Natur des Jahres 2016

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Männliche Binsenjungfer mit schöner Blaufärbung, BA Christian Fischer/Wikipedia

Gemeine Binsenjungfer
(Lestes sponsa)

Die ausgewachsene Libelle fliegt von Juni bis in den Oktober hinein und schillert in prächtigen Farben: die Männchen in metallischen Grüntönen, die Weibchen in kupfernen. Die Männchen bekommen mit der Geschlechtsreife außerdem tiefblaue Augen und eine wachsartige helle Blaubereifung am Brustbereich und Hinterleib. Auffallend bei den Weibchen ist das stark verdickte Hinterleibsende mit ausgeprägtem Legeapparat – es dient zum Einstechen der Eier in Halme und Blätter. Die Eiablage erfolgt gemeinsam im Tandem, mitunter klettern dabei beide Tiere halmabwärts bis zu 50 Zentimeter tief ins Wasser.

Tagsüber sitzt die Gemeine Binsenjungfer gerne an Binsen- oder Schilfhalmen, von hier aus erspähen sie vorbeifliegende Insekten und jagen diese – man bezeichnet sie daher auch als Ansitzjäger. Anders als bei den meisten Kleinlibellen legen Teichjungfern, zu denen die Gemeine Binsenjungfer zählt, ihre Flügelpaare in Ruhehaltung nicht an, sondern spreizen sie schräg vom Körper ab. Nur bei starkem Wind werden die Flügel angelegt.

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Paarungsrad der Libellen, BA: Günter J. Loos BUND

Ihre bevorzugten Lebensräume sind kleinere stehende Gewässer mit seichten Uferbereichen und üppigen Verlandungszonen. Dazu zählen besonnte Teiche, Gräben, Tümpel und Moore. Äußerst wichtig für diese Libelle ist ein stabiler und wenig schwankender Wasserstand. Sind optimale Lebensraumbedingungen gegeben, tritt die Gemeine Binsenjungfer oft zu hunderten Individuen auf.

Mit der Wahl der Gemeinen Binsenjungfer zur Libelle des Jahres soll auf ihre schwindenden Bestände hingewiesen werden. Zwar gilt sie (noch) als nicht gefährdete Art, jedoch kommt es durch die Klimaerwärmung zunehmend zu schwankenden Wasserständen bis hin zum Austrocknen ganzer Bäche, Flussauen, Wassergräben und Teiche. Die Folge ist ein Larvensterben und damit ein Rückgang der Art. Im Naturpark Thüringer Schiefergebirge ist sie ein häufiger Bewohner an Teichen, Weihern und Gräben, insbesondere im Dreba-Plothener Teichgebiet.

Autor: Susen Reuter

 

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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