbestände kartiert und untersucht. Für jeden erfassten Obstbaum wurden Herkunft, Standort und Sorte dokumentiert. Fruchtproben dienten der Sortenbestimmung, während Reiser für die spätere Vermehrung gesichert wurden. Allein in der Uckermark konnten auf diese Weise 157 regionaltypische Apfelsorten nachgewiesen werden.
Für das Streuobstprojekt wurden 100 alte Landsorten aus diesem wertvollen Genressourcenbestand ausgewählt. Grundlage hierfür bilden die von der Landesanstalt für Gartenbau als besonders erhaltenswert eingestuften und für Nordbrandenburg empfohlenen Sorten. Da diese Sorten heute im regulären Baumschulhandel nicht mehr verfügbar sind, werden sie seit mehr als zwei Jahrzehnten gezielt vermehrt. In der Biesenthaler Baumschule im Naturpark Barnim werden dafür jährlich ca. 500 Obsthochstämme alter Apfelsorten herangezogen.
Mit dem Projekt werden mehrere Ziele verfolgt: die Förderung einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Streuobstnutzung, die Gestaltung und Aufwertung der Kulturlandschaft sowie der langfristige Erhalt regionaler obstgenetischer Ressourcen.
Seit vielen Jahren sensibilisieren wir in verschiedenen Veranstaltungen in unseren Naturparken für die Bedeutung von Streuobstwiesen, den Erhalt alter Obstsorten und eine nachhaltige Obstbaumpflege. Gleichzeitig bieten die Naturparke regionalen Akteuren eine Plattform, um ihre Produkte, Initiativen und Projekte einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Ob Menzer Apfeltag, Apfelfest in Buckow, der öffentlich zugängliche Sortenschaugarten in Templin, Besuch in der Baumschule Biesenthal oder Naturparkfest des Naturparks Barnim – all das sind gute Gelegenheiten für Besucherinnen und Besucher, die Vielfalt alter Apfelsorten kennenzulernen und mehr über deren Geschichte und Eigenschaften zu erfahren.
Für die Pflanzung und Pflege der Bäume werden seit Beginn des Projekts sogenannte „Apfelhochstammpartnerinnen und Apfelhochstammpartner“ gewonnen. Diese verpflichten sich zur fachgerechten Pflege der Bäume und tragen so aktiv zum Erhalt der alten Sorten bei. Wer selbst einen Beitrag zum Erhalt alter Apfelsorten leisten möchte, kann sich als Apfelhochstammpartnerin oder Apfelhochstammpartner engagieren. Die Naturparkverwaltungen informieren gern über die Möglichkeiten einer Beteiligung.
Weitere Informationen und Kontakt: np-barnim(at)lfu(dot)brandenburg(dot)de
Ein Beitrag von Naturpark Barnim
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