Wettbewerb “Naturparkprojekt 2017″…

Neues Zuhause für Fledermäuse in alter Trafostation

Viele Fledermausarten sind Kulturfolger. Seit Jahrhunderten leben sie in der Nähe menschlicher Siedlungen. Sie nutzen Dachböden zur Aufzucht ihrer Jungtiere, Keller zum Überwintern und Grünanlagen zum nächtlichen Jagen. Durch Sanierung oder Abriss gingen vor allen Dingen seit der Wende viele fledermausfreundliche Bauwerke, z. B. alte Wohn- und Stallgebäude oder stillgelegte Industriebetriebe, für die Tiere verloren.

Trafo Fledermause Wandlitz Wettbewerb Naturparkprojekt 2017...

Die meisten Fledermausarten beziehen geschützte Höhlen, Felsspalten oder alte Bäume mit Specht- und Asthöhlen. Wo diese fehlen, sind sie auf menschliche Gastgeber angewiesen. Auch im Naturpark Barnim sind natürliche Wohnungsangebote für Fledermäuse knapp. (Foto: Gemeinde Wandlitz)

In der Gemeinde Wandlitz wurde jetzt für die kleinen Flugakrobaten in einer alten Trafostation ein neues Domizil geschaffen. Mit vergleichsweise geringem Aufwand an Material, Arbeitszeit und finanziellen Mitteln konnte der prägnante Turm in der Warthestraße erhalten werden und hat jetzt einen neuen Zweck: den Schutz von Tierarten.

Das Dach wurde saniert und sowohl im Innen- wie im Außenbereich wurden witterungsbeständige Holzplatten mit einem engen Abstand zur Gebäudewand angebracht. Dahinter finden heimische Fledermäuse Spalten, in denen die jungen Fledermäuse geboren und aufgezogen werden, sogenannte Wochenstuben. Auch während der Balzzeit im Herbst oder als Zwischenquartier während des Zuges werden solche „Fledermaus-Großkästen“ gerne aufgesucht. Kältetolerante Arten, wie Zwerg-, Breitflügel- oder Mopsfledermaus nutzen derartige Plätze sogar zum Überwintern.

Aber nicht nur für diverse Fledermausarten bietet der ehemalige Trafoturm jetzt ein neues Zuhause. Auf der Rückseite des Turmes wurden vier Holzbetonkästen für den Mauersegler angebracht. Denn auch dieser wendige Flieger verlor in den letzten Jahren zahlreiche Brutplätze. Im Inneren des Trafoturms befinden sich vier Kunstnester für Rauchschwalben. Und auch Plätze für sogenannte Nischenbrüter, wie Fliegenschnäpper, Bachstelze oder Hausrotschwanz, wurden im Turminneren geschaffen.

Das Projekt hatte einen Kostenumfang von insgesamt ca. 11.000 Euro. Neben finanziellen Mitteln der Gemeinde Wandlitz wurde es von der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg mit mehr als 6.000 Euro aus Zweckerträgen der Lotterie GlücksSpirale gefördert. Die bauliche Ausführung erfolgte durch den Förderverein Naturpark Barnim und die NANU GmbH aus Berge/Prignitz.

 

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