Junior-Ranger und „Heidekinder“, Äpfel und Birnen

Ungefähr einhundert Jahre lang wurde auf den Rieselfeldern um Hobrechtsfelde Berliner Abwasser entsorgt. Gestunken hat es damals, aber nährstoffreich war die „Brühe“ allemal. Obst und Gemüse gediehen auf den Rieselflächen überaus gut und konnten gewinnbringend in der Hauptstadt verkauft werden. Die Berliner bekamen also ihre Sch… in veredelter Form auf den Teller. Die Wege der Rieselfelder waren gesäumt von üppig tragenden Obstbäumen.

Die blühenden Zeiten waren mit zunehmender Industrialisierung vorbei, denn die Abwässer waren zunehmend mit Schadstoffen und Schwermetallen verseucht. Vor 30 Jahren wurde die Rieselei ganz eingestellt und der Versuch gestartet, die Flächen aufzuforsten. Darüber gibt es viel zu lesen, auch über die Wiederbewässerung und Beweidung.

Hier aber geht es um einen Tag, an dem Kinder und Jugendliche Werte auch für nachfolgende Generationen schafften:

Die strahlende Sonne lachte den 22 Heidekindern und Junior-Rangern ins Gesicht, als diese in die Hände spuckten und sich ans Werk machten. 4 Obstbäume, die um einiges größer waren als die Aktiven selbst, sollten die alte Tradition wieder aufgreifend am „Alten Bernauer Heerweg“ (zwischen Schönow und Hobrechtsfelde) gepflanzt werden. Dirk Krone von der Naturwacht besorgte das Pflanzgut und der Schönower-Heide-Verein e.V. übernahm die Kosten. Die Pflanzstellen wurden von widerspenstigem Grasbewuchs befreit und dann den Bäumen würdige Pflanzlöcher ausgehoben. Wo Kinderkräfte nicht ausreichten, half schon mal der eine oder andere erwachsene Begleiter tatkräftig mit. Pferdemist, Lehm und Muttererde ergaben ein Gemisch, an dem die Bäume hoffentlich Gefallen finden, vor allem sollen sie aber Kraft tanken.

Die jungen Leute schleppten Eichenpfähle heran. Drei wurden um jeden Baum gestellt, und dieser daran fest gebunden. Zum Schutz gegen gieriges Wild bekamen die Apfel- und Birnenbäume noch einen Schutz aus Draht. Dann noch Wasser drauf und fertig. Gut zwei Stunden hatten die jungen Leute alle Hände voll zu tun und waren letzten Endes stolz auf das Vollbrachte. Gepflanzt wurden zwei Apfelbäume (Gelber Köstlicher, Orangenrenette) und zwei Birnenbäume (Gute Luise, Conference).

Und wie geht es weiter. Die Kinder übernehmen mit ihren Familien Patenschaften, d.h. sie kümmern sich bei Trockenheit um ihre Bäumchen und achten auf ihr Wohlergehen.

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Junior-Ranger und “Heidekinder” pflanzten gemeinsam 4 Obstbäume. Sie führten damit ein vom VDN mitgetragenes Freiwilligen-Projekt fort.

Und weiter… Vielleicht gehen die Akteure von heute einst den „Alten Bernauer Heerweg“ entlang, reichen ihren Kindern versonnen eine „Gute Luise“ (Birne) und denken an einen schönen sonnigen Tag im Februar mit einem Lächeln im Gesicht.

Ein Beitrag von Naturpark Barnim

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