Kulturdenkmal des Jahres 2020

Historische Orte der Heilung und Gesundheit

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Heilstollen der Saalfelder Feengrotten // Saalfelder Feengrotten und Tourismus GmbH // Matthias Frank Schmidt

Die wohltuende Wirkung von Heilstollen unter Tage spüren, sich mit der Geschichte und Architektur eines denkmalgeschützten Klinikgebäudes befassen – der Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale lädt in diesem Jahr zu Entdeckungen historischer Orte der Heilung und Gesundheit ein. Dazu zählen das Klinikum „Georgius Agricola“ in Saalfeld, der Feengrotten-Heilstollen sowie der Heilstollen “Sankt Barbara” im Schaubergwerk Morassina. Hintergrund: Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) möchte mit jenen Orten darauf aufmerksam machen, dass es sich dabei nicht nur um architekturhistorisch wichtige Kulturdenkmäler handelt, sondern gleichzeitig um einmalige Zeugnisse der Medizin- und Heilungsgeschichte in Deutschland.

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Thüringen Kliniken „Georgius Agricola“ GmbH – Kreiskrankenhaus Saalfeld // Wikipedia // Stephan Breidt

Unter Denkmalschutz stehend ist das Hauptgebäude der Thüringen-Kliniken „Georgius Agricola“ am Standort in Saalfeld. Es wurde zwischen 1953 und 1955 vom geachteten Architekten und Hochschullehrer Hanns Hopp erbaut. Sein Markenzeichen war eine vom Bauhaus geprägte Moderne, jedoch beteiligte er sich auch an Aufträgen im neuklassizistischem Stil. Von zentraler Bedeutung: seine vorausschauende Bauweise, von der das Krankenhaus noch heute profitiert. Die Flure wurden ausgesprochen breit angelegt, das Gebäude komplett unterkellert; auch gibt es keinerlei schiefe Ebenen, die Transportwege erschweren würden. 1961 wurde dem Krankenhaus der Name „Georgius Agricola“ verliehen – Agricola war ein deutscher Wissenschaftler, der sich u. a. durch medizinische Forschungen auszeichnete, aber auch als „Vater der Mineralogie“ gilt und sich im Bergbau verdient machte. Als Begründer der modernen Geologie und Bergbaukunde brachte er beispielsweise das erste umfassende Lehrbuch der Mineralogie heraus. Von Bedeutung am heutigen Krankenhaus sind zwei Kunstschätze: die Bronzefigur „Krankenschwester mit Mutter und Kind“, gestaltet 1957 vom Rudolstädter Künstler Alfred Priebe, sowie die großformatigen Gemälde im Stil des sozialistischen Realismus von Herbert Strecha, die im Speisesaal zu sehen sind.

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Heilstollen-Liegekur // Morassina Schaubergwerk und Heilstollen // E.Gudopp/Morassina

Seit über hundert Jahren ein bewährtes und komplett nebenwirkungsfreies Naturheilverfahren: die Heilstollen-Therapie. In der reinen Luft des Stollens verbessert sich die Atemfunktion, wird das Immunsystem gestärkt, die Seele kommt zur Ruhe und man schöpft Kraft und neue Energie. Der älteste deutschlandweite Heilstollen ist der der Feengrotten, eingeweiht 1937 unter dem Namen „Emanatorium“. Vom Deutschen Heilstollenverband wurde der Therapiestollen mit drei Sternen zertifiziert – die höchstmögliche Qualitätskategorie. Auch in den Heilgrotten Morassina in Schmiedefeld kann man die wohltuende Therapie genießen: Das Untertagesanatorium des Sankt Barbara Heilstollens bietet allergen-, keim- und staubfreie Luft. Heilfördernd für die Atmungswege und der Aktivierung des Immunsystems erweist sich eine leichte natürliche Radioaktivität, die dem fast 450 Millionen Jahre alten Sedimentgestein entströmt.

Autor: Susen Reuter

 

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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