Libelle des Jahres 2019

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Schwarze Heidelibelle, Weibchen // Wikipedia // Andreas Eichler

Die Schwarze Heidelibelle
Sympetrum danae

Die Schwarze Heidelibelle gehört zur Gruppe der Segellibellen. Der berühmte Heidedichter Hermann Löns verpasste den Heidelibellen einst ihren Namen. Er beobachtete, wie die geschlüpften Insekten zur Zeit der Heideblüte in den Mooren bzw. über dem mit Heidekraut bewachsenem Ödland flogen. Der Artname der Schwarzen Heidelibelle bezieht sich auf den Körper der Männchen: Innerhalb von 8 bis 10 Tagen nach dem Schlupf färbt sich dieser vollkommen schwarz. Die Weibchen dunkeln in ihrer Gelbfärbung mit der Zeit stark nach. Von insgesamt 9 Heidelibellenarten in Deutschland ist sie ist eine der kleinsten – ihre Körperlänge beträgt nur rund 3 Zentimeter und die Flügelspannweite bis zu 5 Zentimeter.

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Schwarze Heidelibelle, Männchen // Wikipedia // Friedrich Böhringer

Die Schwarze Heidelibelle ist ein echter Spätzünder. Mit dem Schlupf hat sie es ganz und gar nicht eilig, schält sich – zumindest aus Sicht der Libellen – erst sehr spät im Jahr aus ihrer Larvenhaut. Die Schlupfperiode beginnt in der Regel erst Mitte Juli und zieht sich bis Ende August hin. Nach dem Jungfernflug verlassen sie ihr angestammtes Gewässer, um in angrenzenden Wäldern und über trockenen Heideflächen zu jagen und zu reifen. Nach etwa 10 Tagen erscheinen zunächst die Männchen am Wasser. Neugierig suchen sie den Uferrand nach Weibchen ab, während diese zunächst auf Distanz bleiben. Daher dehnen die Männchen ihre Suchflüge auf angrenzende Gebiete aus, sodass viele Paarungen abseits der Gewässer stattfinden. Nach der Paarung fliegen die Tiere in Tandemformation zum Wasser und beginnen mit der Eiablage. Die Flugzeit kann bis in den November hinein andauern. Am liebsten sitzen die Tiere an exponierten Stellen auf Steinen, Holzstücken oder einfach auf dem Boden und sonnen sich.

Die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen hat die Schwarze Heidelibelle gemeinsam mit dem BUND zur Libelle des Jahres 2019 gekürt. Ihren Lebensräumen, sauren flachen Tümpeln, Weihern und Sumpfzonen, geht es zunehmend an den Kragen. Randzonen von Hoch- und Übergangsmooren oder langsam fließende Wiesenbäche werden ebenfalls gerne besiedelt. In Thüringen findet man die Schwarze Heidelibelle unter anderem im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale vor – bevorzugt an gering bewirtschafteten und langsam versauernden Teichen. Um die vorhandenen Bestände zu sichern, können Programme zur Extensivierung der Teichwirtschaft einen erheblichen Beitrag leisten.

Autor: Susen Reuter

 

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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