Heilpflanze des Jahres 2020

Die Wegwarte
(Cichorium intybus)

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Wegwarte // Susen Reuter

Dieser hübsche Korbblütler leuchtet schon von Weitem an Wegrändern in herrlich zarten Blautönen. Der Name könnte nicht besser passen, erinnert er doch an die Sage, nach der ein Burgfräulein auf die Rückkehr ihres Geliebten wartet – die Blüten stehen für die strahlend blauen Augen des verzauberten Burgfräuleins. Auch jetzt im Herbst blinzelt sie Spaziergängern hier und da noch an Wegrändern und auf Brachflächen entgegen. Es lohnt sich, dieser Pflanze einen intensiveren Blick zu schenken, denn die Blütenstände sind meist nur vormittags und am frühen Nachmittag bei Sonnenschein geöffnet. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, vor allem durch Bienen und Schwebfliegen.

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Wegwarte // Wikipedia // Christian Fischer

Die Gewöhnliche Wegwarte wird auch Zichorie genannt, was auf ihre lateinische Bezeichnung „cichorea“ zurückzuführen ist – und an die Verwendung der Pflanze in vergangenen Zeiten als Kaffeeersatz erinnert: Im 18. Jahrhundert boomte der Landkaffee aus der Wegwarten-Wurzel. Getrocknet und geröstet wurde das Wurzelmehl wie normaler Kaffee aufgebrüht. Eine Mischung aus dieser erheblich preiswerteren Variante und dem teuren Bohnenkaffee wurde schlicht als „Muckefuck“ bezeichnet, was sich aus dem französischem „Mocca faux“ für „falschen Kaffee“ ableiten lässt.

Als heimische und vielverehrte Heilpflanze hat es die Wegwarte weit in die Welt geschafft: Als eingewanderte bzw.  eingeschleppte Pflanze findet man sie heute auch in Afrika und Südamerika. Doch warum ist die Gemeine Wegwarte zur „Heilpflanze des Jahres“ auserkoren worden? Welches sind ihre heilenden Inhaltsstoffe? Sowohl die Blätter als auch die Wurzel der Wegwarte werden getrocknet zur Teezubereitung genutzt. Er hilft bei Völlegefühl wie auch bei Appetitlosigkeit und wirkt anregend auf Magen, Leber, Galle und Darm. Dafür sorgen die enthaltenen Bitterstoffe wie Lactucin und Lactucopicrin, die außerdem schmerzlindernde Eigenschaften besitzen. Das Inulin, ein Inhaltsstoff der Wurzel, erlangt zunehmende wirtschaftliche Bedeutung als Fettersatz in Lebensmitteln wie beispielsweise Joghurt. Wegwartenblätter können im Frühjahr eine köstliche Zutat für knackige Salate sein: Die zarten, jungen Blätter sind leicht bitter, sind mild im Geschmack und liefern viele wertvolle Mineralien.

Autor: Susen Reuter

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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