Natur des Jahres 2019

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Reh/Wikipedia Marek Szczepanek

Das Reh – Wildtier des Jahres 2019
(Capreolus capreolus)

Das Reh ist uns vermeintlich bestens bekannt. Gerade in der kalten Jahreszeit sind Rehe auf Feldern und an Waldrändern häufig zu beobachten. Doch wieviel wissen wir tatsächlich über diese heimische Tierart? Nicht umsonst ist es zum Wildtier des Jahres 2019 auserkoren worden. Abgesehen von interessanten Fakten zu Aussehen, Lebensweise und Verhalten möchte man auf die Probleme rund um den Lebensraum von Rehen aufmerksam machen.

Das Europäische Reh ist die häufigste und kleinste Art der Hirsche des Kontinents. Jeder kennt das Bild von aufgeschreckten und in schnellen Sprüngen davonrennenden Rehen – ruckzuck befinden sie sich gut getarnt im Dickicht. Daran ist die keilförmige Körperform, die ein fast lautloses Durchwinden dichter Vegetation ermöglicht, perfekt angepasst. Zudem sind Rehe ausgesprochen gute „Spürnasen“. Sie orientieren sich anhand von Duftreizen und können Menschen schon aus 400 Metern Entfernung wahrnehmen. Die Nasenschleimhaut ist überzogen von einem ganzen Netz aus Riechzellen, man spricht von circa 320 Millionen! Daher gehören Rehe zu den sogenannten Makrosmatikern – Lebewesen, bei denen der Geruchssinn ausgesprochen stark entwickelt ist.

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Reh/Wikipedia Vera Buhl

Typische Lebensräume sind Wälder und die Feldflur – und in beiden kommt es zu Konflikten mit dem Menschen: Sind es im Wald die Jäger, die Rehe aufgrund des Verbisses von Jungbäumen verfolgen, droht insbesondere Rehkitzen im offenen Grünland Gefahr durch Grasmahd. Dabei werden Kitze oft getötet oder verstümmelt. „Wiesen dürfen nicht länger zur Todesfalle für die Rehkitze werden“, so der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Und dabei betrifft es nicht nur Rehe, sondern auch Feldhase, Feldlerche und Wiesenweihe, die unter einer frühen Mahd zu leiden haben. Eine Wiesenmahd Anfang Juli würde also nicht nur Rehkitze retten, sondern auch die Gelege und Küken von hoch bedrohten Vogelarten. Allein in Deutschland wird der Umfang der Wildtierverluste durch die Grünlandbewirtschaftung auf 500.000 Individuen geschätzt, davon ca. 90.000 Rehkitze. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um den Mähtod zu unterbinden: Eine nicht zu niedrige Schnitthöhe, eine von innen nach außen gerichtete Mahd, die Verwendung von Messerbalken-Mähwerken anstelle von Rotationsmähwerken sowie Rehe einen Tag vor der Mahd verblenden, also mit Blinklichtern oder raschelnden Plastiksäcken aufscheuchen und vertreiben. Eine Aufgabe des Naturparks Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale ist es, Landwirte zu sensibilisieren, um Wildtiere wie das Reh, bodenbrütende Vogelarten und Reptilien vor dem Mähtod zu bewahren.

Autor Susen Reuter

 

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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