Natur des Jahres 2018

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Fransen-Nabelflechte/BLAM Wolfgang von Brackel

Die Fransen-Nabelflechte
(Umbilicaria cylindrica)

Der Name dieser besonderen Flechte trägt die wichtigsten Merkmale des Aussehens bereits in sich: Mit Fransen sind die seitlich abstehenden, wimpernartigen Borsten gemeint, die man mit bloßem Auge gut erkennen kann. Und der Nabel ist nichts anderes, als das verbindende Element, mit dem sich die Flechte auf dem jeweiligen Gesteinsuntergrund festhält – darauf verweist auch die wissenschaftliche Bezeichnung Umbilicaria (lateinisch umbilicus = Nabel). Normalerweise sind Blattflechten komplett mit dem Untergrund verwachsen, doch nicht so bei den Nabelflechten, die zentral an einer Stelle (Nabel) am Gestein festsitzen.

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Fransen-Nabelflechte/Wikipedia Jerzy Opiola

Das graue Lager der Fransen-Nabelflechte ist in gewellten, lappenähnlichen Gebilden angelegt. An der Unterseite sind diese Lappen hellbraun bis blassrosa gefärbt. Die Größe der Lager variiert zwischen 2 und 6 Zentimetern im Durchmesser. Auffallend sind die darauf befindlichen schwarzen Fruchtkörper. Mit der Zeit wachsen diese empor und entwickeln kleine Stiele mit einer rilligen Scheibe.

Die Fransen-Nabelflechte fühlt sich dort am wohlsten, wo es relativ kühl ist und eine gewisse Luftfeuchte vorherrscht. Man findet sie daher häufig in höheren Lagen an kalkfreien Silikatfelsen – in Europa betrifft dies vor allem Alpenländer, Skandinavien und einige Mittelgebirge. Hier besiedelt sie schräge bis fast senkrechte Felswände, die gut belichtet sind. Sekundärstandorte, zu denen die Vorkommen auf den Schiefertrockenmauern im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale zählen, sind da schon eher selten der Fall. In den norddeutschen Bundesländern fehlt sie gänzlich, weshalb sie insgesamt als „gefährdet“ eingestuft wird. Übrigens: Als echter Überlebenskünstler ist diese Flechte auf extreme Witterungsverhältnisse eingestellt: Im Sommer trocknet sie bei großen Hitzeperioden völlig aus und verfällt in eine Art Ruhezustand – bis zum nächsten Regenguss.

Autor: Susen Reuter

 

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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