Natur des Jahres 2019

Naturparke Neuigkeiten am 13. Februar 2019

Dieser durch die Landwirtschaft gefährdete, gut getarnte Bodenbrüter erfreut uns mit seinem Gesang, der der Reviermarkierung dient - die Feldlerche.

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Feldlerche // Wikipedia // Chris Romeiks

Die Feldlerche
(Alauda arvensis)

Unverkennbar sind die herrlichen Singflüge der Feldlerche! Wer hat sie noch nicht bei Spaziergängen entlang von Feldern und Weiden beobachtet – hoch oben flatternd Himmel. Doch sie ist stiller geworden, die Feldlerche. Nur noch selten ist zu hören, die schlichte Schönheit und Tarnungskünstlerin der offenen Landschaften. Mit ihrem braunen Gefieder ist sie kaum auszumachen im Ackerboden. Hier brütet sie ab März ein Gelege von 2 bis 6 Eier aus. Im Hochsommer kommt eine Zweitbrut hinzu. Die Bebrütung von rund 12 Tagen erfolgt ausschließlich durch das Weibchen, die Fütterung übernehmen beide Eltern. Für das Nest wird eine Mulde im Boden gescharrt, anschließend wird die Vertiefung mit allerlei feinem Pflanzenmaterial ausgepolstert – die Kleinen sollen es schließlich weich und warm haben.

Die Feldlerche ist je nach geografischer Verbreitung Standvogel bis Kurzstreckenzieher. Im Herbst ziehen sie entweder nach Südwesteuropa, in den Mittelmeerraum, ja sogar bis nach Afrika an den Nordrand der Sahara. Ist sie einmal zurückgekehrt aus ihrem Winterquartier, wird wieder fleißig gezwitschert über den Feldern. Die Singflüge dienen hauptsächlich dazu, das jeweilige Revier zu markieren. Die Männchen zeigen dabei vollen Einsatz: Sie trällern von der Morgendämmerung bis zum Abend. Weibchen singen ebenfalls, jedoch leise und am Boden. Gestärkt wird sich hauptsächlich durch Insekten, Spinnen, kleinere Schnecken und Regenwürmer. Im Winter stehen Samen, Keimlinge und kleine Blätter auf dem Speiseplan.

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Feldlerche_Nest // Wikipedia // Matthias Buschmann

Der dramatische Rückgang der Feldlerche führte dazu, dass sie in Deutschland mittlerweile auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten steht und als gefährdete Vogelart gilt. Gründe hierfür liegen vor allem in der starken Intensivierung der Landwirtschaft. Es gibt zu wenig Brachflächen und zu viel Intensivgrünland – den Brutplätzen der Feldlerche geht es mächtig an den Kragen. Sie können einfach nicht mehr genügend Junge aufziehen. Auch die zunehmende Versiegelung der Landschaft und direkte Bejagung wie etwa in Südwestfrankreich tragen zu ihrem Verschwinden bei. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, etwas entgegenzusetzen. Dazu gehören sogenannte Lerchenfenster: kurze Feldstreifen werden bei der Aussaat von Raps oder Wintergetreide ausgelassen. Die Lerchen können dort ihre Nester anlegen und werden nicht vom aufwachsenden Getreide bei An- und Abflug behindert. Davon könnten auch andere Bodenbrüter profitieren. Das Wichtigste ist aber, eine Flächenbearbeitung während der Feldlerchen-Brutzeit von März bis Ende Juli zu vermeiden.

Autor: Susen Reuter

 

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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