Natur des Jahres 2018

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Frucht der Ess-Kastanie / Wikipedia Benjamin Gimmel

Die Ess-Kastanie
(Castanea sativa)

Zwar bekommt man sie in Deutschland relativ selten zu Gesicht, dafür ist ihr Aussehen gerade zur Blütezeit umso eindrucksvoller – ganz zu schweigen von der vielseitigen Verwendbarkeit der Früchte. Die Ess-Kastanie, oft auch als Edel-Kastanie bezeichnet, ist zum Baum des Jahres 2018 auserkoren worden. Mit der Rosskastanie hat sie allerdings gar nichts zu tun, die beiden sind noch nicht einmal miteinander verwandt. Überhaupt sind sie in jederlei Hinsicht verschieden: Blätter, Blüten und Blütenstände können nicht verwechselt werden. Wahrscheinlich ist die Ähnlichkeit der glänzend rötlich-braunen Früchte verantwortlich für die Namensverwandtschaft.

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Ess-Kastanie / Wikipedia Willow

Zur Blütezeit sind Ess-Kastanien eine wahre Augenweide: Im Frühsommer strahlt die gesamte Baumkrone in einer gelblichweißen Blütenpracht. Das lockt eine Menge Insekten an, vor allem Bienen laben sich am Nektar und produzieren einen fast bernsteinfarbenen Honig mit einem aromatischen, leicht herben Geschmack.  Und nicht nur für Bienen ist dieser Baum ein wertvoller Nahrungslieferant. Seit Jahrhunderten, ja Jahrtausenden sind die Früchte der Ess-Kastanie auf unseren Tellern beliebt. Sie finden Verwendung in Suppen, Brot und Süßspeisen, oder werden schlicht und einfach als „heiße Maroni“ in der kalten Jahreszeit verzehrt. Für weite Teile der Bevölkerung, insbesondere in den kargen Bergregionen Südeuropas, war die Ess-Kastanie bis ins 19. Jahrhundert hinein eines der Hauptnahrungsmittel.

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Ess-Kastanie / Wikipedia Hoger

Man findet die Ess-Kastanie vor allem im südlichen Europa und in Asien. In Deutschland fühlt sie sich an warmen Standorten am wohlsten, obwohl sie vereinzelt auch in Dänemark und Südschweden anzutreffen ist, jedoch hier eindeutig außerhalb ihres eigentlichen klimatischen Refugiums und mehr als Park- oder Alleebaum. Deutschlands dickste Ess-Kastanie steht im Karlsruher Schlossgarten und hat einen stolzen Stammumfang von 9,70 Meter. Ihr Alter wird auf rund 280 Jahre datiert. Eine Renaissance könnte die Ess-Kastanie auch aufgrund ihres Holzes für die Bau- und Möbelbranche erleben: Es gibt mehrere Projekte in Deutschland, die sich mit der forstlichen Nutzung beschäftigen und bei denen herausgefunden werden soll, unter welchen Bedingungen die Ess-Kastanie am besten gedeiht.

Autor: Susen Reuter

 

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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