Reptil des Jahres 2020

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Zauneidechse Männchen / DGHT / Andreas Meyer

Die Zauneidechse
(Lacerta agilis)

Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Zauneidechse ein Grenzgänger: Sie mag naturnahe und trockene Waldränder, Feldraine, Wegränder, Bahndämme und besonnte Böschungen. Man findet sie aber auch in Parkanlagen, Wildgärten und Weinbergen. Im Frühling ist die Zeit gekommen, in der Zauneidechsen aktiv werden: Sie kehren ab März langsam aus ihren Winterverstecken – Erdbauten anderer Tiere oder selbstgegrabene Röhren in frostfreien Böden – an die Oberfläche zurück. Dann wird sich erstmal kräftig der Bauch vollgeschlagen. Auf den Tisch kommt, was erbeutet wird: Heuschrecken, Käfer und deren Larven, Schmetterlinge, Ameisen, Spinnen bis hin zu Regenwürmer und Schnecken. Lieblingstrank sind frische Tau- und Regentropfen.

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Zauneidechse Männchen / DGHT Brandenburg / Benny Trapp

Zauneidechsen sind echte Sonnenanbeter – mit den ersten Strahlen am Morgen wärmen sie ihren Körper auf, um auf entsprechende Betriebstemperatur zu kommen. Zu favorisierten Sonnenplätzen gehören Totholz, Lücken in einer nicht zu hohen Grasschicht, Kies- und Holzhaufen oder größere Steine. Wichtig ist der Zauneidechse nur, dass bei Bedrohung sofortiges Untertauchen möglich ist. Bei akuter Gefahr kann sie einen Teil des Schwanzes abwerfen – der Feind ist vom zuckenden Anhängsel hoffentlich genügend abgelenkt. Die Schwanzspitze bildet sich später erneut aus; allerdings bleibt er dann kürzer. Wird die Mittagssonne doch zu heiß, sucht das Reptil Schattenplätze im Gebüsch auf – oder verschwindet zurück im gemütlichen Zauneidechsenhaus: in Erdlöchern, in Steinhaufen und Felsspalten, unter Rinden oder unter Reisighaufen und Laubauflagen.

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Zauneidechsenpaar / DGHT / Andreas Meyer

Sind die Fett- und Energiereserven ausreichend gefüllt und hat die erste Häutung den Männchen ein smaragdgrünes Hochzeits-Outfit beschert, beginnt im April die kräftezehrende Paarungszeit. Und die hat es in sich! Zauneidechsendamen dürfen jedenfalls nicht zimperlich sein, denn es kommt zum sogenannten Paarungsbiss: Das Männchen ergreift mit seinen Kiefern die Schwanzmitte des Weibchens, krümmt dabei seinen Körper, so dass eine Paarung stattfinden kann. Zur Eiablage sucht die Zauneidechse sandige und besonnte Plätze auf. Das Weibchen gräbt kleine Löcher und setzt darin weichschalige Eier ab. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen die Jungtiere nach spätestens zwei Monaten. Ab Anfang August beginnt in Mitteleuropa bereits der Rückzug in die Winterquartiere, die Weibchen folgen ab September, Jungtiere ziehen sich im September oder Oktober zurück.

Obwohl Zauneidechsen nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt sind, verschwindet die Art zunehmend mit unseren ausgeräumten Landschaften und ist vor allem im Norden Deutschlands bedroht. In der „Roten Liste“ wird sie als Vorwarnart geführt. Eine Vermeidung von Eingriffen in ihre Lebensräume sowie eine bessere Vernetzung dieser kann helfen, dass sich die Populationen der Zauneidechse wieder erholen.

Autor: Susen Reuter

 

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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