Natur des Jahres 2019

Naturparke Neuigkeiten am 12. Dezember 2018

Das Gestein des Jahres 2019 ist vielerorts nicht wegzudenken und prägend für das Antlitz ganzer Regionen.

Gestein des Jahres 2019: Schiefer

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Schieferfassade in Lehesten, BA Susen Reuter

Das Gestein des Jahres 2019 ist vielerorts nicht wegzudenken und prägend für das Antlitz ganzer Regionen. Schiefer ist vor allem bekannt als Material zur Dachabdeckung sowie für die Gestaltung von Hausfassaden. Die Lehestener Dachdeckerschule wurde vor über 100 Jahren gegründet und ist heute die älteste bestehende Dachdeckermeisterschule in ganz Deutschland. Einst war es in Schulen üblich, mit sogenanntem Griffelschiefer auf kleinen Schiefertafeln zu schreiben. Doch was ist Schiefer eigentlich? Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um verfestigten Ton. Es gibt verschiedene Schieferarten, doch alle haben sie eines gemeinsam: Das Gestein ist in einer Richtung, in der Schieferung, meist gut spaltbar und besitzt eine blättrige Konsistenz.

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Moos auf Schiefer, BA Susen Reuter

Über 600 Millionen Jahre ist es her, dass in Thüringen die Ablagerung toniger Gesteine begann. Dabei wurden die Schichten mehrere tausend Meter mächtig. Aufgrund des immensen Druckes dieser Gesteinsmassen kam es zur Verfestigung der ursprünglichen Tonschlämme. Das enthaltene Wasser wurde untermeerisch herausgepresst und die Schichten dadurch immer fester. Durch den seitlichen Druck bei der Einengung des Meeresraumes vor etwa 340 Millionen Jahren wurden die Tonsteinschichten aufgefaltet. Allmählich entstanden aus den Tonsteinen, je nach Einwirkung von Hitze und Druck, unterschiedliche Schiefergesteine – so zum Beispiel die für den Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale so typischen Dach- und Griffelschiefer.

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Schieferhalde in Lehesten, BA Susen Reuter

Aus den ehemaligen Abbaugebieten im Naturpark rings um Gräfenthal, Probstzella und Lehesten sind wertvolle Biotope entstanden. Die Natur hat sich ein ganz eigenes Refugium geschaffen, mit einem speziellen Mikroklima: Hier herrschen Nährstoffarmut, Trockenheit und durch das Aufheizen des dunklen Schiefers entsprechend hohe Temperaturen. Nur wenige und meist sehr seltene Tier- und Pflanzenarten sind an diesen Lebensraum angepasst. Flechten und Moose sind die Erstbesiedler von Schiefergestein. Flechten fördern die Verwitterung und sorgen dafür, dass Nährstoffe freigesetzt werden, während Moose Wohnungsvermieter für die Kleintierwelt sind und als Keimbett für Blütenpflanzen dienen. Es gibt zahlreiche weitere Organismen, die von den aufgelassenen Schieferbrüchen profitieren: Wärmeliebende Reptilien und Insekten, seltene Vögel wie Uhu und Turmfalke sowie vom Aussterben bedrohte Fledermausarten fühlen sich hier wohl.

Autor: Susen Reuter

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Sukzession am Schieferbruch Lehesten, BA Susen Reuter

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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