Blume des Jahres 2020

Der Fieberklee
(Menyanthes trifoliata)

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Fieberklee // Wikipedia // Uoaei1

Der Name Fieberklee verweist auf die frühere Annahme, die Pflanze hätte eine fiebersenkende Wirkung.  Wissenschaftlich konnte das zwar nicht nachgewiesen werden, wohl aber die Heilwirkung bei Magen- und Verdauungsstörungen sowie bei Appetitlosigkeit und Gallenleiden. Noch heute enthalten bittere Kräuterliköre und -schnäpse gelegentlich Auszüge des Fieberklees. In Kräutertees werden mitunter Blätter der Arzneipflanze beigemischt. Ein Klee ist er prinzipiell nicht – die Blätter ähneln nur dem Klee, sind jedoch viel größer.

Der Fieberklee fühlt sich als Sumpf- oder Wasserpflanze im Uferbereich von Gewässern wohl und bildet im moorigen Untergrund einen kriechenden Wurzelstock aus. Die Pflanze erreicht eine durchschnittliche Wuchshöhe von circa 30 Zentimetern. Auffällig sind die traubigen, weiß bis rosa erscheinenden Blütenstände, die von Ende April bis Juni Wanderer und Naturliebhaber erfreuen. In voller Blüte sind die Kronblätter leicht nach hinten zurückgerollt. Innen sind sie von vielen kräftigen, langen Fransenhaaren bedeckt – ein cleverer Trick der Natur! Denn damit sollen kleine Insekten abgehalten, dagegen größere Brummer angelockt werden. Hummeln und Bienen sind jederzeit willkommene Bestäuber. Als Dank erhalten sie den köstlichen Nektar, der sich am Grund der Fruchtknoten befindet. Ein weiterer Kniff aus der Trickkiste der Natur: Stängel und Blattstiele des Fieberklees sind innen hohl – sie dienen der Durchlüftung am sauerstoffarmen Standort und sorgen für entsprechenden Auftrieb.

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Fieberklee // Wikipedia // Muriel Bendel

Der Fieberklee ist eine wichtige Pionierpflanze. Er dringt in Flachwasserbereiche vor und trägt somit zur Verlandung bei, was wiederum anderen Arten einen neuen Lebensraum schafft. An typischen Standorten wie Zwischenmooren, Quellsümpfen und Bruchwäldern ist er jedoch immer seltener anzutreffen, weshalb die Pflanze von der Loki Schmidt Stiftung zur „Blume des Jahres“ ausgewählt wurde. In Deutschland ist der Fieberklee eine gefährdete Art und steht gemäß Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz und darf nicht ohne Genehmigung aus der Natur entnommen werden. Vorkommen des Fieberklees im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale gibt es unter anderem im Naturschutzgebiet „Dreba-Plothener Teiche“.

Um den Fieberklee vom Aussterben zu bewahren, gilt es, natürliche Standorte zu erhalten – das heißt, Moorflächen zu schützen und Feuchtwiesen nicht durch Entwässerung und Düngung zu beeinträchtigen oder gar zu zerstören. Dafür wurde unter anderem die Aktion „Moore retten“ von der Loki Schmidt Stiftung ins Leben gerufen. Das Ziel: ein Zeichen für Natur- und Klimaschutz zu setzen und Moorflächen zu renaturieren.

Autor: Susen Reuter

 

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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